Ausprobiert

Skype im Web: So gut ist das Browser-Skype

Schnell, einfach und komfortabel: Gelingt es der neuen Browservariante, diese drei Anforderungen zu erfüllen? Wir haben die Beta von Skype im Web getestet.
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Die Erwartungen an Skype im Web waren groß, schließlich läuft der Dienst bereits seit einigen Monaten für ausgewählte Skype-Nutzer im Beta-Testbetrieb. Daher stellte ich mir im Vorfeld die Frage: Kann ich in Zukunft auf eine lokale Installation des VoIP-Dienst verzichten? Pustekuchen. Warum ich zu dieser Meinung komme, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Skype im WebIm Beta-Stadium: Skype im Web Nach der ersten Anmeldung über die web.skype.com-Seite mit dem herkömm­lichen Microsoft-Login fordert einen der Dienst zur Installation einer Browser-Erweiterung auf. Diese ermöglicht Gespräche per Audio und Video. Das Chatten ist jedoch auch ohne zusätzliches Plugin möglich.

Ist die einmalige Einrichtung abge­schlossen, erscheinen auf der linken Seite die letzten Konversationen mit den Gesprächs­partnern. Über den "Plus"-Button können neue Chats mit Kontakten aus der Skype-Freundes­liste gestartet werden. Bei einem Adressbuch mit 50+-Einträgen ist es dabei nahezu unmöglich, schnell den gewünschten Kontakt zu finden und dessen Online-Status zu checken. Zwar lässt sich das Problem durch die Suchmaske etwas abmildern, Übersicht­lichkeit geht jedoch anders.

Emoticons: Ja, Bilderversand: Nein

Wirklich sicher? Kontakte entfernen geht auch via Skype im WebWirklich sicher? Kontakte entfernen geht auch via Skype im Web Wie auch bei der lokalen Installation steht dem Nutzer neben der Text­eingabe eine Auswahl an Emoticons zur Verfügung. Um einen Anruf zu starten, reicht ein Klick auf das Telefonhörer- oder Kamera-Icon. Daraufhin öffnet sich ein neues Fenster. Nutzer, welche die System-Firewall aktiviert haben, müssen dabei das Skype-Web-Plugin als Ausnahme zulassen. Dazu ist allerdings unter Umständen die Eingabe des Admin-Passworts erforderlich. In unseren Test­gesprächen konnte uns die Sprach­qualität der Web-App überzeugen. Sowohl Ton- als auch Video­signal wurden klar und deutlich übertragen. Ein klares Manko für einen Messenger: Per Skype im Web lassen sich keine Bilder und sonstige Dateien versenden. Glücklicher­weise können immerhin Bilder von dem Gesprächs­partner empfangen werden. Diese werden dann mit einem kleinen Vorschau­bild angezeigt und können für die Vollansicht in einem separaten Browser­tab geöffnet werden.

Online-Status ändern und Kontakte löschen

Bilder lassen sich mit Skype im Web nicht versendenVersandscheu: Bilder lassen sich mit Skype im Web nicht versenden Um die Bereitschaft zum Chatten zu signalisieren, kann der Nutzer zwischen den Status-Modi "Verfügbar" und "Nicht verfügbar" wählen. Anders als von Microsoft in den häufig gestellten Fragen beschrieben, ist es auch in der Web-Variante möglich, Kontakte aus dem Skype-Adressbuch zu löschen. Dazu klickt der Anwender mit der rechten Maustaste auf den jeweiligen Nutzernamen und wählt die Option "Kontakt löschen" aus. Bestätigt der Nutzer die erneute Sicher­heits-Abfrage, ist der Kontakt nicht mehr in der Liste verfügbar.

Als weiteres Komfort-Feature ist auch das Hinzufügen neuer Kontakte möglich. Dazu gibt der Nutzer in dem Feld "In Skype suchen" den Namen der gewünschten Person ein. Im Anschluss kann dieser mit einem Klick eine Kontaktanfrage geschickt werden.

Status Quo: Einige Komfort-Features fehlen

Eine Optionen zur Einrichtung der Audio- und Video-Geräte steht derzeit allerdings nicht zur Verfügung. So lässt sich nicht einstellen, von welchem Mikrofon der Ton und von welcher Webcam Skype das Video­signal abgreifen soll. Weiterhin fehlt die Möglichkeit, per Web-Interface Telefonate mit Handy- oder Festnetz­nummern zu führen.

Fazit: Echte Alternative zur Desktop-Anwendung?

In den beiden Kern­disziplinen kann Skype im Web durchaus überzeugen: Chatten und Telefonieren. Ein tadelloser Empfang ist bereits nach wenigen Sekunden möglich. Jedoch funktioniert das Versenden von Bildern und Dateien, welches mir persönlich sehr wichtig ist, derzeit nicht. Ein klarer Minuspunkt. Weiterhin können keine Telefonate ins Fest- und Mobilfunk­netz geführt werden. Zum gegenwärtigen Zeit­punkt profitieren daher also eher Nutzer auf Reisen, die keine Möglichkeit zur lokalen Skype-Installation auf dem Rechner vor Ort haben und denen die Standard-Funktionen von Skype im Web ausreichen. Allerdings werden hier vermutlich die Windows Firewall oder die Browser-Konfiguration vielen Urlaubern einen Strich durch die Rechnung machen. Typisch Beta.

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