Auslandsreisen

Skyroam: Internationaler Roaming-Hotspot für unter 8 Euro täglich

Roaming-SIMs und Roaming-Hotspots sollen die Mobilfunknutzung außerhalb der EU preislich kontrollierbar machen. Einen interessanten Ansatz verfolgt Skyroam: Nach der Anschaffung des Hotspots zahlt der Nutzer weniger als 8 Euro pro Tag.
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Die Verpackung des Skyroam-Hotspots
Die Verpackung des Skyroam-Hotspots
Auch wenn Roaming-Kosten innerhalb der EU bald Geschichte sind: Private und geschäftliche Smartphone-Nutzer sind weltweit unterwegs und wollen möglichst in allen Ländern zu kalkulierbaren Kosten telefonieren und surfen, ohne immer eine SIM-Karte des jeweiligen Reiselandes erwerben zu müssen.

teltarif.de stellt seit vielen Jahren regelmäßig internationale Roaming-Lösungen vor, die entweder aus einer weltweit nutzbaren SIM-Karte oder einem Roaming-Hotspot bestehen. Skyroam ist ein derartiger Roaming-Hotspot, den es im Internet schon seit einiger Zeit zu kaufen gibt. Skyroam-Hotspots werden darüber hinaus sogar auf Flugreisen verkauft. Nun hat das Unternehmen allerdings auch ein europäisches Büro am Hackeschen Markt in Berlin eröffnet und war mit einem kleinen Stand auf dem Mobile World Congress in Barcelona vertreten. Der Skyroam-Hotspot soll nun auch vermehrt in Europa vertrieben werden - wir haben die Chance genutzt und uns zwei Hotspots zum Test geliehen.

Kauf oder Miete: Das kostet der Skyroam-Hotspot

Bevor wir nun allerdings den Skyroam-Hotspot in Deutschland und anderen Ländern testen, stellen wir das Produkt erst einmal vor und erläutern, was die weltweit nutzbare Roaming-Lösung kostet.

Erhältlich ist der mobile Hotspot unter skyroam.com. Wer regelmäßig ins außereuropäische Ausland reist, kann den Hotspot käuflich erwerben, und zwar für 100 US-Dollar (rund 95 Euro). Monatliche Kosten fallen keine an. Der Nutzer muss lediglich einen Tagespass für die Tage buchen, an denen der im Ausland surfen möchte. Käufer des Skyroam-Hotspots zahlen 8 US-Dollar (rund 7,60 Euro) für einen Tagespass, mit dem das Internet unlimitiert genutzt werden kann. Im Rahmen einer Aktion sind momentan bei einer Bestellung im Preis von 100 US-Dollar bereits drei Tagespässe enthalten. Bei der Bestellung kann auch gleich Guthaben auf das Kundenkonto geladen werden, und zwar für maximal 30 Tage zum Preis von 240 US-Dollar (etwa 228 Euro). Einen Rabatt gibt es gegenüber dem Einzelkauf der Tagespässe also nicht. Eine Tragetasche für den Hotspot kostet 15 US-Dollar extra (rund 14 Euro).

Wer Skyroam nur für einen einzigen Auslandsaufenthalt benötigt, kann den Hotspot für 9,95 US-Dollar pro Tag (rund 9,50 Euro) mieten. In diesem Preis sind der Tagespass zum Surfen sowie die Hardware-Miete eingeschlossen. Tagespass bedeutet bei Skyroam übrigens: Das Internet ist ab dem Zeitpunkt der Buchung des Tagespasses 24 Stunden lang nutzbar, unabhängig vom Kalendertag oder der Zeitzone, in der man sich aufhält. Per WLAN können sich maximal fünf Geräte mit dem Hotspot verbinden. Das WLAN-Modul unterstützt allerdings nur die 2,4-GHz-Frequenz, nicht aber das 5-GHz-Band.

