Sicherheit

Surfen im Internet immer gefährlicher

BSI warnt vor rapide steigender Internetkriminalität
Von ddp / Steffen Herget
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Das Surfen im Internet wird nach Einschätzung von Experten zunehmend gefährlicher. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte auf der Computermesse CeBIT in Hannover heute vor stark zunehmenden Angriffen von Internetkriminellen. "Jeder im Internet ist Ziel eines Angriffs, es ist keiner davon verschont", sagte der zuständige Abteilungsleiter des BSI, Hartmut Isselhorst, bei der Vorstellung des Lageberichts zur IT-Sicherheit.

Besondere Sorge bereitet den Experten die zunehmende Professionalisierung der Internetkriminalität. Mittlerweile seien in diesem Bereich Anzeichen organisierter Kriminalität zu erkennen. "Herstellung und Einsatz von Schadprogrammen sind arbeitsteilig organisiert", sagte Isselhorst.

Angriffe werden immer komplexer

In seinem Bericht warnt das Bundesamt davor, dass die Schadprogramme immer komplexer würden. Sogenannte Trojanische Pferde verfügten mittlerweile über Backdoor- und Software-Funktionen, verwendeten Keylogger zur Erfassung von Tastatureingaben und integrierten befallene Rechner in Bot-Netze. Außerdem verfügten bestimmte Schadprogramme über Update-Funktionen, die es den Kriminellen ermöglichen, beispielsweise neue Tarnmechanismen nachzuladen.

Durch die Software entstehe Schaden in Milliardenhöhe, warnte Isselhorst. Um den Rechner mit Viren oder Trojanern zu infizieren, müssen Nutzer dabei längst nicht mehr bestimmte Dateianhänge an E-Mails öffnen. "Das alleinige Ansurfen einer Internetseite kann bereits reichen", sagt Isselhorst. Bei der zunehmenden Zahl der sogenannten Drive-by-Downloads laden Anwender praktisch "im Vorbeisurfen" unbewusst schädliche Software von manipulierten Seiten herunter. Klassisches Phishing über E-Mail finde derzeit kaum noch statt.

Ins gleiche Horn stoßen auch Hersteller von Sicherheits-Software. Der international anerkannte IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky plädiert mit Blick auf das Wirken von Internetkriminellen für einen verantwortungsbewussteren Umgang mit dem Internet. Es sei illusorisch, davon auszugehen, dass eines Tages keine Schadprogramme mehr auftauchen werden, sagte Kaspersky heute in Hannover. Es werde immer professionelle Cyberkriminelle geben, da deren Geschäft profitabel, risikoarm und leicht zu handhaben sei.

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