Internet im Ausland

Skyroam vs. lokale SIM-Karte auf den Philippinen im Test

Der Skyroam-Hotspot mit seinen buchbaren Internetpässen bietet im Ausland eine Alternative zur lokalen SIM-Karte. Doch welche Lösung eignet sich besser, um auf Reisen im Internet surfen zu können? Auf den Philippinen haben wir den Test Skyroam vs. lokale SIM-Karte gemacht.
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Skyroam möchte Reisenden mit seinem Hotspot eine Alternative zum Roaming oder zu ausländischen SIM-Karten anbieten. Das kleine Gerät erfüllt dabei die Funktion eines mobilen Routers, der bis zu fünf Geräte mit dem Internet verbindet. Für den Zugang zum Netz benötigen Nutzer keine lokale SIM-Karte, denn im Hotspot ist eine vSIM (virtuelle SIM) eingebaut, die sich in die Skyroam-Partnernetzwerke in über 100 Ländern einwählt. Skyroam-Nutzer surfen somit immer im lokalen Netz ihres Reiselandes, ganz ohne Roaming.

Den Skyroam-Hotspot haben wir auf dem Mobile World Congress in Barcelona bereits vorgestellt. In einem ausführlichen Test in Deutschland haben wir uns Details zur Einrichtung des Gerätes sowie zur Buchung der einzelnen Tagespässe angesehen. Doch wie schlägt sich der Skyroam-Hotspot im außereuropäischen Ausland? In Zeiten, in denen zusätzliche Roaming-Kosten innerhalb der EU bald Geschichte sind, ist diese Frage ganz besonders interessant. Wir hatten die Möglichkeit, den Hotspot auf den Philippinen, genauer gesagt der Insel Cebu, zu testen. Das Land wird bei den Mobilfunkanbietern unter der Länderzone 3 gelistet - das Surfen im Netz sowie die Telefonie vor Ort mit einer deutschen SIM-Karte verursachen somit entsprechend hohe Roaming-Kosten.

Vor Ort: Lokale SIM-Karte und Netzabdeckung

Unsere Reise startete am Flughafen Mactan auf der Insel Cebu. Dort werden, wie an vielen Flughäfen, fast an jeder Ecke lokale SIM-Karten verkauft. Im konkreten Land haben Reisende die Wahl zischen einer SIM-Karte des Anbieters Globe Telecom oder des Anbieters Smart. Beide werben mit schneller LTE-Verbindung nahezu auf der gesamten Insel. Wir haben uns für eine Prepaid-Karte von Smart entschieden, da der Anbieter im Schnitt schnellere Datenraten möglich macht. Die SIM-Karte kam inklusive einer unlimitierten Datenflat für 15 Tage und kostete 600 philippinische Pesos, umgerechnet etwa 11 Euro. Laut Aussage der Verkäuferin bedeutet unlimitiert, dass pro Tag ein Datenvolumen von 800 MB bereit steht.

Auf den Philippinen wird hauptsächlich über folgende Bänder gefunkt: Band 1, 3 und 5 (UMTS 850, 900, 2100 / LTE 850, 1800, 2100). Abgesehen von Band 5 stehen somit auch die in Europa genutzten Frequenzen zur Verfügung. Das eigene Smartphone kann also problemlos genutzt werden. Zur Not helfen die Verkäufer der SIM-Karten bei der Einrichtung. Insgesamt dauerte der Prozess vom Kauf bis zum fertig ins Netzwerk eingewählten Handy keine drei Minuten.

Rund um die Hauptstadt Cebu City (grün markiert) ist das LTE-Netz von Smart gut ausgebaut. Im Schnitt erreichten wir Geschwindigkeiten von 15 bis 20 MBit/s im Downstream und von etwa 4 bis 5 MBit/s im Upstream. Außerhalb der Stadt sieht das aber anders aus. Auf dem Weg nach Malapascua (lila markiert), einer kleinen Insel oberhalb von Cebu, schwankte die Verbindung zwischen LTE und HSPA+. Auf Malapascua angekommen konnten wir uns nur noch über UMTS/HSPA+ mit im Schnitt 2 MBit/s ins Netz einwählen. Aufgrund der abgelegenen Lage der kleinen Insel kam es häufig auch zu Verbindungsabbrüchen.

Ähnlich sah es in Moalboal (blau markiert) aus, das auf der westlichen Seite von Cebu gelegen ist. Auch hier brach die Verbindung zum Internet oft ab. Häufig standen uns aufgrund des langsamen Netzes nur Geschwindigkeiten von 1 MBit/s im Up- und Downstream zur Verfügung. Das Verschicken von Bildern über WhatsApp war somit häufig nicht möglich.

Karte von Cebu mit unseren Reisezielen
Karte von Cebu mit unseren Reisezielen

Mit Skyroam auf den Philippinen

Skyroam kooperiert auf Cebu mit dem Mobilfunkanbieter Smart. Über den Hotspot waren wir somit im selben Netz unterwegs wie mit unserer lokalen SIM-Karte. Allerdings unterstützt das Gerät kein LTE - wir mussten uns somit mit maximal HSPA+ begnügen. Dementsprechend waren wir Netzschwankungen und Abbrüchen noch stärker ausgesetzt als mit der lokalen SIM.

