Ausprobiert

Test: Skype im Browser als Videotelefonie-Alternative?

Nicht immer finden Nutzer einen Rechner mit installierter Skype-App vor. Um dennoch mit den Kontakten in Verbindung zu bleiben, gibt es eine 6 MB große Browser-Alternative. Wir verraten Ihnen in unserem Test, wie gut das Telefonieren damit funktioniert.
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SkypeMit dem sechs MB großen "Skype Web-Plugin" laufen Video-Anrufe direkt im Browser­fenster. (Das Video-Bild wurde zu Anonymisierungszwecken Foto-montiert) Durch die milliardenschwere Skype-Übernahme von Microsoft wurden nicht nur die Premiumdienste ausgebaut, sondern auch die Integration des Peer-to-Peer­Telefoniediensts in anderen Services vorangetrieben. Dadurch können Nutzer seit einiger Zeit direkt aus der OneDrive- und Outlook-­Online­-Umgebung mit ihren Skype-Kontakten chatten und telefonieren.

6-MB-Download erforderlich

Um Skype auch ohne eine Anwendung nutzen zu können, melden Sie sich zunächst mit Ihrem Microsoft-­Konto bei OneDrive oder Outlook an und klicken auf den Sprechblase-­Button am oberen Bildschirmrand. Daraufhin erscheint auf der rechten Seite eine neue Kontakt-Spalte, in der alle Freunde aufgelistet sind – sofern Ihr Skype-­Profil mit dem Microsoft-­Konto verknüpft ist. Möchte der Nutzer mit der Video­telefonie beginnen, klickt er auf den Video-Button oberhalb des gewünschten Gesprächspartners und lädt sich das sechs MB große "Skype-Web­-Plugin" herunter. Nach der einmaligen Installation wird die Browser-­Erweiterung automatisch aktiviert und der erste Anruf kann beginnen.

Lokal geht's schneller

Im Unterschied zum Desktop-­Vorbild vergehen nach dem "Anruf"­-Befehl einige Sekunden, bis der eigentliche Anruf überhaupt initialisiert wird. Daraufhin poppt ein neues Fenster im gewohnten Skype-Layout auf, das neben dem Profilbild des Anrufers die üblichen Steuerungs­elemente wie Kamera, Mikrofon, Chat und Auflegen enthält. Zusätzlich kann das Bild durch einen Klick auf das Maximieren­-Symbol vergrößert werden. Jedoch füllt der "Vollbild-Modus" nicht wie üblich den gesamten Bildschirm, sondern nur etwa zwei Drittel der Desktop-Fläche aus. Ein klares Manko, das vor allem bei längeren Video-­Sessions negativ ins Gewicht fällt.

Skypen läuft auch im Chrome-Browser

SkypeBis der eigentliche Anruf startet, vergehen bei der Web-Variante einige Sekunden. In der von uns getesteten Konfiguration, mit einer Microsoft-LifeCam-Cinema-Webcam und einem USB-Mikrofon von Logitech, konnten wir uns ohne Artefakte oder Sound-Ruckler mit unserer Bekannten unterhalten. Allerdings nutzen wir für unseren Test-Anruf auch eine Breitband-Anbindung mit 50 MBit/s. Unsere Gesprächspartnerin verwendete die Standard-­Desktop­Anwendung, um uns Neues aus ihrem Leben zu berichten. Nach diesem Erfolgserlebnis testen wir mit dem gleiche Hardware-­Setup mit der Chrome-­Browser-­Version 41.0. Auch hier, abseits des Internet Explorers, machte "Skype-Web" eine gute Figur. Sollte die Internet-Verbindung während eines Anrufs in die Knie gehen, startet das Browser-Plugin automatisch einen Verbindungsversuch und hält die Teilnehmer - sofern möglich - in der Leitung.

Auch eingehende Anrufe werden, wie aus der großen Desktop-­Version gewohnt, optisch und auch akustisch durch den einprägsamen Skype-­Jingle angekündigt. Da sich die Microsoft-Dienste allerdings in nahezu allen Standard­Browserkonfigurationen nach einer gewissen Zeit automatisch abmelden, eignet sich die Skype-Web­-Version eher weniger für das Dauer-­Erreichbar­-Sein. Um eine übersichtlichere Darstellung seiner Kontakte zu erhalten, kann das Adressbuch mit einem Klick auf einen beliebigen Avatar geöffnet werden. Der grüne Balken am linken Rand des Profilbilds verrät Ihnen, dass die Person ebenfalls online und gesprächsbereit ist.

Fazit: Skype im Browser funktionierte in unserem Test zuverlässig. Wer den VoIP­Service allerdings regelmäßig verwendet, wird mit der performanteren Software-Variante aktuell noch besser bedient.

Ausblick auf Skype for Web (beta)

Während sich dieser Ausprobiert-Artikel auf die frei zugängliche 2015er-Version des Browser-Plugins beschränkt, testet das Entwicklerteam seit Ende letzten Jahres mit einer ausgewählten Personengruppe die Skype for Web Beta.

Dabei handelt es sich um eine eigenständige Web-Plattform, welche unabhängig von den Microsoft-Diensten Outlook und OneDrive funktionieren soll. Den vereinzelten Screenshots in diesem Blogbeitrag lässt sich entnehmen, dass sich die Entwickler mit wenigen Ausnahmen an dem Funktionsumfang der von uns getesteten Version orientieren. Allerdings scheint sich die Web-App eher dem Design der Skype-Desktop-Anwendung annähern zu wollen. Wie es sich für eine Beta-Version gehört, leidet diese an den üblichen Kinderkrankheiten. So soll "Skype for Web" laut einem Bugtracker-Eintrag von Ende 2014 den Akku der Test-Macs übermäßig stark beansprucht haben. Zudem konnten wir den FAQ entnehmen, dass die aktuelle Version auf Windows (Internet Explorer 10 und höher, Chrome und Firefox in der aktuellen Version) und Mac OS mit Safari 6 und höher läuft.

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