In den Tiefen der Skyroam-Webseite haben wir dann allerdings doch noch eine kleine Einschränkung für das werbewirksame Wort "unlimitierte Nutzung" gefunden. Pro Tagespass kann der Nutzer 500 MB Highspeed-Volumen versurfen, danach wird auf 256 kBit/s gedrosselt. Eine sofortige Neubuchung des Pakets ist nicht möglich. Der Nutzer muss die 24 Stunden abwarten, bevor weitere 500 MB Highspeed-Volumen genutzt werden können. Skyroam weist darauf hin, dass der Dienst nicht dazu gedacht ist, Streaming-Services wie Netflix oder Video-Plattformen wie YouTube übermäßig zu nutzen. Nach Auskunft des VP Marketing am MWC-Messestand, Cory Jones, erreichen die meisten Kunden diese Grenze von 500 MB täglich jedoch nicht. Mit dem nächsten Datenpass steht wieder Highspeed-Geschwindigkeit zur Verfügung. Wurde der Hotspot länger als 12 Monate nicht genutzt, wird bei der Reaktivierung ein Datenpass als Reaktivierungsgebühr abgebucht, natürlich nur, sofern genügend Guthaben vorhanden ist. Das Guthaben kann laut Skyroam nicht in den Soll-Bereich sinken.

Der Hotspot baut ausschließlich eine mobile Internet-Verbindung auf, Telefonieren und der Messaging-Versand sind nur über IP-basierte Dienste möglich.

Der kleine Hotspot passt bequem in die Hosentasche
Der kleine Hotspot passt bequem in die Hosentasche

Technische Daten und Erreichbarkeit

Der in China hergestellte Skyroam-Hotspot unterstützt laut dem Typenschild im Inneren GSM auf den Frequenzen um 850/900/1800/1900 MHz sowie UMTS in den Bereichen um 2100/1900/1700/900/850 MHz. Es kann also maximal mit HSPA+ gesurft werden, LTE unterstützt der Hotspot nicht. Unter dem Deckel befindet sich ein zweiter Aufkleber, auf dem die SSID des Hotspots sowie das WLAN-Passwort aufgedruckt sind.

Unter dem Akku verfügt der Skyroam-Hotspot auch über einen Mini-SIM-Karten-Slot, dieser muss allerdings nicht verwendet werden, da der Skyroam-Hotspot laut Aussage einer Mitarbeiterin auf dem MWC-Messestand eine vSIM-Lösung, also eine virtuelle SIM-Karte, eingebaut hat, die sich automatisch mit allen Netzen der Roamingpartner verbindet. Der Akku hat eine Kapazität von 2900 mAh und ist wechselbar. Skyroam gibt auf der Verpackung an, dass er maximal 8 Stunden Betriebszeit ermöglichen soll

Skyroam spricht von "weltweiter" Nutzbarkeit, allerdings lohnt sich vor der Reise ein Blick auf die stilisierte Netzabdeckungskarte, auf der die unterstützten Länder verzeichnet sind. Dabei fällt auf, dass Roaming-Abkommen überwiegend mit den Staaten Nord- und Südamerikas sowie Europas bestehen. Auch die wichtigsten asiatischen und pazifischen Staaten sind vertreten.

Die größte Lücke klafft allerdings noch in Afrika und im Mittleren Osten. In Afrika funktioniert der Skyroam-Hotspot momentan nur in Ägypten, Kenia und Südafrika. Von den Staaten des Mittleren Ostens nennt Skyroam aktuell lediglich Israel, die Türkei und Katar.

Ankündigungen für die Zukunft

Neben einem Skyroam-Smartphone ist laut unseren Gesprächspartnern noch für dieses Jahr ein Nachfolgemodell des Hotspots geplant. Die zweite Version soll im Frühjahr erscheinen. Geplant seien auch Abonnement-Modelle, vor allem für die gewerbliche Nutzung. Diese sollen "sehr bald" vorgestellt werden.

Im folgenden Artikel zu Skyroam haben wir den mobilen Hotspot in Deutschland getestet. In einem weiteren Test werden wir den Skyroam-Hotspot auf eine Reise nach Südostasien in ein unterstütztes Land mitnehmen und dort ausprobieren.

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