Smartphone-Tipps

Display-Inhalt vom Handy auf dem TV spiegeln - so gehts (mit Video)

Wer hätte das gedacht? Der Inhalt des Smart­phone-Displays lässt sich auch auf den Fern­seher proji­zieren. So lassen sich Urlaubs­fotos und Co. in unge­ahnter Größe betrachten, Apps nutzen und im Browser surfen.
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Wer über ein Smart­phone und ein TV-Gerät mit Inter­netan­bindung verfügt, kann unter bestimmten Voraus­setzungen ohne große Anstren­gung den Inhalt seines Handy-Displays auf den Fern­sehbild­schirm proji­zieren. Das ist beispiels­weise prak­tisch, um Urlaubs­fotos zu betrachten - Diashow in modern sozu­sagen. Inter­essant ist das Proze­dere dies­bezüg­lich auch für Foto-Apps wie Insta­gram und Flickr und auch zum Surfen im Web über den TV-Bild­schirm. Unter Umständen ist sogar das Spielen von Handy-Games auf dem Fern­seher über das Smart­phone möglich.

Wir haben uns ange­schaut, was dafür nötig ist, um den Inhalt des Smart­phone-Displays auf einen Fern­sehbild­schirm zu proji­zieren. Anhand von zwei Smart­phone-Modellen haben wir den Vorgang auch im Video fest­gehalten.

Grund­voraus­setzungen: Das ist nötig

Das Smartphone-Display lässt sich über verschiedene Wege auf einem Fernseher spiegelnDas Smartphone-Display lässt sich über verschiedene Wege auf einem Fernseher spiegeln Je nach Smart­phone-Hersteller oder Ergeb­nissen von Google-Suchen schmückt sich das Spie­gelungs­feature mit unter­schied­lichen Bezeich­nungen wie "Screen Mirro­ring", "Smart View", klas­sisch "Bild­schirm spie­geln" oder "Draht­lospro­jektion". Hersteller wie Samsung und Huawei haben das Feature unter anderem bei ihren derzei­tigen Flagg­schiffen mit entspre­chend aktu­eller Benut­zerober­fläche bereits an Bord. So brau­chen Nutzer keine zusätz­lichen Geräte, um das Display auf das TV-Gerät zu bringen.

Andere Android-Smart­phones und auch Apples iPhones benö­tigen in der Regel zusätz­liche Hard­ware wie einen Google Chro­mecast, Amazon Fire TV bezie­hungs­weise ein Apple-TV. Grund­sätz­lich muss das TV-Gerät über eine Inter­netan­bindung verfügen - sei es über ein einge­bautes Modul oder wenn es selbst nicht dazu in der Lage ist über eines der genannten externen Geräte, die mit Internet verbunden werden müssen. Fern­seher bzw. Gerät und Smart­phone müssen sich dabei im glei­chen Netz­werk befinden. Ansonsten funk­tioniert das Spie­gelungs­feature nicht.

Beispiel: Display spie­geln mit Samsung und Huawei

Wir haben sowohl ein Samsung Galaxy S10+ als auch ein Huawei P30 Pro mit einem LG Smart-TV verbunden. Bei beiden Smart­phones ist keine zusätz­liche Hard­ware nötig, um den Kopp­lungs­vorgang zu voll­ziehen, das Feature ist bereits in der Benut­zerober­fläche der Smart­phones imple­mentiert. Wie die Spie­gelung funk­tioniert, sehen Sie im nach­folgenden Video:

Wenn Sie mehr zum Samsung Galaxy S10+ und zum Huawei P30 Pro wissen wollen, können Sie Details zu den Flagg­schiffen im jewei­ligen Test­bericht nach­lesen.

Android-Display spie­geln über einen Google Chro­mecast

Google Chromecast Ultra
Google Chromecast Ultra
Smart­phones, die nicht das Privileg haben, das Feature gleich an Bord zu haben wie besagtes Samsung- bzw. Huawei-Smart­phone brau­chen zusätz­liche Hard­ware zum Screen Mirro­ring. Android-Nutzer ab Version 6.0 können dafür einen Google Chro­mecast nutzen. Zusätz­lich wird die Google-Home-App benö­tigt.

