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simyo stellt Synchronisierungsdienst ein

Die Nutzer des Tools simyo Sync haben nur elf Tage Zeit, ihre Daten zu retten. Ist die Einstellung des Dienstes nur der Anfang vom Ende, und was kommt als nächstes?
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Keine 14 Tage lässt der Prepaid-­Discount-­Pionier simyo seinen Kunden, die den kostenlosen Dienst simyo Sync genutzt haben, die dort gespeicherten Daten zu sichern.

Am 3. Juni trudelte bei Nutzern des Synchronisierungs­tools simyo Sync eine E-Mail ein, die in wenigen Worten mitteilt, dass der Dienst zum 15. Juni 2015 eingestellt werde. Somit sei dieser nur noch elf Tage bis zum Ablauf am 14. Juni nutzbar. simyo Sync war ein Angebot, um Handy-Kontaktdaten wie E-Mails, Telefonnummern, Kalender und Aufgaben zwischen Handy, PC und der Cloud zu synchronisieren. Es unterstützte insbesondere die in Vergessenheit geratene Sprache "SyncML", die beispielsweise viele Nokia-Handys aus der Vor-Smartphone-Ära beherrschten.

Als Begründung gibt der simyo-Service in einer E-Mail an, dass "heutzutage [...] nahezu alle Geräte- und Betriebssystemhersteller sehr gute Komplettlösungen für Datensicherung und Synchronisation an(bieten)."

Bei Bedarf könnten die Daten und Kontakte bis zum 14. Juni 2015 letztmalig synchronisiert werden. Anschließend seien Datensicherungen und der Zugriff auf bestehende Daten und Synchronisierungen zwischen mehreren Geräten nicht mehr möglich. Die in simyo Sync gespeicherten Daten, die übrigens beim amerikanischen White-Label-Cloud-Dienstleister Funambol gehostet werden, würden selbstverständlich vollständig aus den Systemen gelöscht, verspricht simyo weiter.

So sichern Sie Ihre Daten

simyosimyo-Sync-Weblogin Wer seine simyo-Sync-Nutzerkennung und das Passwort noch kennt, kann sich sofort auf http://sync.simyo.de einloggen und die Daten im Web-Browser betrachten oder bearbeiten. Die Zusendung eines vergessenen Benutzernamens oder Passwortes ist schon jetzt nicht mehr möglich. Zwei Testaccounts mit E-Mail Adressen bei aol.com und GMX erhielten innerhalb 24 Stunden Wartezeit keine entsprechende Nachricht, auch im Spam-Ordner fand sich nichts.

Wer seine Daten noch retten will, kann mittels eines Synchronisierungstools wie etwa mit Microsoft Outlook unter Windows synchronisieren. Gegebenenfalls sollte man einen eigenen Windows-Nutzer mit eigenem Outlook-Konto einrichten, um eine störende Vermischung älterer Daten mit aktuellen Kontakten zu vermeiden. "simyo Sync" leidet wie viele Synchronisierungstools unter ungewollten Dubletten, die sich mit der Zeit einschleichen, weil offenbar keine umfassende "Änderungshistorie" mitgeführt wird. Diese könnten dann helfen festzustellen, welche Eintrage schon bekannt sind und sich nur verändert haben und welche wirklich "neu" sind.

Unter dem Menüpunkt "Eigenes Profil" kann das Konto gelöscht werden, dabei werden Passwort und ein zufällig generiertes Zahlenbild abgefragt, diese Löschung wird dann mit einem "Fehler" quittiert, die Datenbank-Einträge sind zwar "weg", das Nutzer-Konto selbst bleibt aber noch erreichbar.

Warum so kurzfristig?

simyosimyo-Sync-Dienst schließt die Pforte Die extrem kurzfristige Einstellung des praktischen Dienstes wirft viele Fragen auf. Sicher dürfte die Zahl der Nutzer in der letzten Zeit stark gesunken sein, zumal Smartphone-Betriebssysteme wie Android, iOS oder Windows Phone ab Werk ihre eigenen leistungsstarken Synchronisierungsdienste über das Netz mitbringen. Diese sind in der Regel, wie auch das simyo-Angebot kostenlos.

Andererseits befeuert die Schnelligkeit dieser Einstellung weiter Gerüchte, wonach auch die Tage der Marke simyo nach ihrem 10. Geburtstag bereits gezählt sein könnten. Hinzu kommt, dass selbst auf der Seite von http://sync.simyo.de die drohende Einstellung mit keiner Silbe erwähnt wird, was den unguten Eindruck verstärkt.

Auf der nächsten Seite verraten wir Ihnen, welche Vorzeichen auf ein Ende der Marke simyo hindeuten.

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