Nutzung

Handynetze zum Jahreswechsel: Rege Nutzung, wenig Probleme

Vodafone zählte in 7 Stunden 25 Millionen MB, Telekom 77 Millionen SMS
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Traditionell ist die Silvester-Nacht die Nacht, in der die Handynetze am meisten genutzt werden. Schon im Vorfeld agieren die Netzbetreiber, rüsten Kapazitäten auf, schalten Sendemasten um und sorgen mit zusätzlichen Netztechnikern für kurze Reaktionszeiten. Welche Maßnahmen die einzelnen Anbieter ergriffen hatten, haben wir Ihnen schon vor dem Jahreswechsel vorgestellt. Nun liegen uns die Nutzungszahlen der Anbieter vor.

Jahreswechsel 2011/2012: Die Mobilfunkanbieter ziehen BilanzJahreswechsel 2011/2012: Die Mobilfunkanbieter ziehen Bilanz Die Telekom zählte allein an Silvester 77 Millionen Kurznachrichten. Nennenswerte Verzögerungen beim SMS-Versand gab es aus Sicht des Netzbetreibers nicht. Auch der Datenverkehr fiel in den Netzen der Telekom zum Jahreswechsel sehr hoch aus. Es wurden Spitzen von bis zu 1 800 GBit/s gemessen. An Silvester und Neujahr wurden ins In- und Ausland über 267 Millionen Gespräche geführt. Über 13 Millionen Gespräche davon fanden zwischen 0 und 1 Uhr statt. Dabei lag der Anteil der Auslandsgespräche bei jeweils 1,6 bis 2,1 Prozent und damit höher als sonst.

Vodafone hat den Zeitraum von Silvester 20 Uhr bis Neujahr 3 Uhr ausgewertet, weil man in dieser Zeit das höchste Aufkommen erwartet habe. 25 Millionen Megabyte wurden in dieser Zeit über das Netz übertragen. Im gleichen Zeitraum versendeten die Kunden 40 Millionen SMS. Angaben zur Telefonie machte Vodafone nicht. Insgesamt hat der Netzbetreiber den Jahreswechsel aber verglichen mit den Vorjahren sowie mit den Weihnachtsfeiertagen als deutlich entspannter wahrgenommen.

E-Plus zählte in seinem Netz mehr Telefongespräche und SMS als in den vergangenen Jahren. Konkrete Angaben und Zahlen wollte der Netzbetreiber auf Anfrage unserer Redaktion jedoch nicht machen. Von o2 bekamen wir auf Nachfrage sowohl Zahlen für ein-, als auch für ausgehende SMS. Demnachn stellte der Münchener Anbieter von Silvester 20 Uhr bis Neujahr 3 Uhr 30,994 Milionen SMS an seine Nutzer zu. Im gleichen Zeitraum versendeten die Nutzer von o2 28,698 Millionen SMS. Daten für Telefonie und Daten lagen hier zunächst nicht vor.

Weniger Probleme als in den vergangenen Jahren

Aus den Gesprächen unserer Redaktion mit den Netzbetreibern sowie aus den Äußerungen von Lesern und Nutzern in diversen Foren und nicht zuletzt eigenen Erfahrungen der Redaktion wird jedoch eines deutlich: Der Jahreswechsel bedeutete in diesem Jahr bei keinem der vier Netzbetreiber einen Totalausfall. Zwar scheint es vereinzelt zu Problemen gekommen zu sein, doch vor allem dort, wo viele Menschen zusammenkamen und die Netzbetreiber sich darauf einstellen konnten, funktionierten die Netze. So hatten wir am Alexanderplatz in Berlin keine Probleme, das E-Plus-Netz zu nutzen und auch in Schöneberg funktionierte o2 kurz nach Mitternacht einwandfrei und lieferte uns sogar 2 MBit/s im Downstream. Auch die Netzbetreiber sprachen auf Nachfrage von deutlich weniger Kundenbeschwerden und festgestellten Problemen.

Im ländlichen Bereich haben die Netzbetreiber es schwerer, zusätzliche Kapazitäten bereit zustellen. Oft sind hier nur GSM-Sender aktiv, die oftmals mehrere Quadratkilometer abdecken und entsprechend viele Menschen versorgen. Wollen diese alle gleichzeitig telefonieren, funktioniert das nicht. In Großstädten kann durch mehr Sender und zusätzliche UMTS-Bandbreiten deutlich einfacher das Netz erweitert werden. Auch die im Sommer 2010 versteigerten zusätzlichen Frequenzen werden zur Entlastung beigetragen haben.

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