Überwachung

Smartfrog im Test: Erfahrungen mit der WLAN-Überwachungs-Kamera

Videoüberwachung der eigenen Wohnung während des Urlaubs: Smartfrog bietet gegen eine monatliche Gebühr von weniger als 6 Euro eine cloudbasierte Lösung an, bei der die Wohnung aus der Ferne überwacht werden kann.
Von Thorsten Neuhetzki

"Startklar in fünf Minuten" wirbt Smartfrog. Das haben wir - um es vorweg zu nehmen - nicht geschafft. Das lag daran, dass wir zunächst versucht haben, die Kamera auf einem unverschlüsselten Freifunk-Netz in Betrieb zu nehmen. Damit kam die Kamera jedoch nicht zurecht - ein Reset war notwendig und die Einrichtungsroutine musste neu gestartet werden.

Die Einrichtung selbst erfolgt über das Smartphone und die Smartphone-App. Wer will, kann aber auch die Weboberfläche von Smartfrog nutzen. Für diese müssen wir allerdings einen Minuspunkt notieren: Die vollständige Funktion setzt Adobe Flash voraus. Das ist nicht mehr zeitgemäß und war beispielsweise auf unserem Redaktionsrechner auch nicht möglich zu nutzen. Update September 2017: Smartfrog hat die Webseite überarbeitet. Diese kommt künftig ohne Flash aus.

Unboxing von Smartfrog Unboxing von Smartfrog
Foto: teltarif.de / Thorsten Neuhetzki
Unterm Strich verlief die Einrichtung trotz unserer anfänglichen Probleme gut und schnell. Nachteilig ist, dass die Kamera ausschließlich WLAN im 2,4-GHz-Band unterstützt. Dieses Frequenzband ist in Großstadtlagen ohnehin schon überlastet. Dass die Kamera bei ihrer Überwachung nun einen ununterbrochenen Stream über die Frequenzen schickt, macht die Lage für das heimische Netz und die Nachbarn sicherlich auch nicht besser. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum gerade ein Streaming-Produkt, dessen Idee es ist, 24/7 ein Signal zu übertragen, nicht auch das 5-GHz-Band unterstützt.

Kamera funktioniert nur mit guter Internetverbindung

Kamera, Netzteil, Standfuß und Dübel mit Schrauben: Der Inhalt des Paketes Kamera, Netzteil, Standfuß und Dübel mit Schrauben: Der Inhalt des Paketes
Foto: teltarif.de / Thorsten Neuhetzki
Das Konzept der Kamera ist einfach: Daten wandern direkt per Internet auf den Cloud-Speicher des Dienstes. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Wird die Kamera zur Aufzeichnung von Einbrechern aufgezeichnet, nutzt es diesen nichts, dass sie die Kamera zerstören. Die Bilder sind längst an anderer Stelle aufgezeichnet. Im Preis von 5,95 Euro monatlich ist ein Speicher von 24 Stunden inkludiert. Das heißt, dass eine Aufzeichnung von Montag um 13 Uhr am Dienstag um 13 Uhr wieder überschrieben wird, wenn die Aufnahme nicht vorher extrahiert und gesichert wurde. Wer einen längeren Zeitraum im Rückblick benötigt, kann diesen als Upgrade buchen.

Der Nachteil des Cloud-Speichers ist die benötigte Internetverbindung. Wer also beispielsweise den Schrebergarten überwachen will, ist bei Smartfrog zwingend darauf angewiesen, dort eine Breitbandverbindung und WLAN zu haben. Denkbar wäre hier beispielsweise ein o2-Free-Tarif, der unlimitierte Datenübertragung mit 1 MBit/s zulässt. Durch einen mobilen Hotspot ließe sich aus dem Mobilfunksignal ein WLAN-Signal machen. 1 MBit/s reicht zumindest für die mittlere Übertragungsqualität. Wer die HD-Auflösung mit 1280 mal 720 Pixel (720p) ausnutzen will, sollte jedoch gemäß unseren Erfahrungen 2 MBit/s Upstream bei seiner Leitung frei haben.

Doch was ist, wenn es dunkel ist? Zeigt die Kamera dann mehr als ein schwarzes Bild an? Wir zeigen es Ihnen auf der nächsten Seite.

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