Smart Toys

Smart Toys: Spione im Kinderzimmer!

Sogenannte Smart Toys könnten die Sicherheit und Privatsphäre ihrer Kinder gefährden, warnt die VBZ Bayern
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Kaum sind die Temperaturen zum ersten Mal in diesem Jahr unter 0 °C gefallen, bricht auch schon die alljährliche Vorweihnachtliche Panik aus. So wenig Zeit, scheint es, um so vielen Menschen die idealen Geschenke zu kaufen. Besonders schwer fällt es da oft den Tanten, Onkels, Omas, Opas und gar den Eltern von Kindern, den lieben Kleinen die größtmögliche Freude zu bereiten. Längst sind die Zeiten von selbstgestrickten Socken, Holzspielzeug und Büchern vorbei: das anspruchsvolle Kind des 21. Jahrhunderts wünscht sich Geschenke möglichst interaktiver Natur. Roboter beispielsweise, die tatsächlich funktionieren. Oder auch Drohnen, mit denen die Kinder die Lüfte erkunden können (möglichst mit eingebauter Kamera). Auch Kuscheltiere und Puppen, welche mit dem Kind interagieren haben längst das Steif-Tier der Vergangenheit abgelöst. Drohne als potentieller Spion im Kinderzimmer?Drohne als potentieller Spion im Kinderzimmer?

Oft sind diese sogenannten Smart Toys mit kleinen Kameras und Mikrofonen verbunden, und verfügen nebenher über die Verbindung zum (oft elterlichen) Smartphone über eine Verbindung zum Internet. Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken aller lesender Eltern zu Läuten begonnen haben: das Potential für eine Gefährdung der Privatsphäre und Sicherheit der Kinder ist quasi direkt in die Technologie eingebaut. In diesem Sinne äußerte sich nun auch Katharina Grasl, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern: "Die Technologie, die in solchen Spielzeugen verbaut ist, kann die Privatsphäre und die Sicherheit von Kindern gefährden."

Die Stiftung Warentest warnt

In einem sehr kritischen Test hat die Stiftung Warentest die Sicherheit der Smart Toys getestet und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: oft seien die Funkverbindungen zwischen Spielzeug und Smartphone ungesichert, könnten so verheerend leicht ausgenutzt werden. So schreibt die Stiftung beispielsweise von einem fiktiven Tim, dessen Lieblingsspielzeug sein Roboter i-Que ist. Der internetfähige Roboter wird dann vom Nachbarn so programmiert, dass dieser Tim von den leckeren Bonbons berichtet, die der Nachbar für ihn bereithält. Dieses und ähnliche Horrorszenarien könnten laut Stiftung Warentest mithilfe der unsicheren Smart Toys zukünftig die Sicherheit von Kindern enorm gefährden. Vielleicht doch lieber die (mechanische) ModelleisenbahnVielleicht doch lieber die (mechanische) Modelleisenbahn

Bereits im Februar diesen Jahres hatte die Bundesnetzagentur die internetfähige Puppe "Cayla" als Spionagegerät eingestuft und daraufhin verboten - mit der brisanten Zusatzforderung an Eltern, die ihren Kindern eine solche Puppe gekauft hatten, die Puppen nicht zurückzugeben, sondern diese zu zerstören.

Eltern und sonstige Angehörige, die durch die Nachricht der potentiellen Spione im Kinderzimmer nun verunsichert sind, was das Weihnachts-Shopping betrifft, sei an dieser Stelle die Internetseite der Verbraucherzentrale Bayern ans Herz gelegt, über welche Sie erfahren, welche Spielzeuge unbedenklich sind. Eines dieser Spielzeuge könnte zum Beispiel eine Modelleisenbahn sein. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass diese mechanisch läuft.

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