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simyo stellt Synchronisierungsdienst ein

Die Nutzer des Tools simyo Sync haben nur elf Tage Zeit, ihre Daten zu retten. Ist die Einstellung des Dienstes nur der Anfang vom Ende, und was kommt als nächstes?

simyo: Nicht mehr einfach

simyo simyo-Slogan: "weil einfach einfach einfach ist"
Bild: simyo
Das schlüssige "weil einfach einfach einfach ist"-Konzept von simyo wurde schon lange zu Gunsten einer Unzahl von Paket-­Angeboten mit verpflichtenden 24 Monate-Laufzeit­verträgen inkl. Handy aufgegeben. Zudem verwässern die technischen Unzu­länglich­keiten, da das System auf der sehr alten E-Plus-­Prepaid-­Plattform aufgesetzt werden musste, den "einfach"-­Claim. Die Flexibilität des einfachen Prepaid-­Grundtarifs, der mit monatlich wechselbaren Optionen weiter angeboten wird, ist bei Postpaid ebenfalls dahin - eine Rückkehr zu Prepaid ist nicht möglich. Schon länger vermissen Kritiker neue Impulse von der Marke simyo, die einst den Discountmarkt in Bewegung brachte und den Nutzern ein gewisses Lebensgefühl vermittelte. Wie so etwas funktionieren kann, beweist das einstige Gründerteam um Rolf Hansen, das heute mit amaysim den unübersichtlichen australischen Mobilfunkmarkt komplett auf den Kopf gestellt hat.

Die Marke simyo (im Eigentum der KPN Niederlande) ist neben Deutschland auch in Spanien (Orange Espana Virtual), Frankreich (Bouygues Telecom) und den Niederlanden (KPN NL) aktiv und wurde an verschiedene international konkurrierende Lizenznehmer verliehen, was vermuten lässt, dass sie mit der Zeit auslaufen könnten.

Schon vor einiger Zeit hatte die Wirtschaftswoche solche Spekulationen befeuert.

Branchenkenner hatten schon spekuliert, ob die Kunden der deutschen simyo ebenfalls an Drillisch weiter gereicht werden könnten. Doch Drillisch habe keine weiteren Zukäufe geplant, heißt es dort. Ob simyo unter dem Dach von blau weiter betreut werden könnte, ist auch noch nicht bekannt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die bekannte Marke "simyo" formal bestehen bleibt und "nur hinter den Kulissen" fusioniert wird.

Kommentar

Dass die Fusion von Telefónica und E-Plus in der bisherigen Markenvielfalt Veränderungen und "Vereinfachung" bringen würde, war von Anfang an klar. Doch konkrete Aussagen gibt es immer erst in der letzten Minute, wie beispielsweise der überraschende Wechsel von yourfone zu Drillisch zeigt, was das Vertrauen der Kunden in ihren Anbieter nicht unbedingt stärkt.

Die extrem kurzfristige Einstellung des Sync-Dienstes bei simyo, ausgerechnet noch in der Ferienzeit – in der viele Kunden das möglicherweise gar nicht, oder viel zu spät mitbekommen könnten - hat das Vertrauen in die Zukunft der Marke simyo beschädigt. Spätestens jetzt wäre eine glasklare Aussage seitens simyo oder der Telefónica zur Zukunft von Marke und Angebot angebracht. Unzufriedene Kunden könnten schließlich auch zu einem Angebot aus den Markenfamilien von Telekom oder Vodafone wechseln.

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