Smart-TV

Ins Internet mit dem Smart-TV: So schützen Sie Ihr Gerät

Die Sicherheit von smarten TV-Geräten ist bislang ein Thema, was ein wenig zu kurz gekommen ist. Die Frequenz und Qualität von Software-Updates und Sicherheitspatches für Smart-TVs sind nicht mit denen von Betriebssystem wie iOS, Android, Windows oder macOS vergleichbar. Einiges können Nutzer aber doch für ihre Sicherheit tun.
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Wer noch vor wenigen Jahren durch die TV-Abteilung im Elektromarkt stromerte, sah noch eine deutliche Anzahl von Geräten, bei denen smarte Fähigkeiten explizit hervorgehoben wurden. Heute sind Geräte, die keine smarten Eigenschaften haben, eher Exoten. Beinahe jedes moderne TV-Gerät verfügt über einen Internetzugang. Hier wird nicht mehr über ein Zusatz-Feature gesprochen, sondern es wird - da Standard - gar nicht mehr groß erwähnt. Schließlich macht es das TV-Gerät aufgrund der vielen Möglichkeiten dank der Internetanbindung noch attraktiver. Zum Surfen müssen Nutzer nicht erst den Laptop holen, zum Tablet oder Smartphone greifen, ein Klick auf den integrierten TV-Browser genügt. Besonders praktisch sind die smarten Funktionen für Streamer - haben Fernbedienungen einiger TV-Hersteller doch eigene Amazon Prime- und Netflix-Tasten.

Das Thema Sprachsteuerung wird durch den Feldzug von Amazons Alexa und Google Assistant auf dem Markt auch zunehmend für Smart-TVs interessanter. Per Sprachbefehl können Programme geswitcht oder Apps gestartet werden. Einleuchtend, dass die Fernbedienung, die sowieso nur dauernd vom Sofa rutscht, zunehmend überflüssig wird. Auf diese angenehmen Funktionen wollen viele Nutzer nicht mehr verzichten. Was oft jedoch nicht ausreichend bedacht wird, ist das Thema Sicherheit bei Smart-TVs. Zu bedenken ist nämlich, dass die Geräte diesbezüglich nicht auf dem gleichen Stand sind wie Betriebssysteme, die auf Smartphones, Tablets und Desktop-PCs zu finden sind. Die Nutzung von Smart-TVs birgt entsprechend ein hohes Sicherheitsrisiko.

Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) empfiehlt grundsätzlich, die Eingabe vertrauenswürdiger Daten wie Zugangsdaten, Passwörter oder das Nutzen von Online-Banking über das smarte TV-Gerät zu vermeiden. Und da ist auch schon das erste Hindernis. Die Konto-Verifizierung von Streaming-Anbietern ist beispielsweise notwendig, um deren Dienste auch nutzen zu können. In unserem Ratgeber lesen Sie Tipps, wie Sie die Sicherheit des Fernsehgeräts bei der Internetnutzung dennoch erhöhen können.

Sicherheitsupdates

Die Sicherheit von Smart-TVs ist mitunter ein sensibles Thema.Die Sicherheit von Smart-TVs ist mitunter ein sensibles Thema. Oberste Priorität ist auch bei einem Smart-TV: Immer die aktuell verfügbare Systemsoftware herunterladen. Leider ist es nicht selten so, dass die Hersteller mit aktueller Sicherheitsleistung hinterherhinken. Sobald jedoch Software-Aktualisierungen verfügbar sind, sollten diese auch installiert werden. Am besten aktivieren Nutzer die automatische Aktualisierung. Dann wird der Nutzer in der Regel aufmerksam gemacht, wenn ein neues Updates verfügbar ist. Das gleiche gilt auch für die Verwendung von Apps. Diese sollten ebenfalls auf Updates geprüft werden. Glücklicherweise können meist die Apps erst wieder gestartet werden, wenn ein bereitgestelltes Update installiert worden ist.

Vertrauenswürdige Quellen

Nutzer sollten nur auf Apps zurückgreifen, die aus dem offiziellen App-Store des Geräteherstellers geladen werden können. Der Download von Drittanbieter-Seiten, die beispielsweise über den TV-Browser besucht werden können, sollte unbedingt vermieden werden. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass sich auch in den offiziellen Stores schwarze Schafe tummeln, das Risiko ist aber um ein vielfaches geringer als bei unautorisierten Seiten, bei denen nicht sicher ist, ob sich hinter einem Programm schadhafte Software verbirgt.