Der Chro­mecast muss entspre­chend mit dem Fern­sehgerät über einen HDMI-Port verbunden sein und sich im glei­chen WLAN-Netz­werk befinden wie das Smart­phone dessen Bild­schirm gespie­gelt werden soll. In der Google-Home-App wählt der Nutzer unten links den Punkt Konto aus. Scrollt er dann weiter runter, taucht der Punkt "weitere Optionen" auf. Dort gibt es die Option "Gerät spie­geln". Anschlie­ßend lässt sich der entspre­chende Chro­mecast auswählen und der Inhalt des Handy-Displays wird auf den TV-Bild­schirm proji­ziert. Das erfolgt wie beim Beispiel von Samsung und Huawei zunächst auto­matisch im Portrait-Modus. Es ist in der Regel aber mittels Chro­mecast-Spie­gelung eben­falls möglich, das Smart­phone im Quer­format auf den Fern­seher zu proji­zieren.

Android-Display spie­geln über einen Amazon Fire TV Stick

Amazon Fire TV Stick mit Fernbedienung
Amazon Fire TV Stick mit Fernbedienung
Damit das klappt, ist ein Android-Smart­phone mit der OS-Version ab 4.2 nötig. Auch hier ist es nicht anders als bei den anderen Optionen: Das Smart­phone und der Fire-TV-Stick müssen sich im glei­chen WLAN-Netz­werk befinden. Um das Handy auf dem Fern­seher zu spie­geln, muss im Einstel­lungs­menü der Fire TV-Soft­ware die Option "Töne und Bild­schirm" gewählt werden. Dort taucht dann die Möglich­keit auf, um das Handy-Display zu spie­geln.

Anschlie­ßend muss im Einstel­lungs­menü des Smart­phones der Name des Fire TV ausge­wählt werden. Je nach Smart­phone-Modell befindet sich das dafür nötige Menü an verschie­dener Stelle. Nutzer werden aber unter "Verbin­dungen" in der Regel fündig, beispiels­weise finden sich dort oft Menüs wie "Erwei­terte Verbin­dungs­einstel­lungen" oder "Streamen". Dort sollte im besten Fall der Name des Fire TVs auftau­chen. Wählt man diesen aus, lässt sich das Smart­phone-Display anschlie­ßend auf dem TV-Gerät spie­geln.

iPhone-Display spie­geln mit Apple-TV

Display-Inhalte von iPhone, iPad und iPod touch lassen sich eben­falls auch einen TV-Bild­schirm proji­zieren. Dazu benö­tigen Nutzer aller­dings zusätz­liche Hard­ware in Form eines Apple-TV-Gerätes (oder eines AirPlay-2-kompa­tiblen Smart-TVs), das an den Fern­seher ange­schlossen und mit dem Internet verbunden wird. Stan­dard­mäßig müssen sich auch iPhones im glei­chen WLAN-Netz­werk befinden wie das Apple-TV-Gerät.

Apple TV 4K
Apple TV 4K
Im Kontroll­zentrum von iOS gibt es die Option "Bild­schirm­synchro­nisie­rung". Dort lässt sich der Name des verbun­denen Apple-TVs auswählen. Es kann sein, dass die Abfrage eines AirPlay-Codes (AirPlay bezeichnet die Schnitt­stelle zwischen iOS-Geräten und dem kompa­tiblen Empfänger zwecks kabel­loser Über­tragung) nötig wird. Dieser wird nach der Auswahl der Bild­schirm­synchro­nisie­rung auf dem TV-Bild­schirm ange­zeigt und muss auf dem iPhone bezie­hungs­weise dem anderen iOS-Gerät in das entspre­chende Feld einge­geben werden.

Wie bei den Android-Optionen zur Bild­schirm­spie­gelung wird auch das Seiten­verhältnis des iPhones auf dem TV-Gerät ange­zeigt. Wenn das Bild des Handys die ganze Fläche des TVs ausfüllen soll, lässt sich das Seiten­verhältnis anpassen (zum Beispiel im Quer­format-Modus des iPhones) oder über die Zoom-Optionen des TV-Geräts.

Apple hat kürz­lich seinen eigenen Strea­ming-Dienst Apple-TV+ gestartet. Wir haben das Angebot einem Test unter­zogen und berichten über erste Erfah­rungen mit dem Netflix-Konkur­renten.

Handy-Games auf dem TV spie­geln - funk­tioniert das?

Auf der ersten Seite des Ratge­bers haben wir unter anderem beschrieben, wie sich das Display eines Samsung Galaxy S10+ auf einem LG-Fern­seher spie­geln lässt. Das TV-Test­gerät misst in der Diago­nale übri­gens 55 Zoll. Eine Größe, bei der sich sicher­lich der ein oder andere die Frage stellt, ob es nicht auch schön wäre, ein Handy-Game auf dem großen Bild­schirm zu spielen? Eine gute Frage. Zu Bedenken ist aller­dings, dass das entspre­chende Spiel letzt­lich gestreamt werden muss. Die Prozedur ist also nicht vergleichbar mit einer Funk­tions­weise wie: Eine Konsole an einen Fern­seher anschließen und loslegen.

