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Smart-Home-Anbieter in der Übersicht

Smart-Home-Lösungen für Privatanwender sind im Trend. Die Anzahl der Anbieter mit erschwinglichen Systemen nimmt zu. Wir geben einen Überblick zu ausgewählten Smart-Home-Anbietern.
Von Marleen Frontzeck-Hornke / David Michel
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Das Thema Smart-Home wird dank Google Home, Amazon Echo oder Apple Homekit immer beliebter in deutschen Wohnungen oder Häusern. Durch die Sprachassistenten wie Alexa und die Systeme für die Heimvernetzung der weltweit bekannten Hersteller, soll das Leben "einfacher" werden. Bereits seit einigen Jahren existieren Smart-Home-Anbieter, die unter anderem vernetzbare Rauchmelder, Bewegungsmelder, Überwachungs­kameras und Licht­anlagen anbieten. Dabei setzen viele der Hersteller auf unter­schiedliche Smart-Home-Funkstandards, die für die Kommunikation der Zentrale mit den diversen Geräten dienen. Zu diesen Funkstandards gehören Z-Wave, ZigBee, Bluetooth DECT ULE und auch HomeMatic. Allerdings gibt es mittlerweile auch Anbieter wie die Telekom mit Qivicon oder TP-Link, die übergreifende Smart-Home-Plattformen bzw. Schaltzentralen anbieten, die mit mehreren Funkstandards kompatibel sind und dadurch dem Kunden oder Nutzer die Möglichkeit einräumen, Geräte diverser Hersteller für ein vernetztes Zuhause zu verwenden.

Smart-Home-Anbieter in der ÜbersichtSmart-Home-Anbieter in der Übersicht Wir haben für Sie eine Übersicht mit ausgewählten Smart-Home-Anbietern erstellt und zeigen unter anderem, welche Standards diese unterstützen. Außerdem gehen wir darauf ein, ob die Produkte auch mit Google Home oder Amazon Echo kompatibel sind. Durch die stetig größer werdende Auswahl an Smart-Home-Angeboten vom kleinen Geldbeutel bis zur teuren Hightech-Lösung ist für den Einsteiger bis zum Profi-Nutzer etwas dabei. Die Übersicht der Smart-Home-Anbieter haben wir für Sie in tabellarischer Form zusammen­gefasst.

Einfache Smart-Home-Kits & umfangreiche Systeme

Wie bereits erwähnt, gibt es einfache und günstige Smart-Home-Kits zum Beispiel von Medion, dessen Starter-Set schon ab 109 Euro erhältlich ist. Dieses beinhaltet eine Zentrale, einen Zwischenstecker und eine LED-Leuchte. So kann sich der Einsteiger zunächst einmal damit vertraut machen, wie er Geräte dank Smart-Home und einer App fürs Smartphone nach seinen Wünschen aktivieren und deaktivieren kann. Weitere Pakete von Medion, etwa das Sicherheits-Set, gibt es für 249 Euro. Es ist dafür gedacht, das eigene Zuhause durch Kameras und Bewegungs­melder zu schützen bzw. überwachen. Wird einer der Sensoren ausgelöst, so wird dem Nutzer eine Nachricht auf sein Smartphone geschickt. Auch ein anderes Szenario sind denkbar. In einer separaten Meldung erfahren Sie, welche Smart-Home-Geräte Medion anbietet.

Das FRITZ!DECT 300 von AVM
Das FRITZ!DECT 300 von AVM
AVM wiederum setzt auf den Smart-Home-Standard DECT ULE und keine Sets, sondern einzelne Geräte, die sich hinzukaufen lassen. Als Zentrale des vernetzten Zuhauses dient die jeweilige FRITZ!Box. So bietet AVM zum Beispiel einen Heizkörper­regler an, mit dem sich die Raumtemperatur überwachen und steuern lässt. Damit ist der Besitzer in der Lage, Energiekosten zu sparen. Die Bedienung erfolgt per App oder über die FRITZ!Box-Benutzer­oberfläche.

