Onlineshopping

Vorsicht beim Onlineshopping: Im Zweifel nichts kaufen!

Rechnungskauf und verschlüsselte Datenübermittlung sind wichtig
Von Jennifer Buchholz mit Material von dpa
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Beim Onlineshopping auf versteckte Kosten und sichere Internetverbindung achtenRechnungskauf und verschlüsselte Datenübermittlung sind wichtig Die schicken Highheels, der neueste Krimi oder ein günstiges Notebook - immer mehr Pro­duk­te wer­den im Internet gekauft. Aber ist das auch sicher? Das kommt ganz auf die Zahlungs­methode an, sagen Experten. Wichtig ist vor allem, dass Ver­braucher sensible Daten nur über eine sichere Ver­bindung und an seriöse Händler schicken - und im Zweifel auch mal auf einen Onlinekauf verzichten können.

"Alle Bezahl­verfahren haben ihre Vor- und Nachteile", sagt Patricia Baumann vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). "Anwender sollten im Einzelfall Komfort und Sicherheit gegeneinander abwägen, bevor sie sich für eine Zahlungsmethode entscheiden."

Rechnungskauf hat oft versteckte Tücken

Am besten für den Kunden ist das Bezahlen per Rechnung: "Das ist die ideale Form der Zahlung", erklärt Markus Feck, Jurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: "Der Kunde bekommt die Ware und kann sie prüfen." Wenn dann alles in Ordnung ist, könne er den Rechnungsbetrag bezahlen. Das Problem dabei: "Die Zahlungsform wird nicht von allen Unternehmen angeboten, weil es mit einem Risiko verbunden ist."

Tatsächlich bieten nur 34 Prozent der kleineren Händler eine Bezahlung auf Rechnung an. Bei den größeren Shops mit mehr als einer Million Umsatz pro Jahr waren es mit 39 Prozent kaum mehr. Das zeigt eine 2012 veröffentlichte Studie des Projekts E-Commerce-Leitfaden an der Universität Regensburg.

Zwar ist ein Käufer bei Rechnungs­kauf besser vor Betrügern geschützt, die Unter­nehmen be­fürchten jedoch hierbei an nicht zahlungs­willige Kunden zu geraten. Aus diesem Grund erheben viele Online­shops eine Gebühr beim Rechnungs­kauf oder gestatten diese nur Stamm­kunden oder (bzw. und) bei einem bestimmten Waren­wert. Vor diesen hohen Zusatz­kosten beim Rechnungs­kauf warnte die Verbraucher­zentrale bereits vor zwei Wochen.

Wird kein Kauf auf Rechnung angeboten, ist laut Verbraucherschützer Feck die Lastschrift die zweitbeste Option. Der Vorteil daran ist, dass man bei allen Banken der Abbuchung innerhalb von acht Wochen und ohne Angabe von Gründen widersprechen kann. Meist geht das heute ganz einfach per Onlinebanking. Nachteil bei der Lastschrift, genau wie bei der Zahlung mit Kreditkarte: Man muss seine Kontodaten übermitteln.

Auf sichere Internetverbindung achten

"Da muss man darauf achten, dass es über eine verschlüsselte Verbindung passiert", sagt Markus Feck. "Dass ein Browser eine verschlüsselte Verbindung mit der aufgerufenen Internetseite aufgebaut hat, ist daran zu erkennen, dass am Beginn der Webseiten-Adresse dem "http" ein "s" angehängt wurde", erklärt BSI-Sprecherin Baumann: "Der Browser verwendet dazu eine Technik, die SSL/TLS-Protokoll genannt wird."

Recht häufig angeboten wird auch die Bezahlung per Kreditkarte: Bei den großen Shops sind es nach Angaben des E-Commerce-Leitfadens immerhin 79 Prozent, die das erlauben - von den kleinen Anbietern tut das nur die Hälfte (51 Prozent). Dieses Verfahren ist nach Angaben von Markus Feck ebenfalls relativ sicher" Auch hier hat der Kunde die Möglichkeit, unrechtmäßig eingezogene Beträge zurückbuchen zu lassen. Allerdings ist die Vorgehensweise etwas komplizierter als bei der Lastschrift. Denn hier fehlt die Möglichkeit, die Abbuchung online und ohne Begründung zu stornieren, erklärt der Experte: "Das ist bei der Kreditkarte etwas aufwendiger."

Die Online-Zahlung erleichtern wollen Bezahldienste wie die eBay-Tochter PayPal. Dabei können die Nutzer per Kreditkarte oder Lastschrift ihr Konto bei dem Dienst ausgleichen, wie BSI-Sprecherin Baumann erläutert: "Es besteht auch die Möglichkeit, mittels Überweisung ein Guthaben auf das Konto einzuzahlen, das dann für Transaktionen genutzt werden kann." Um etwas zu bezahlen, müssen sie anschließend statt sensibler Bankdaten nur die Zugangsdaten zu ihrem PayPal-Account eintippen.

Schwierigkeiten können dabei aber immer dann auftreten, wenn der Betrag zu Unrecht bezahlt wurde, zum Beispiel weil der Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht hat. "Da gibt es immer mal wieder Probleme", sagt Markus Feck. Wichtig sei dabei, dass man sich zum Stornieren an den Bezahldienst wendet. "Man darf auf keinen Fall selber zurückbuchen", warnt der Verbraucherschützer.

Zahlung mit PIN und TAN

Eine besondere Form von Bezahldiensten sind solche, bei denen der Verbraucher durch Eingabe von PIN und TAN die Zahlung freigibt. Die eigentliche Überweisung führt dann der Dienstleister aus. Der Vorteil: Der Onlineshop bekommt sofort eine Bestätigung, dass das Geld unterwegs ist. Die Anbieter versprechen außerdem, dass der Kunde einen eventuellen Schaden durch Datenmissbrauch nicht selbst bezahlen muss.

Wer solche Dienste nutzt, verstößt aber womöglich gegen Geschäftsbedingungen seiner Bank, warnt Markus Feck. Denn die Kreditinstitute verbieten darin ausdrücklich, sensible Daten wie PIN und TAN an Dritte weiterzugeben. "Darüber muss man sich im Klaren sein", sagt der Verbraucherschützer. Ändern könnte sich das erst durch neue Gesetze oder EU-Richtlinien zum Zahlungsverkehr im Internet, die zurzeit diskutiert werden.

Vorkasse ist oft eine schlechte Option

Bei Händlern naturgemäß beliebt ist die Zahlung per Vorkasse. Experten raten davon aber eher ab. "Ein seriöser Onlinehändler wird immer mindestens eine alternative Zahlungsmethode anbieten", sagt BSI-Sprecherin Baumann. "Wenn Nutzer trotzdem eine Bezahlung per Vorkasse vornehmen wollen, sollten sie sich vorab intensiv über den betreffenden Händler informieren."

Das gilt aber nicht nur für Vorkasse-Geschäfte: Bevor sie auf den Bezahlen-Button klicken, sollten Verbraucher sich immer erkundigen, wem sie da eigentlich Geld geben. Wichtig ist das vor allem bei kleinen und unbekannten Shops, sagt Verbraucherschützer Feck: Falls einem die Seite dubios vorkomme, lässt man es besser, rät der Experte: "Im Zweifel nichts kaufen."

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