Umstellung

Skype statt Lync: Nur noch eine Telefonie-Anwendung statt zwei

Mit Lync hat Microsoft über mehrere Jahre versucht, eine professionelle Plattform für Web-Konferenzen und Business-Telefonate zu etablieren. Nun wird Lync mit Skype zusammengeführt, das ohnehin schon viele Business-Anwender schätzten.
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Einer der großen Platzhirsche bei den Plattformen für Web-Konferenzen, Messaging und Internet-Telefonie im Business-Bereich ist Cisco. Microsoft hat mit Lync einige Jahre lang versucht, eine Konkurrenzplattform aufzubauen - nun streicht Microsoft diesbezüglich die Segel. Denn den größten Konkurrenten hat Microsoft mit Skype mittlerweile im eigenen Haus.

Lync war eine proprietäre Plattform von Microsoft und ein Bestandteil von Office, über den Geschäftskunden telefonieren, chatten und an Web-Konferenzen teilnehmen konnten. Lync war von allen wichtigen Betriebssystemen per Client-Software sowie webbasiert erreichbar. Das Problem dabei: Viele Geschäftskunden nutzten bereits seit vielen Jahren Skype, hatten darüber private und geschäftliche Kontakte gepflegt und ein zum Teil recht umfangreiches Kontaktnetzwerk aufgebaut. Das hatte Microsoft schon vor einiger Zeit erkannt - jetzt wird Lync in "Skype for Business" umgewandelt.

Jetzige Vorstufe: Lync-Skype-Konnektivität

Skype for Business ersetzt Microsoft LyncSkype for Business ersetzt Microsoft Lync Microsoft hatte schon vor einiger Zeit damit begonnen, Lync und Skype miteinander zu verbinden. Über die "Lync-Skype-Konnektivität" können Lync-Nutzer beispielsweise Skype-Kontakte direkt importieren, dies funktioniert auch umgekehrt. Auch der Onlineverfügbarkeitsstatus, wie zum Beispiel verfügbar, offline, beschäftigt oder abwesend, wird sowohl für Skype- als auch für Lync-Kontakte in der Kontaktliste angezeigt, und das auch innerhalb von Office-Anwendungen wie Outlook, Word, oder Excel.

Auch der Anruf von Skype-Kontakten aus Lync heraus und umgekehrt ist bereits jetzt möglich, dies betrifft auch Chats. Damit Lync-Benutzer Verbindungen mit Skype-Nutzern herstellen können, muss der Lync-Administrator zuerst die Lync-Skype-Konnektivität aktivieren. Nutzer eines alten Skype-Kontos müssen ihren Account mit einem Microsoft-Account zusammenführen, damit die Konnektivität mit Lync klappt.

Skype muss für Business-Nutzer sicherer werden

Diese Lösung ist natürlich etwas umständlich und passt nicht zu aktuellen Kampagnenmotto "reinventing productivity", mit dem Microsoft momentan auf sich aufmerksam machen will. Darum wird das, was Nutzer an Lync geschätzt haben, in "Skype for Business" integriert. In der ersten Jahreshälfte 2015 soll die Umstellung stattfinden.

Sicherheitstechnisch hat Skype nicht unbedingt den besten Ruf, deswegen schreibt Microsoft dazu: "Skype for Business erweitert nun die bisherigen Funktionen analog zu Lync um wichtige Sicherheits- und Compliance-Features, sowie um die sichere Einbindung in Unternehmensnetze."

Eine neue Benutzeroberfläche soll die bekannten Skype-Icons für Telefon- und Videoanrufe auch in der Business-App zur Verfügung stellen. Jedes beliebige Gerät soll sich in die private oder geschäftliche Kommunikation einbinden lassen. Zum Start wird der bisherige Lync Server zu Skype for Business und erhält einen neuen Client, ein neues Server Release und Updates für die Office 365. Außerdem soll die Benutzerführung intuitiver werden: Die Weitergabe eines Telefonats an einen anderen Kollegen soll nicht mehr wie bisher drei Klicks, sondern nur noch einen benötigen. Neue Hardware-Anschaffungen sollen nicht notwendig sein.

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