TV-Browser

Die Browser auf Smart-TVs werden in der Regel nicht so häufig mit aktueller Virensoftware und Sicherheitsstrukturen ausgestattet wie bei Betriebssystemen, die auf dem Smartphone und dem Desktop-Computer laufen. Daher ist es ratsam, auf die Eingabe sensibler Daten zu verzichten. Nutzer sollten entsprechend vermeiden, über den TV-Browser im Internet zu shoppen oder per Onlinebanking ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Außerdem sollten Nutzer darauf verzichten, in sozialen Netzwerken zu surfen oder vertrauliche E-Mails zu lesen und zu schreiben.

Spracherkennung und Webcam

Verfügt ein Smart-TV über eine Spracherkennung, lässt sich diese unter Umständen in den smarten Einstellungen des Fernsehgeräts deaktivieren.

Haben Nutzer die Option, über den smarten Fernseher beispielsweise Skype-Anrufe per Webcam zu tätigen, können sie sich auch hier ein Stück weit schützen. Allerdings zeigt eine Kamera nicht immer über eine eingeschaltete LED an, dass sie aktiv ist. Ist eine Webcam integriert, fahren Nutzer am sichersten, wenn es sich um ein ausfahrbares Modul handelt. Im Gehäuse kann die Kamera so keine Bild- oder Videodateien aufzeichnen. Befindet sich die Kamera außerhalb des Gehäuses, können Nutzer die Linse mit einem dezenten Stück Klebestreifen abdecken.

HbbTV deaktivieren

Hybrid broadcast broadband TV ist in den meisten Smart-TVs integriert. Auf den Fernbedienungen ist die Bedienung oft durch einen roten Knopf möglich. Damit können Nutzer beispielsweise zusätzliche Informationen zu aktuellen Sendungen erhalten. Auf diese Weise wird das TV-Programm mit Funktionen des Internets verknüpft. Bei HbbTV handelt es sich um eine Art modernen Teletext.

HbbTV gilt mittlerweile aber als mögliches Angriffsziel für schädliche Software. Wer das Feature nicht braucht, kann es im Einstellungsmenü des Smart-TVs deaktivieren.

Zugriffskontrolle auf Funktionen

Wie die Zugriffskontrolle auf bestimmte Funktionen des Smart-TVs geregelt ist, lässt sich in der Regel nur vor dem Kauf klären. Für die Sicherheit ist es nicht unerheblich, den Zugriff auf bestimmte Einstellungen zu beschränken. Dazu gehören zum Beispiel die Kennwortsicherung von Einstellungen zu Konten, Cloud-Diensten oder die Konfiguration des Smart-TVs im Kosmos des Heimnetzwerks. Diese Einstellungen sollten nur von einer berechtigten Person vorgenommen werden können.

Andere Dienste deaktivieren

Nicht selten sind auf Smart-TVs einige Apps vorinstalliert. Werden diese nicht benötigt, sollten sie auch gelöscht werden, weil so das Potenzial für ein Sicherheitsrisiko steigt, wenn beispielsweise nötige Aktualisierungen in Vergessenheit geraten. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik kann, falls "eine auf dem Smart-TV installierte Videostreaming-App eine entsprechende Sicherheitslücke [enthält], diese von einem Angreifer dazu verwendet werden, die Kontrolle über das Gerät zu erlangen".

Geräte von Drittanbietern

Für diejenigen Nutzer, die ein Smart-TV besitzen und dessen Eigenschaften auch nutzen wollen, erscheint diese Methode womöglich etwas umständlich. Wer allerdings auf Sicherheit bedacht ist, könnte mit folgendem Tipp unter Umständen aber sicherer schlafen: Nutzer können die Internetanbindung des TV-Geräts deaktivieren. Wer vorrangig Streaming-Dienste nutzt, muss darauf aber dennoch nicht verzichten. Über Geräte wie die aus der Amazon-Fire-Reihe (TV, Stick), Apple TV oder Google Chromecast kann das TV-Gerät weiterhin mit dem Internet verbunden werden. Der Vorteil: Diese Geräte werden in der Regel häufiger mit aktuellen Updates versorgt.

Verkauf des TV-Geräts

Vor dem Verkauf des TVs sollte das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Dennoch sollten Nutzer sich nicht allzu sorglos auf die Funktion verlassen. Sind vorher in Konten, beispielsweise bei Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon, Login-Daten hinterlegt und gespeichert worden, sollte manuell geprüft werden, ob die Apps davon bereinigt worden sind. Andernfalls müssen Apps und Konten manuell gelöscht werden.

Sicheres Heimnetz

Da das smarte TV-Gerät auch Teil des Heimnetzwerks ist, sollte auch dieses vor möglichen Gefahren geschützt werden. Wie Sie Ihre WLAN-Sicherheit optimieren können, lesen Sie in einem ausführlichen Ratgeber-Teil.

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