Skyfire Browser

Der neue Skyfire-Browser für iPhone, iPod, iPad und Android

Skyfire bringt Flash-Videos aufs iPhone
Von Christian Immler

Skyfire für Android Skyfire für Android
Screenshot: teltarif.de
Zwischen Apple und Adobe herrscht seit Jahren ein ewiger Streit. Das einzige, was bisher dabei herausgekommen ist: iPhone-Nutzer können keine Flash-Videos betrachten.

Damit hängt das iPhone, bei dessen Entwicklung so viel Wert auf Multimedia gelegt wurde, deutlich hinter der Android-Konkurrenz hinterher. Android hat die Flash-Unterstützung seit Version 2.2 Froyo fest ins Betriebssystem integriert - auf älteren Versionen lassen sich Flash-Videos per App abspielen.

Skyfire für Android Skyfire für Android
Screenshot: teltarif.de
Der Web-Browser Skyfire löst mit einem eleganten Trick das Flash-Problem auf dem iPhone und iPad. Besucht man mit Skyfire eine Webseite mit Flash-Inhalten, wird die Seite selbst im Browser dargestellt - ein Server bei Skyfire konvertiert die Flash-Videos in ein von Apple zugelassenes HTML5-Format. Der Web-Browser auf dem iPhone bettet diese komprimierten Videos dann wieder in die Webseite ein, so dass der Benutzer gegenüber einem wirklich Flash-tauglichen Handy keinen Unterschied mehr sieht. Die aus dem iPhone-eigenen Safari-Browser bekannten blauen Lego-Steine fallen weg. Durch Verwendung von Cloud-Servern in Europa soll Skyfire in nächster Zeit zusätzliche Geschwindigkeitsgewinne erreichen. Zurzeit dauert es je nach Größe des Videos bis zu 20 Sekunden, bis dieses im Browser zu sehen ist.

Video-Komprimierung spart Datenvolumen

Skyfire hat noch einen weiteren Vorteil: Das System komprimiert Video-Daten um bis zu 75 Prozent, was zur Reduzierung von Pufferzeiten und Verlängerung der Akkulaufzeit führt und auch Netzwerküberlastungen, die in Ballungsgebieten immer wieder auftreten, verringert. Bei volumenabhängigen Datentarifen kann die Komprimierung auch deutliche Einsparungen bedeuten. Auch das Freivolumen einer Flatrate wird durch die Datenkompression nicht so schnell erreicht. Selbstverständlich funktioniert die Technik auch im WLAN und nicht nur im Mobilfunknetz.

Die neueste Skyfire-Version 3.2.0 erscheint nicht nur mit deutscher Benutzeroberfläche, sondern wird auch für die Surfgewohnheiten deutscher Nutzer optimiert. Neben YouTube unterstützt Skyfire auch einige deutsche Video-Portale, wie unter anderem: prosieben.de, voxnow.de, rtl-now.rtl.de und sat1.de. Im amerikanischen Sprachraum werden bereits 200 000 Videoportale unterstützt. Ob die persönliche Lieblingsseite dabei ist, können Nutzer leicht auf der Skyfire-Testseite [Link entfernt] überprüfen.

Die neue Skybar

Neben der bislang einmaligen Videodarstellung bietet der neue Skyfire auf iPhone, iPod und iPad auch noch weitere interessante Merkmale, die sich in der sogenannten Skybar und weiteren Symbolleisten an den Bildschirmrändern verbergen. Diese können automatisch verschwinden, damit der ganze iPhone-Bildschirm zum Browsen zur Verfügung steht.

Die meisten Nutzer gehen auf diese Seiten, um das größte dort angezeigte Video zu betrachten und wollen den Rest der Seite, Logos, Links, Werbung gar nicht erst sehen. Der Video-Button in der Skybar bietet direkten Zugriff im Großformat auf ein Video der Webseite, ohne auf den kompletten Seitenaufbau warten zu müssen.

Die Facebook- und Twitter-QuickViews ermöglichen Benutzern durch einfaches Antippen Zugriff auf Newsfeed, Profil, Freunde, Nachrichten, Veranstaltungen, Orte und Tweets. Der eigene Status und auch der Aufenthaltsort, der anhand der GPS-Koordinaten ermittelt wird, können direkt auf Facebook und Twitter veröffentlicht werden, ohne dass zusätzliche Apps notwendig sind. Auch Links oder Bilder aus dem Internet können mit einem Klick auf Facebook und Twitter veröffentlicht werden, wie auch auf weiteren Clouddiensten: Delicious, Google Reader, Read it Later, Instapaper und Pinboard. Der eingebettete Google Reader hält den Benutzer mit seinen persönlichen Lieblings-RSS-Feeds ständig auf dem Laufenden.

Komplette Webseiten statt eingeschränkter mobiler Versionen

Startseite Skyfire 4.0 für Android Startseite Skyfire 4.0 für Android
Screenshot: Skyfire
Ein weiterer Vorteil des Skyfire-Browsers ist die Möglichkeit, den User-Agent umzuschalten. Damit kann Skyfire einem Webserver wahlweise ein iPhone oder einen Desktop-PC vorgaukeln und damit die Browser-Erkennung des Servers überlisten. Der Standard Safari-Browser von iOS wird von vielen Servern als Smartphone erkannt. Diese übertragen dann die für kleine Bildschirme optimierte mobile Version einer Webseite, auf denen oft wichtige Funktionen fehlen. Wird dagegen der User-Agent eines PC-Browsers verwendet, übermittelt der Webserver die "normale" Version einer Webseite an das iPhone. Besonders nützlich ist diese Funktion auf dem iPad, da auch dessen großer Bildschirm von vielen Webservern als Smartphone erkannt wird, obwohl die "vollständige" Version der jeweiligen Webseite problemlos darstellbar wäre.

Skyfire ist für die Darstellung von Flash-Videos spezialisiert, Flash-Spiele und andere interaktive Flash-Inhalte werden dagegen nicht dargestellt.

Skyfire für iOS und Android

Kurz vor der Veröffentlichung von Skyfire 3.2.0 für iOS erschien bereits die Version 4.0 für Android. Hier wurde vor allem die Hardwarebeschleunigung für aktuelle Geräte wie das Tablet Motorola Xoom verbessert und die Skybar lässt sich jetzt frei anpassen. Die Videooptimierung im Browser ist seit Version 4.0 bei Android in ein kostenpflichtiges Plugin ausgelagert, während der Browser an sich weiterhin kostenlos bleibt. Android-Nutzer, die nicht unbedingt die neuesten Funktionen wollen, können auf das Update verzichten und wie gehabt Videos im kostenlosen Browser ansehen. Für das iPhone gibt es keinen kostenlosen Skyfire-Browser. Skyfire für iOS kostet im App Store 2,39 Euro und war damit im Dezember 2010 die umsatzstärkste App im US Appstore.

Skyfire lohnt sich für alle, die auf dem iPhone oder iPad Flash-Videos betrachten wollen, aber auch die Social-Media-Funktionen und die sehr nützliche Umschaltung des User Agents machen den Browser zu einer interessanten Alternative zu Safari.

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