Beta-Test

Katastrophen-App: "Smarter" funktio­niert auch ohne Handynetz

Mit der App "Smarter" sollen Smartphone-Besitzer auch ohne Mobilfunk und WLAN-Hotspot kommunizieren und beispielsweise im Katastrophenfall Hilfe anfordern können.
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Smarter-App erstmals offiziell vorgestelltSmarter-App erstmals offiziell vorgestellt Eine neue Smartphone-App soll künftig die Kommunikation auch dann sicherstellen, wenn die herkömmlichen Infrastrukturen wie Mobilfunknetze, WLAN-Hotspots und DSL-Zugänge nicht mehr funktionieren. Über entsprechende Tests berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die Anwendung hat die Bezeichnung "Smarter" und steht dem Bericht zufolge zunächst für Android-Smartphones, nicht aber für das Apple iPhone zur Verfügung.

Mit "Smarter" sollen Nutzer beispielsweise im Falle einer Naturkatastrophe auch dann miteinander chatten und ggf. Hilfe anfordern können, wenn für die Smartphones kein Mobilfunknetz mehr verfügbar ist. Stattdessen sollen die Handhelds WLAN-Direktverbindungen aufbauen. Der WLAN-Chip eines Handys sorge für eine Reichweite von rund 200 Metern und soll die direkte Verbindung mit einem in der Nähe befindlichen Endgerät aufnehmen, auf dem die App ebenfalls installiert ist.

Nachrichten werden verschlüsselt übertragen

Die Nachrichten werden verschlüsselt übertragen und immer dann weitergereicht, wenn zwei Handys miteinander Funkkontakt haben, auf denen "Smarter" läuft - so lange, bis die Mitteilung den Empfänger erreicht. Wird auf die Nachricht geantwortet, wird die Textmitteilung auf dem gleichen Weg übermittelt. Dem Bericht zufolge ist die Anwendung schlank programmiert. Die Software laufe flüssig, obwohl sie sich noch im Beta-Stadium befindet.

Nutzer können mit "Smarter" Hilfe anfordern, Lebensmittel und andere Güter tauschen oder auch einfach nur miteinander Kontakt halten. Wenn allerdings der Strom ausfällt, läuft auch das Smartphone nur noch so lange, bis sich die Akkukapazität dem Ende zuneigt. Dabei ist offenbar auch "Smarter" selbst offenbar noch ein "Akkufresser". Jede Minute soll rund ein Prozent Akkukapazität kosten. Verbesserungen sind geplant.

WLAN-Ad-hoc-Verbindungen eigentlich nicht vorgesehen

Allerdings muss die Katastrophen-App noch weitere Hürden nehmen, um wirklich marktreif zu werden. Eigentlich sind WLAN-Ad-hoc-Verbindungen bei den Smartphone-Betriebssystemen nicht vorgesehen. So musste die Firmware für den Testbetrieb entsprechend modifiziert werden. Nun sollen Plattform-Betreiber wie Google und Apple davon überzeugt werden, einen Dienst wie "Smarter" künftig auch ganz offiziell zu unterstützen. Andernfalls seien gesetzliche Vorgaben erforderlich.

Dem Spiegel-Bericht zufolge laufen die Planungen für die Katastrophen-App bereits seit drei Jahren. Im Januar 2018 läuft die Forschungsphase an der TU Darmstadt aus. Dann liege es am Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Projekt weiter voranzutreiben und dafür zu sorgen, dass "Smarter" einen Betreiber findet und die Anwendung schlussendlich den Weg in den Google Play Store und den Apple AppStore findet.

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