Vorsicht

Tricksereien bei Hardware-Angeboten in Werbeprospekten

Als Kunde hat man es nicht leicht, in Werbeprospekten oder im Netz immer zu erkennen, ob ein angebotenes Notebook oder Smartphone leistungsstark oder veraltet ist. Häufig sind gerade die fehlenden Angaben wichtige Hinweise.
Von Marleen Frontzeck-Hornke mit Material von dpa
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Augen auf beim Hardware-Kauf im Online-HandelAugen auf beim Hardware-Kauf im Online-Handel Im Prospekt sah das Notebook flott aus mit seinem "großen Bildschirm" und der "neuesten Technik". Daheim angekommen, entpuppt sich das Gerät als Durchschnittsrechner aus dem Vorjahr. Gerade technisch wenig versierte Käufer fallen gelegentlich auf Händler-Flunkereien herein und kaufen veraltete Ware. Mit geübtem Blick lässt sich Werbesprech recht leicht aufdecken, berichtet die Zeitschrift "c't" (Ausgabe 24/2015). Häufig sind besonders solche Informationen über das Produkt interessant, die nicht angegeben werden.

Beispiel Notebook: Wird etwa mit einem "großen Bildschirm" geworben, aber keine Auflösung angegeben, ist sie in der Regel schlecht oder nur Durchschnitt. Ebenso verhält es sich beim Speicherplatz. Keine Angaben bedeuten häufig einen kleinen Speicher. Ein ungefährer Hinweis auf das Alter eines Notebooks ist auch die Software, mit der es ausgeliefert wird. Ist auf einem vermeintlich neuen Rechner das vor mehr als zwei Jahren abgelöste Windows 8 installiert, sollte man stutzig werden.

Bei dem aktuellen Microsoft-Betriebssystem handelt es sich um Windows 10, das es für PC, Tablet und Smartphone gibt. Mehr zu Windows 10 erfahren Sie auf unserer Ratgeberseite.

Augen auf beim Smartphone-Kauf

Vorsicht ist auch bei völlig bedeutungslosen Angaben wie "Neueste Technik" oder "LC-Display" angebracht. Während die "neueste Technik" ziemliche Auslegungssache ist, handelt es sich beim "LC-Display" um eine völlig wertlose Aussage, da alle Notebooks einen solchen Bildschirm haben. Hinweise auf die Qualität oder die Auflösung erhält man so nicht. Genau nachprüfen sollte man auch bei Angaben, die mit einem "bis zu" abgedruckt sind - etwa bei Übertragungs­geschwindigkeiten. Häufig handelt es sich dabei nur um theoretische Werte, die in der Realität nicht erreicht werden.

Schummeleien und Auslassungen gibt es auch beim Smartphone-Kauf. Ein großer Bildschirm allein sagt noch nichts über die Auflösung aus. Unterhalb von HD-Auflösung (1280 zu 720 Pixel) wird das Bild schnell krümelig. Ist der Bildschirm größer als 5 Zoll, sollte es Full-HD-Auflösung (1920 zu 1080 Pixel) sein. Auch die Anzahl der Prozessorkerne ist kein Hinweis auf ein schnelles Gerät. Damit sie auch künftigen Aufgaben gewachsen sind, sollten Smartphones mindestens ein Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher haben. Und auch vier GB Speicherplatz sind längst kein Verkaufsargument mehr. Neben dem bereits installierten Betriebssystem ist hier nur noch sehr wenig Platz für eigene Daten.

Wer ein neues Smartphone sucht, der hat die Qual der Wahl, denn der Markt ist groß. Mit unseren Tipps finden Sie aber das passende Modell. Worauf Sie beim Smartphone-Kauf achten müssen und warum es nicht immer ein Octa-Core-Prozessor sein muss, verrät unser ausführlicher Kaufratgeber für Smartphones und Handys.

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