Das Spiel "The Elder Scrolls: Blades" gespiegelt
Das Spiel "The Elder Scrolls: Blades" gespiegelt
Wir haben mit besagtem Samsung-Handy test­weise mehrere grafisch aufwen­dige Spiele auf den LG-Fern­seher proji­ziert. Dabei handelte es sich um den Ego-Shooter Call of Duty Mobile, das Rollen­spiel The Elder Scrolls: Blades und das Karten­spiel Hearth­stone.

Die Projek­tion klappte bei allen Spielen problemlos und die Bild­qualität sah über­raschend gut aus. Auch die Anzeige im Quer­format auf dem TV-Screen machte im Test einen guten Eindruck. Eben­falls wurde der jewei­lige zum Spiel­geschehen gehö­rende Sound über­tragen.

Bei Spielen wie "Call of Duty Mobile" und "The Elder Scrolls: Blades", die schnelle Inter­aktion und direkte Bewe­gungen je nach Spiel­situa­tion erfor­dern, war die Über­tragung an vielen Stellen aller­dings nicht so flüssig wie erhofft und brach immer wieder ein. Zusätz­lich stockte auch die Sound­über­tragung. Auf Dauer wird der Spiel­spaß darunter leiden.

Ein weiteres Problem bei beiden Spielen ergab sich im Hinblick auf die Steue­rung auf dem Smart­phone-Display, denn die muss trotz Spie­gelung weiterhin auf diese Weise erfolgen. Sobald das Display des Galaxy S10+ auf dem LG-TV-Screen proji­ziert ist, wird die Darstel­lung auf dem Handy-Display selbst zusam­menge­staucht, wodurch oben wie unten breite Ränder entstehen (sichtbar sowohl im Video als auch auf beiden im Text einge­bundenen Fotos). Spielt man beide besagten Spiele ohne "Smart View", braucht man diese Display­fläche zur Inter­akti­onssteue­rung. Im Smart-View-Modus geht dieser Bereich verloren bezie­hungs­weise verklei­nert sich, wodurch es immer wieder passieren kann, dass bei verse­hent­licher Berüh­rung der virtu­ellen breiten Display­ränder auf dem Smart­phone das Spiel mini­miert wird und man auf dem Home­screen der Smart­phone-Benut­zerober­fläche landet.

Das Spiel "Hearthstone" gespiegelt
Das Spiel "Hearthstone" gespiegelt
Diese Proble­matik ergab sich im Rahmen unseres Tests aller­dings nur beim Samsung Galaxy S10+, beim Huawei P30 Pro wurde nach gekop­pelter "Draht­loswie­dergabe" der Smart­phone-Bild­schirm in seiner Größe nicht verän­dert.

Unein­geschränkten Spiel­genuss auf höchstem Niveau können wir also nicht bestä­tigen. Das Karten­spiel "Hearth­stone" ist in seinem Spiel­geschehen deut­lich gemäch­licher als Shooter- und Rollen­spiel, weshalb das Spielen per Smart View durchaus Spaß machte. Gele­gent­liche Bildruckler und Sound­abbrüche sind in diesem Fall verzeih­lich.

Abschlie­ßende Bemer­kung: Screen Mirro­ring ist übri­gens auch prak­tisch, wenn man sich in einem fremden Haus­halt befindet und dort auf dem fremden TV-Gerät über seinen eigenen Strea­ming-Portal-Account einen Film oder eine Seri­enfolge schauen möchte. So muss man sich nämlich nicht mit seinen Zugangs­daten auf dem fremden TV-Gerät einloggen. Das haben wir mit dem Galaxy S10+ und einem Samsung-Smart-TV auspro­biert. Es gilt jedoch auch, dass sich die Streamer nicht über Über­tragungs­defi­zite wundern sollten. Um mal einen Film oder eine Seri­enfolge zu schauen reicht es aber durchaus aus.

Ein großes Thema ist Googles aktu­elle Spiele-Strea­ming-Platt­form Stadia. Das noch in den Kinder­schuhen steckende Konzept muss sich aller­dings erst noch behaupten. Jüngsten Berichten zufolge müssen Nutzer einen sehr hohen Daten­verbrauch einplanen. Einige Stadia-Nutzer berichten sogar von einer Über­hitzung und dadurch bedingte Spiel­abstürze.

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