Senioren-Handy

Leicht bedienbare Handys haben eine große Zielgruppe

Einfache Menuführung und modernes Design spielen eine wichtige Rolle
Von dpa / Rita Deutschbein
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Mit dem Alter werden die Augen schlechter, die Hände können kleine Tasten nur schwer bedienen. Spezielle Senioren-Handys mit großem Display und großer Tastatur sollen Abhilfe schaffen. Was bislang hauptsächlich ein Nischenprodukt war, erobert nun immer mehr den Markt. Die Hersteller haben auf die Nachfrage reagiert und ihr Angebot erweitert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben zurzeit 16,9 Millionen Menschen über 65 Jahre in Deutschland, 2030 könnten es schon 23 Millionen sein.

"Das Marktpotenzial ist sehr groß", sagt Britta Ullrich. Sie untersucht als Beraterin beim Hamburger Unternehmen Sirvaluse die Bedienungsfreundlichkeit von Produkten. Allerdings sei die Zielgruppe der 60- bis 80-Jährigen sehr heterogen: "Manche sind noch sehr fit und technischen Neuerungen aufgeschlossen. Die anderen fühlen sich schnell überfordert", sagt Ullrich. "Das eine Senioren-Handy gibt es deshalb nicht. Es muss verschiedene Modelle geben."

Senioren-Handys richten sich vor allem an Menschen, die entweder Berührungsängste mit Technik haben oder die gesundheitlich beeinträchtigt sind. Neben einem großen Display und großen Tasten bieten sie eine einfache Menüführung und verzichten auf Zusatzfunktionen. Einige Modelle sind speziell für Hörgeräte geeignet oder besitzen eine Notruffunktion.

Der österreichische Hersteller Emporia zum Beispiel setzt auf spezielle Lautsprecher für Hörgeschädigte. Sie haben eine niedrige Resonanzfrequenz. Rückkoppelungen wie Pfeifen oder Rauschen werden reduziert. Außerdem können die Sprachsignale mit Hilfe von magnetischer Induktion direkt aufs Hörgerät übertragen werden. Die Tasten sind nicht nur größer, sondern geben beim Drücken auch ein lautes Klicken von sich. Die Laufstärke des Klingeltons ist höher. Durch Blinken macht das Handy zusätzlich auf einen Anruf aufmerksam. Über Tasten an der Seite des Handys können wichtige Funktionen direkt ausgewählt werden und müssen nicht erst im Menü gesucht werden. Das Modell emporiaLIFEplus ist zudem mit einer Notfalltaste versehen, über die automatisch eine vorher festgelegte Telefonnummer angewählt wird. Meldet sich dort niemand, wird die nächste der fünf gespeicherten Nummern angerufen. Das Handy wählt solange, bis sich unter einer der Nummern jemand meldet. Der Notfallknopf funktioniert auch, wenn die Tastatur gesperrt ist oder das Guthaben auf der Pre-Paid-Karte erschöpft ist.

Wie die Hersteller das Thema "Senioren-Handys" angehen lesen Sie auf der folgenden Seite:

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