Smart-TV-Software

Von Android TV bis Tizen: Smart-TV-Systeme im Vergleich

Fernseher werden dank ihrer cleveren Betriebssysteme immer komplexer, aber nicht jede Plattform wird den eigenen Bedürfnissen gerecht. Wir fassen die wichtigste Smart-TV-Software in diesem Bericht zusammen.
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Android TV von GoogleAndroid TV von Google Die Software-Welt von Smart-TVs ist kunterbunt, da fällt es schwer, den Überblick über die verschiedenen Plattformen und ihre Features zu bewahren. Zwar setzen mehrere Hersteller wie Sony, Philips und Grundig auf Android TV, aber andere Anbieter wie etwa Samsung und LG kochen ihr eigenes Betriebssystem-Süppchen. Was bieten Googles Lösung und die Alternativen Tizen, WebOS, Firefox OS und Smart Portal? Wir haben in diesem Bericht aufgeschlüsselt, welches Unternehmen auf welchen Smart-TV-Unterbau setzt und was die Unterschiede zwischen den Plattformen sind.

Android TV – Smartphone-artiges Entertainment

Googles Android TV ist zwar weit verbreitet, nimmt aber noch längst nicht einen derartigen Stellenwert ein, wie es bei der Variante für mobile Endgeräte der Fall ist. Die bekanntesten Verfechter vom menschenähnlichen Roboter für die Mattscheibe sind Sony, Philips, Sharp und Grundig. Der Suchmaschinen-Konzern hat die Benutzeroberfläche von Android TV auf die Steuerung via Fernbedienung angepasst. Zwar funktionieren nicht alle vom Smartphone bekannten Apps, aber die wichtigsten Vertreter aus den Bereichen Musik- und Video-Streaming sowie soziale Netzwerke. Manche Smart-TVs auf Android-TV-Basis können allerdings eine etwas langsame Reaktion aufweisen. Ein praktischer Helfer im Alltag ist auch am Fernseher der Google Assistant.

webOS Smart TV – Palm-Überbleibsel

LG webOSLG webOS Von Palm zu HP und von HP zu LG – webOS hat einen holprigen Weg hinter sich. Seit 2013 bietet LG schlaue Fernsehgeräte auf Basis des ehemaligen Smartphone-Betriebssystems an. Die anfangs unbequeme und verschachtelte Benutzeroberfläche wich mittlerweile einer intuitiven Steuerung. Vor allem das schnelle Wechseln von Tasks weiß zu gefallen. Im LG Store warten zwar bei weitem nicht so viele Apps wie bei Android TV auf den Zuschauer, das Gebotene reicht für die meisten Streaming- und Informations-Bedürfnisse allerdings aus. Auf neueren LG-Fernsehern wird eine Spracherkennung via Google Assistant geboten.

Tizen OS for TV – vom Handy und Wearable zum Fernseher

Tizen von SamsungTizen von Samsung Samsung selbst hebt als großen Vorteil für sein hauseigenes Smart-TV-OS die unkomplizierte Handhabung hervor. Das Smart Hub setzt Features wie Apps, TV-Sender, Einstellungen und Quellen in eine Fußzeile – wohingegen so manche Wettbewerber, etwa Android TV, die ganze Anzeigefläche beanspruchen. Des Weiteren möchte der Konzern vor allem Gamer an den Fernsehbildschirm holen, denn während die Google-Konkurrenz zwar viele Apps habe, würde es an Spielen mangeln. Apropos Apps: nach Android TV erhalten Konsumenten bei Tizen OS die zweitgrößte Auswahl.

Firefox OS – heißt jetzt My Home Screen

My Home Screen von PanasonicMy Home Screen von Panasonic Offiziell als My Home Screen beworben fußt Panasonics Software auf Mozillas Betriebssystem. Im schlanken Home-Menü finden sich auch Einsteiger schnell zurecht. An der Reaktion der smarten Funktionen gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, das App-Angebot ist allerdings überschaubar. Besonders Freunde von sozialen Netzwerken werden mit My Home Screen nicht glücklich. Hingegen haben es die beliebtesten Video-Streaming-Anbieter mit einer Applikation in den überschaubaren Store geschafft. Schade: die Sprachsteuerung klappt leider nur mit einem Umweg über das Handy.

Toshiba Smart Portal – Schützenhilfe von Opera TV

Smart Portal von ToshibaSmart Portal von Toshiba Toshibas Start in die Ära der cleveren Fernseher war eher durchwachsen, seit Toshiba Places hat sich aber einiges getan. Die Plattform Smart Portal gewährt Zugang zu diversen populären Apps, sei es im Streaming- oder Social-Bereich. Die rudimentäre Anzahl an Anwendungen wird durch eine weitere Bezugsquelle kompensiert. Opera TV bietet neben Filmen und Serien auch diverse Apps. Die Alexa-Anbindung von Toshiba Smart Portal ist ebenfalls begrüßenswert. Die überfrachtete Benutzeroberfläche könnte hingegen Feinschliff vertragen.

Übersicht der Smart-TV-Betriebssysteme

Plattform-Name Entwickler unterstützende Hersteller App-Vielfalt
Android-TV Google Sony
Philips
Grundig
Sharp
TCL
Panasonic
Hisense
sehr groß
Tizen OS for TV Samsung Samsung durchschnittlich
webOS Smart TV LG LG durchschnittlich
My Home Screen Panasonic Panasonic gering
Smart Portal Toshiba Toshiba durchschnittlich
Stand: 10. Oktober 2018.

Fazit zu den Smart-TV-Betriebssystemen

Ein perfektes Fernseh-OS gibt es nicht – es gilt eher zu beachten, welche Kompromisse man am ehesten eingehen kann. So setzt Android TV eine entsprechend gute Hardware-Basis mit ausreichend RAM voraus, ansonsten kann es zu Ruckeln bei den Apps und eine träge Reaktionszeit kommen. WebOS (LG) und My Smart Home (Panasonic) reagieren zügig, aber insbesondere letzteres lässt so manche Anwendungen vermissen. Toshibas Smart Portal hat durch Opera TV eine ordentliche Software-Palette, die Oberfläche kann anfangs allerdings verwirren. Unser Tipp: suchen Sie am besten einen Elektronikhändler vor Ort auf und testen Sie die unterschiedlichen Plattformen ausgiebig. Schließlich ist ein Fernseher ein langjähriger Begleiter, weshalb der Nutzer auf lange Sicht Freude an der Software haben sollte.

Übrigens: Die Sicherheit von smarten TV-Geräten ist bislang ein Thema, was ein wenig zu kurz gekommen ist. Die Frequenz und Qualität von Software-Updates und Sicherheitspatches für Smart-TVs sind nicht mit denen von Betriebssystem wie iOS, Android, Windows oder macOS vergleichbar. Einiges können Nutzer aber doch für ihre Sicherheit tun.

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