Zu einem der umfangreicheren Systeme gehört HomeMatic von eQ-3. Mit dessen Produkte lässt sich ein ganzes Haus automatisieren. Dabei werden Bereiche wie Wetter & Umwelt, Zutrittsteuerung, Licht & Schatten, Sicherheit & Alarm sowie Heizen & Energiesparen bedient. Über eine Smartphone-App lassen sich dann unter anderem Rauchmelder weltweit aus der Ferne bedienen. Aber auch die Heizungs­steuerung per Smartphone ist möglich. Startsets von HomeMatic sind schon ab rund 100 Euro verfügbar, einzelne Geräte für die Erweiterung sind natürlich deutlich günstiger zu haben. Zudem ist das HomeMatic-IP-Einsteigersystem offen für Drittentwickler. Zu den einzelnen Smart-Home-Komponenten gehören beispiels­weise Heizkörper­thermostat, Wandtaster oder auch Tür- und Fenster­kontakte.

Smart-Home-Übersicht & weitere Anbieter

Weiter geht es mit Anbietern von Smart-Home-Produkten wie Belkin, Philips und Bosch. So bietet Bosch ein vernetztes System fürs Zuhause an, das vor allem auf Sicherheit setzt. Es werden unter­schiedliche Starter-Sets angeboten wie zum Beispiel ein Raumklima-Set, das aber über 300 Euro kostet. Zu den einzelnen Komponenten gehören Zwischen­stecker, Rauchmelder sowie Tür- und Fenster­kontakte. Bosch verwendet für sein System den Smart-Home-Standard ZigBee. Zudem ist die Plattform offen und daher mir diversen Komponenten kompatibel, die auch das ZigBee-Protokoll unterstützen - es ist also modular erweiterbar.

Philips Hue kann auch über den ZigBee-Standard kommunizieren und ist somit mit dem Bosch-System kompatibel. Die intelligenten Glühbirnen und Leuchten lassen sich über den Bosch-Controller mitsteuern. Schon für um die 50 Euro ist ein Set von Philips Hue zu haben. Es eignet sich besonders für Einsteiger, die ihre Beleuchtung auch vom Smartphone schnell und einfach regeln möchten.

Der Smart-Home-Controller von Bosch
Der Smart-Home-Controller von Bosch
Die Pakete von Belkin sind ab etwa 45 Euro erhältlich. Das WeMo-System lässt sich über eine Smartphone-App steuern. Allerdings ist die Anzahl der verfügbaren Komponenten noch überschaubar. So sind unter anderem Bewegungsmelder-Sets, schaltbare Steckdosen oder auch ein WLAN-Babyfon im Sortiment. Die Smart-Home-Produkte lassen sich über WLAN oder auch das Mobilfunknetz aus der Ferne regeln.

Ausgewählte Smart-Home-Anbieter

  Smart-Home-Standard Abonement Alexa kompatibel Google kompatibel Homekit kompatibel Preis
Telekom Magenta SmartHome übergreifend ja ja nein nein 4,95 mtl. zzgl. einmalig 139,99
AVM FRITZ!Box DECT ULE/WLAN nein nein nein nein k.A.
Medion Bluetooth nein ja nein nein ab 199,00
TP-Link übergreifend nein ja nein nein k.A.
Devolo Z-Wave / CSMA / CA nein nein nein nein ab 219,99
innogy (ehemals RWE) CoSip ab dem 24. Monat ja nein nein ab 99,95 (nach 24 Monaten 14,95/Jahr)
Belkin ZigBee/WLAN nein ja ja ja ab 44,99
Bosch ZigBee nein nein nein nein ab 229,95
D-Link Z-Wave / WLAN nein ja nein ja k.A.
Philips ZigBee nein ja nein ja ab 156,99
somfy io-homecontrol/EnOcean nein nein nein nein ab 279,00
E-Q3 HomeMatic BidCos nein ja nein nein ab 99,95
Stand: 28. September 2017, Preise in Euro

