Ausprobiert

Sky X im Test: Einfacher, günstiger, attraktiver

Der Nachfolger von Sky Ticket soll zwar auch nach Deutschland kommen, derzeit gibt es Sky X aber nur in Österreich. Wir haben das Angebot trotzdem schon mal ausprobiert.
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Der Videomarkt ist heiß umkämpft mehr als 20 Anbieter tummeln sich alleine im Streaming-Markt. Hinzu kommen die IPTV-Angebote der Netzbetreiber wie MagentaTV, GigatTV oder 1&1 Digital TV.

Wer in diesem Markt bestehen will, muss sein Angebot ständig anpassen. Das gilt auch für die Branchengröße Sky, die insbesondere für ihr Angebot Sky Ticket bisweilen herbe Kritik einstecken musste. Das flexible Sky-Abo gilt als unzuverlässig und teuer, die Zusammenstellung der Bouquets als schlecht gewählt.

Sky X soll das jetzt alles anders machen. Der erste Pluspunkt: Sky X ist einfach. Für den Dienst, den es vorerst nur in Österreich gibt, werden nur noch drei Pakete angeboten: Alle Filme und Serien für 19,99 Euro, alle Sport-Übertragungen für 24,99 Euro oder ein Gesamtpaket mit beidem zusammen für 34,99 Euro. Damit ist Sky X auch deutlich günstiger als die bisherigen Sky-Angebote. Was der zweite Pluspunkt wäre.

Sky X soll mittelfristig Sky Ticket ersetzen, auch in Deutschland.
Sky X soll mittelfristig Sky Ticket ersetzen, auch in Deutschland.

Oft nur SD-Auflösung

Im Fiction & Live-TV-Paket stecken Filme und Serien auf Abruf, diverse Sky-Chanels plus eine Auswahl von Free-TV-Kanälen. Wer als Österreicher jetzt glaubt, seinem Kabelnetzbetreiber leise Servus sagen zu können, wird bitter enttäuscht werden. Die Austro-Sender ATV und Puls 4 fehlen ganz, wie etwa auch 3Sat. Die großen deutschen Privatsender wie Sat1, RTL oder ProSieben sind zwar mit dabei, aber nur in SD. Auch die Sky-eigenen Channels werden nicht durchgängig in HD übertragen und wenn, dann nur in 720p. Leider gilt das auch für die Cinema-Kanäle. Dafür lässt sich beim Ton zwischen der synchronisierten und der Original-Fassung wählen. Fans freut das. Untertitel gibt es aber auch nicht durchgängig.

Für jeden Geschmack etwas

Pluspunkt drei: Die Auswahl ist gut. Etwa 190 Serien stehen auf Abruf bereit, darunter Eigenproduktionen wie „Das Boot“, Kracher wie „The Walking Dead“ oder „Westworld“, aber auch leicht angestaubtes wie „Derrick“. Und weil auch Sky Atlantic mit im Paket ist, können Fans auch gleich die letzte Staffel von „Game of Thrones“ schauen. Insgesamt fehlen aber auch eine ganze Reihe gerade angesagter Serien, die man sich dann bei der Konkurrenz anschauen muss, wie etwa „Star Trek Discovery“ oder „Siren“. Bei den Filmen mischt sich ebenfalls gut Abgehangenes mit relativ neuer Kino-Ware wie „Oceans 8“, „Deathpool 2“ oder „Solo“, der Hommage an den sympathischen Gauner aus Star Wars.

Fußball ist nicht mehr unbedingt der König

Auch im Sportpaket steckt einiges an Vereinfachung. Es punktet vor allem mit Live-Übertragungen aus der deutschen und österreichischen Bundesliga und der UEFA-League und beinhaltet alle Sportkanäle von Sky. Fast immer, wenn deutschsprachige Teams um den Ball rennen, wird übertragen. Selbstverständlich kommen auch Formel-1-Fans auf ihre Kosten.

Gut für die Kunden: Es wird nicht mehr zwischen den Sportarten unterschieden. Radfahren steht neben Fußball, Fußball neben Volleyball oder Curling.

Ansonsten ist das Angebot relativ ähnlich wie beim Fiction-Paket. Die ausgewählten Programme aus dem Free-TV-Programm sind identisch, wie auch viele der Sky-Channels.

Für alle Plattformen verfügbar

Egal ob Tablet Handy, PC oder TV Gerät: Sky X ist für fast alle Plattformen verfügbar. Für Handy und Smartphone gibt es eine spezielle App, auch wer am PC zuschauen möchte, braucht ein spezielles Programm hierfür. Über den Browser funktioniert es leider nicht.

Die Inhalte lassen sich auch nicht einfach per Chromecast auf den Fernseher schicken. Wer es doch versucht, bekommt allenfalls den Ton abgespielt. Auch die Installation der App auf dem FireTV-Stick schlägt fehl - sie startet einfach nicht.

Um Sky X auf dem Fernseher zu schauen, braucht man deshalb einen neueren Smart-Fernseher (ab 2015) von Samsung oder LG, eine Playstation oder eine Settop-Box (die in England bereits verkaufte Sky Q Mini), die je nach Paket ab rund 20 Euro käuflich zu erwerben ist.

Bis zu vier Geräte können auf einem Account angemeldet werden, zwei dürfen ihn zur gleichen Zeit nutzen. Jeden Monat kann ein Gerät ausgetauscht werden.

Das Menü der Windows-App ist sehr übersichtlich.
Das Menü der Windows-App ist sehr übersichtlich.

Übersichtliche Bedienung

Im täglichen Gebrauch zeigt sich Sky durchaus benutzerfreundlich. Die Menüs sind klar strukturiert, der Programm-Guide zeigt übersichtlich, was gerade läuft. Ein bisschen unschön: Die Software scheint die Daten vor dem Start eines Filmes nicht lange genug zu puffern. Das Bild sieht dann ein paar Sekunden lang verwaschen aus.

Wer unterwegs ist, braucht übrigens auf seine Filme und Serien nicht zu verzichten. Die allermeisten davon lassen sich herunterladen und offline abspielen. Sie sind dann nach dem ersten Start noch zwei Tage verfügbar.

Deutschland-Start noch nicht fixiert

In Österreich wird Sky zum Start von „Game of Thrones“ eine große Werbekampagne starten. Schon beschlossene Sache: In der Alpenrepublik wird Sky X Sky Ticket ablösen, für das es schon bald nicht mehr möglich sein wird, sich neu anzumelden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sky für Deutschland ähnliche Pläne hat. Ob und wann der Pay-TV-Sender sie umsetzen wird, ist aber noch offen.

Fazit

Sky X ist das bessere Sky Ticket. Es ist deutlich günstiger, die Bouquets passen. Weil das Paket monatlich kündbar ist, kann man die Mitgliedschaft schnell beenden, wenn man glaubt sich satt gesehen zu haben – oder sich bei der Konkurrenz besser aufgehoben fühlt. Aber es gibt auch Kritikpunkte: Der HD-Anteil bei den Sendern ist zu klein und es ist schade, dass die Apps nicht zu Chromecast oder FireTV-Stick kompatibel sind.

Sky Ticket ist übrigens nicht der einzige Dienst, den der Pay-TV-Anbieter umbauen möchte. Auch Sky Q bekommt ein umfangreiches Update. Was alles neu ist, können Sie in einem weiteren Bericht nachlesen.

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