Assistenten

Alexa & Co.: Smarte Lautsprecher sollen künftig HiFi-Sound bieten

Nach Herstellern wie Amazon und Google wollen auch Apple und Samsung in den Markt für smarte Lautsprecher einsteigen. Neuheiten könnten schon auf der IFA zu sehen sein.
Von mit Material von dpa
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Amazons zylindrischer Echo-Lautsprecher, mit dem man sich unterhalten kann, wirkte beim Start vor knapp drei Jahren zunächst wie eine Spielerei. Doch inzwischen ist offensichtlich: Sprechende digitale Assistenten sollen nach dem Willen der Industrie in Zukunft fest zum Alltag gehören, als Zugang zur allgegenwärtigen Intelligenz in der Cloud, die den Nutzer durch sein Leben begleitet. Und als Schnittstelle bietet sich natürlich direkt ein Lautsprecher an, der den Assistenten eine Stimme geben kann.

Das Geschäft, das einst HiFi-Firmen dominierten, wird nun zur Konkurrenz-Arena für Online-Riesen wie Amazon, Google, Apple, Microsoft und Samsung. Selbst die auf der IFA stark präsenten jungen Anbieter vernetzter Lautsprecher mit Internet-Zugang, die mit dem Vormarsch von Online-Musikdiensten als erste die Bastionen der HiFi-Platzhirsche aufbrachen, bangen um ihre Zukunft. "Uns ist klar: Auf absehbare Zeit wird keiner ohne Anschluss an einen digitalen Assistenten in dem Geschäft bestehen können", sagt ein Top-Manager einer dieser Firmen. Dabei sei auch offenkundig, dass man auf eine der fremden Assistenten-Plattformen aufspringen muss, weil es für eine Hardware-Firma kaum möglich wäre, eine eigene solche Software zu entwickeln. Die Lautsprecher-Firmen suchen den Schulterschluss mit den Online-Plattformen.

Sonos künftig mit Alexa verknüpft

Amazon stieg mit dem Echo schon früh in den Markt der smarten Lautsprecher einAmazon stieg mit dem Echo schon früh in den Markt der smarten Lautsprecher ein Das Interesse ist auf beiden Seiten vorhanden - denn die ersten smarten Lautsprecher wie Amazons Echo oder Googles Home kommen bei der Musikwiedergabe nicht wirklich an HiFi-Qualität heran, wie sich in Tests gezeigt hat. Sonos, ein Pionier bei vernetzten Mehrzimmer-Systemen, die ein ganzes Haus koordiniert mit Musik versorgen können, erkannte schon im vergangenen Jahr sowohl die eigenen Defizite bei digitalen Assistenten als auch die Audio-Schwäche der Konkurrenz. Die Unternehmen arbeiten an einer tiefgreifenden Integration ihrer Technik: Der Nutzer soll sich mit Amazons Assistentin Alexa über die Echo-Geräte unterhalten, aber die Musik soll automatisch über die Sonos-Lautsprecher abgespielt werden.

Microsoft ging einen anderen Weg und lässt den Lautsprecher Invoke für seine Assistentin Cortana vom HiFi-Spezialisten Harman/Kardon entwickeln. Das Gerät, das äußerlich Amazons Echo-Zylinder ähnlich sieht, soll im Herbst auf den Markt kommen. Die kalifornische Firma EVA Automation kaufte im vergangenen Frühjahr kurzerhand den legendären britischen Lautsprecher-Hersteller Bowers & Wilkins und nahm auch gleich dessen Namen an. Bisher kamen aber keine neuen Geräte aus dieser Kooperation zwischen HiFi- und Tech-Industrie auf den Markt.

Amazon ist Marktführer

Der weltgrößte Online-Händler Amazon, der mit Echo und Alexa den Markt für smarte Lautsprecher praktisch im Alleingang etablierte, hat derzeit klaren Vorsprung. Laut einer Erhebung der Marktforschungsfirma eMarketer liegt der Echo-Marktanteil in den USA bei rund 70 Prozent. Auf rund ein Viertel des Marktes komme das im vergangenen Jahr eingeführte Konkurrenzgerät Google Home, das seit wenigen Wochen auch in Deutschland erhältlich ist. Die Konkurrenz teilt sich den Rest. Unbekannt ist allerdings weiterhin, wie viele Lautsprecher Amazon insgesamt verkauft hat. Die Schätzungen gehen von 10 bis 20 Millionen - das Geschäft stünde damit immer noch am Anfang.

Auf Seite 2 lesen Sie mehr zu den Plänen von Apple und Samsung für smarte Lautsprecher.

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