Smart-Home-Anbieter, die mehrere Standards unterstützen

Während einige Anbieter von Smart-Home-Produkten nur einen Standard unterstützen und damit weniger offen für anderen Komponenten sind, gibt es Lösungen, die viele Smart-Home-Protokolle wie Z-Wave, ZigBee und Co. unterstützen. Diese Systeme sind damit kunden­freundlicher und bieten dem Nutzer eine große Auswahl an Smart-Home-Produkten. weil der Nutzer nicht an bestimmte Modelle gebunden ist.

Derartige übergreifende Smart-Home-Systeme liefern die Telekom mit Qivicon oder TP-Link. Auch innogy bietet zumindest teilweise eine größere Kompatibilität. Die Telekom hat mit der HomeBase 2.0 oder dem Speedport Smart Smart-Home-Zentralen im Sortiment, die entweder schon ab Werk bestimmte Smart-Home-Standards unterstützen oder diese Unterstützung über einen zusätzlichen Funkstick erlangen. Dieser muss allerdings separat erworben werden. Generell handelt es sich bei dem Telekom-System nicht gerade um das kosten­günstigste. Zwar müssen für ein Einsteiger-System "nur" einmalig rund 140 Euro gezahlt werden, dafür ist aber die Smart-Home-App der Telekom nicht kostenlos. Monatlich fallen 4,95 Euro nur dafür an, dass die App im vollem Umfang nutzbar ist - ein teurer Spaß.

Telekom mit dem Smart-Home-System Qivicon
Telekom mit dem Smart-Home-System Qivicon
Bei innogy handelt es sich um einen Komplettanbieter, der sehr viele Smart-Home-Geräte im Sortiment hat. Unter anderem gehören auch Steuereinheiten für die Fußbodenheizung, Heizkörper­thermostate, Bewegungs­melder und Rauchmelder zu den Komponenten für das vernetzte Zuhause. Außerdem ist das System zu Amazon Echo, Philips Hue und mit einigen weiteren Smart-Home-Geräte kompatibel - allerdings deutlich eingeschränkter als mit dem Telekom- oder TP-Link-System. Wichtig zu wissen ist, dass die Startersets von innogy ab einmalig 100 Euro erhältlich sind. Nach einen Zeitraum von 24 Monaten muss der Kunde 14,95 Euro pro Jahr zahlen. innogy SmartHome war früher auch unter RWE SmartHome bekannt.

Auch TP-Link hat eine Schaltzentrale für das smarte Zuhause vorgestellt, die mehrere Smart-Home-Standards unterstützt und damit offen für die Vernetzung von Geräten diverser Hersteller ist. Eine Erweiterung per Funkstick soll ebenfalls möglich sein. Noch steht TP-Link mit dem System aber eher am Anfang. Im ersten Quartal 2018 will der Hersteller mit seinen Smart-Home-Produkten richtig durch­starten. Zudem umfasst das Sortiment von TP-Link smarte Router, Kameras, Steckdosen, LED-Glühbirnen und mehr, die sich über die kostenlose Kasa-App miteinander vernetzen lassen. Zudem werden Amazon Echo und Google Home unterstützt. Richtige Sets bietet TP-Link noch nicht an, allerdings sind die einzelnen Smart-Home-Komponenten recht erschwinglich und günstiger als von anderen Herstellern. Eine intelligente Steckdose ist beispiels­weise für 25 Euro erhältlich.

In der Vergangenheit haben wir mehrfach rund um die Entwicklungen, Funkstandards und Produkte im Smart-Home-Bereich berichtet. Daher stellen wir Ihnen zum Schluss eine kleine Auswahl an Artikeln zu diesem Thema zur Verfügung:

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