Sicherheit

Phishing, Malware und Co: So schützen Sie Ihren PC

Im Internet lauern einige Gefahren, die auch den privaten PC-User teuer zu stehen kommen können. Umso wichtiger ist es, für einen guten Rundumschutz für den heimischen PC zu sorgen. Wir geben Ihnen im Folgenden einige Tipps, wie Sie Ihren Computer sicherer machen können.
Von dpa / Ulrike Michel
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Gestohlene Login-Daten, un­be­kann­te Be­stel­lungen über das Online­shopping-Konto, Viren als E-Mail-Anhang. Auch ohne viel Panik­mache: Im Internet lauern einige Ge­fah­ren für Nutzer und ihre Computer. Oft sind sich die User dessen gar nicht bewusst, denn vieles wird von Spamfiltern, der Fire­wall und anderen auto­ma­tischen Schutz­maß­nah­men ab­ge­fan­gen. Am sichersten fährt dennoch, wer sich einen guten Grund­schutz für seinen PC aufbaut.

"Jeder kann von sich aus das Risiko minimieren, sich Viren oder Schad­program­me einzufangen", so Sebastian Barchnicki vom if(is), dem Institut für Internet­sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen. Dazu reichen schon ein paar einfache Handgriffe für Windows und Mac. Ja, auch die silbernen Rechner sind längst nicht mehr unantastbar: Ihre steigende Verbreitung machen sie auch für Kriminelle attraktiv. Ein zusätzlicher Schutz kann daher nicht schaden.

Software-Updates sind unverzichtbar

Schützen Sie Ihren PC vor Angriffen und Schadprogrammen aus dem Internet.Schützen Sie Ihren PC vor Angriffen und Schadprogrammen aus dem Internet Die erste und vielleicht wichtigste Maß­nah­me gegen schädliche Software besteht darin, das eigene System und dessen Pro­gram­me aktuell zu halten, denn veraltete Software ist das größte Ein­falls­tor für An­griffe. Gerade alte Be­triebs­sys­te­me wie Windows XP - dessen Support im April 2014 eingestellt wurde - sind eine Einladung für Hacker: Jeder Code hat Lücken und Fehler, welche die Hersteller mit der Zeit aus­bes­sern und stopfen, damit sie nicht ausgenutzt werden können. Updates sind daher äußerst wichtig. Wer sie nicht ausführt, lässt die digitale Tür weit offen stehen.

Eingeschränktes Benutzerkonto einrichten

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn rät dazu, für den Internetzugang ein eigenes Benutzerkonto ohne Administratorenrechte auf dem Rechner einzurichten. Administratorkonten beinhalten höhere Zugriffsrechte, mit denen nicht nur Programme und Software auf dem PC installiert, sondern auch Systemdateien und -einstellungen verändert werden können. Gibt es nur ein Benutzerkonto auf dem PC, dann hat dieses auch Administratorrechte. Geht der Nutzer hingegen über ein Benutzerkonto mit eingeschränkter Zugriffsberechtigung ins Netz, dann erhält ein Angreifer im Falle einer Infektion des Computers nicht den vollen Zugriff.

Sicherheitscheck für Router und Firewall aktivieren

Ein weiterer Weg, um Viren von vornherein auszusperren, ist ein vernünftiger Router mit aktueller Firmware. Auch hier sollten Nutzer auf Updates für Sicher­heits­lücken achten, die immer wieder auftreten können. Aber wie erkennt man, ob der Router sicher ist? Fabian Scherschel von Heise Security, rät zu einem Test im Internet: Der angebotene Netzwerkcheck wurde von den Sicherheitsexperten gemeinsam mit dem niedersächsischen Landesdatenschutzbeauftragten entwickelt und dient der Über­prü­fung, ob irgendwo ein digitales Türchen offensteht.

Auch eine anständige Firewall kann dabei helfen, ungebetene Daten erst gar nicht auf den PC zu lassen und alle offenen Einfallstore zu schließen. Mitgelieferte Lösungen von Windows und Mac OS X sollten daher immer aktiviert sein. Zudem ist es sicherer, die Firewall möglichst auch dann nicht auszuschalten, wenn ein Programm danach fragt.

Nützliche Add-ons für den Internet-Browser

Ein moderner Browser wie Firefox oder Chrome hilft beim sicheren Surfen im Netz - vor allem durch einige sinnvolle Add-ons: Die Browser-Erweiterung "HTTPS Everywhere" beispiels­weise sorgt dafür, dass bevorzugt eine verschlüsselte Ver­bin­dung zu einer angesteuerten Website aufgebaut wird, immer dann, wenn dies möglich ist. Die Verschlüsselung wird durch "https" in der URL-Zeile angezeigt. Ein Ausspionieren von Passwörtern und Surfverhalten des Nutzers wird mit diesem Add-on zusätzlich erschwert.

Manchmal ist es hingegen ratsam, auf einzelne Browser-Erweiterungen zu verzichten: Derzeit gilt dies für das Flash-Plugin - ein sensibles Thema für Barchnicki: "Flash zeigt immer wieder zahlreiche Sicher­heits­lücken, die vom Hersteller nur unzureichend gestopft werden". Deshalb rät er dazu, das Flash-Plugin des Browsers besser abzuschalten.

Ein gutes Antiviren-Programm vervollständigt den PC-Schutz

Ist der PC derart abgesichert, fehlt nur noch ein geeignetes Antiviren-Programm, um den Grundschutz zu komplettieren. Virenschutz wird von zahlreichen Herstellern zugleich als kostenlose und als kostenpflichtige Version angeboten. Grundsätzlich tun beide ihren Dienst. Sebastian Barchnicki rät jedoch zur kostenpflichtigen Variante, denn diese beherrscht in der Regel einige Scan- und Analysefunktionen besser als ihre jeweilige Gratisversion - die Anbieter wollen schließlich auch Geld verdienen. Bei der Installation von Gratisversionen wird zudem häufig versucht, Nutzern zusätzliche Software wie Toolbars oder Adware unterzujubeln, die ihrerseits wiederum ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Deswegen sollte bei der Installation auf bereits gesetzte Zusatzoptionen geachtet und diese gegebenenfalls wieder deaktiviert werden.

Mit diesen Tipps ist der eigene PC schon sicherer als zuvor. Doch die Be­dro­hungs­lage ändert sich ständig. Deswegen lohnt es sich, immer auf dem Laufenden zu bleiben. Hier hilft unser Ratgeber zum Thema Sicherheit, der auch alle aktuellen Meldungen zum Thema enthält.

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