Der Anbieter wirbt mit einem unlimitierten Tagespass, wobei unlimitiert bei Skyroam 500 MB mit Highspeed-Geschwindigkeit pro Tag bedeutet, danach wird auf 256 kBit/s gedrosselt. Auch hier ist Skyroam somit etwas schlechter gestellt als unser gewählter Smart-Tarif. Drei Tagespässe sind wie eingangs erwähnt bei Skyroam inkludiert. Für deren Nutzung mussten wir kein Konto anlegen, die Aktivierung eines Passes über den Hotspot genügte. Mit dem Start eines Tagespasses ist dieser für 24 Stunden aktiv. Über den Skyroam-Hotspot konnten wir jederzeit die noch verbleibende Zeit nachsehen.

Sobald sich der Hotspot ins Internet einwählt, erscheint auf dem Display die Anzeige Skyroam Service Philippines sowie ein Hinweis zur Verbindung, in unserem Fall HSPA+. Bis zu fünf Geräte können über den Hotspot mit dem Internet verbunden werden - ein Vorteil gegenüber dem Tethering mit dem Smartphone. Je mehr Geräte mit dem Hotspot verbunden sind, desto mehr wurde jedoch der Akku des Skyroam-Hotspots beansprucht. Bei drei verbundenen Geräten war bereits nach gut drei Stunden der Strom aus - ein schlechter Wert für einen mobilen Hotspot, der oft dort verwendet wird, wo auf die Schnelle kein Strom zur Verfügung steht.

Skyroam-Hotspot auf den Philippinen im Test
Skyroam-Hotspot auf den Philippinen im Test
Sind die drei Tagespässe aufgebraucht, müssen Nutzer nach der Einrichtung eines Nutzerkontos (siehe Skyroam-Test) neue Pässe buchen. Die Kosten für diese sind mit 8 US-Dollar pro Tagespass (ca. 7,35 Euro) über die Skyroam-Webseite recht hoch. Buchen Nutzer direkt über ihren Account, was bei den meisten Urlaubern der Fall sein dürfte, zahlen sie mit 10 US-Dollar pro Einzelpass (etwa 9,20 Euro) sogar noch mehr. Zudem ist eine Kreditkarte Voraussetzung.

Skyroam vs. lokale SIM-Karte: Ein Fazit

Im außereuropäischen Ausland bietet der Skyroam-Hotspot gegenüber einer lokalen SIM-Karte einige Vorteile, muss allerdings auch in vielen Punkten zurückstecken. Nutzt ein Reisender das Gerät zum ersten Mal, profitiert er von den inkludierten Tagespässen. Drei Tage kann er somit kostenfrei im Internet surfen. Der Kauf einer lokalen SIM-Karte und die - je nach Reiseziel mitunter bestehende - Sprachbarriere bei der Einrichtung entfällt. Man muss sich weder über die lokalen Tarife informieren, noch darauf achten, ob das deutsche Smartphone die im Reiseland genutzten Mobilfunk-Frequenzen unterstützt.

Dank Hotspot-Funktion lassen sich mehrere Endgeräte mit dem Internet verbinden. Für einen verlässlichen Betrieb ist der 2900-mAh-Akku allerdings zu schwach. Wer sich unterwegs abseits einer Stromverbindung aufhält, kann es sich nicht leisten, wenn der Hotspot nach nur drei Stunden seinen Dienst versagt. Und noch ein Punkt macht sich negativ bemerkbar: Durch die fehlende LTE-Unterstützung erreichen Nutzer nicht die Maximal-Geschwindigkeiten, die in vielen Teilen von Cebu eigentlich möglich wären. Und die UMTS-Netze sind zum Teil stark frequentiert, was den Datendurchsatz zusätzlich verlangsamt.

Schließlich sind es die Kosten, die den größten Unterschied ausmachen. Abseits der drei Tagespässe müssen Reisende jeden weiteren Surftag mit mindestens 7,35 Euro bezahlen. Bei einem zweiwöchigen Urlaub laufen somit schnell hohe Kosten auf. Im Vergleich dazu haben wir für die lokale SIM-Karte gerade einmal 11 Euro bezahlt und bekamen dafür über 15 Tage sogar mehr Datenvolumen pro Tag. Denn der unlimitierte Internet-Zugang heißt bei Skyroam 500 MB Highspeed-Daten pro 24 Stunden, während bei Smart laut der Verkäuferin 800 MB Daten pro Tag inkludiert sind. Bereits bei zwei zusätzlichen Surftagen nach der Kostenfrei-Phase lohnt sich somit der Kauf einer lokalen SIM-Karte.

Der Skyroam-Hotspot eignet sich daher vor allem für Menschen, die häufig für kurze Aufenthalte in unterschiedlichen Ländern unterwegs sind und dafür nicht jedes Mal eine neue SIM-Karte kaufen wollen. Ist der Aufenthalt länger, rechnet sich Skyroam aufgrund der teuren Tagespässe nicht mehr.

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