Mission Impossible

Blackberry und Boeing: "Dieses Smartphone zerstört sich in 10 Sekunden selbst"

Szenerien wie bei James Bond und Mission Impossible könnten bald alltäglich werden: Selbstzerstörende Messenger-Nachrichten gibt es schon, jetzt kommt das selbstzerstörende Smartphone. Ein Blackberry-Manager verriet einige Funktionen.
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"Diese Nachricht zerstört sich in 10 Sekunden selbst" - diese Vision aus den James-Bond- und Mission-Impossible-Filmen ist bei einigen Messengern bereits in digitaler Form umgesetzt. Selbstzerstörende Nachrichten können sowohl den Absender als auch den Empfänger unter Umständen vor peinlichen oder gefährlichen Situationen schützen.

Blackberry Classic - vielleicht bald in einer selbstzerstörenden VersionBlackberry Classic - vielleicht bald in einer selbstzerstörenden Version? Doch auch ganz analog könnte das sich selbst zerstörende Smartphone bald Wirklichkeit werden. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters plant der Smartphone-Hersteller Blackberry in Zusammenarbeit mit dem Flugzeugbauer Boeing die Entwicklung eines selbstzerstörenden Smartphones.

Die Basis: Android und BES12

Blackberry-CEO John Chen äußerte sich dahingehend, dass der kanadische Hersteller ein Smartphone entwickelt, dass auf Android basiert und "Boeing Black Phone" heißen könnte. Das Ziel soll sein, dass sich das Mobiltelefon selbst zerstört, wenn ein unberechtigter Nutzer versucht, sich Zugang dazu zu verschaffen.

Das Boeing Black Phone soll Telefonate verschlüsseln und soll an Regierungs­organi­sationen und Unternehmen ausgegeben werden, die ein besonders hohes Sicherheitsbedürfnis haben. Umgesetzt werden soll das Konzept auf Basis der Multiplattform-Enterprise-Marketing-Management-Lösung Blackberry Enterprise Service 12 (BES12). Damit können Kunden jetzt schon ihre iOS-, Android-, Windows-Phone- und Blackberry-Geräte in Unternehmen verwalten.

BES12 soll die Basis für das selbstzerstörende Smartphone von Blackberry und Boeing sein.BES12 soll die Basis für das selbstzerstörende Smartphone von Blackberry und Boeing sein. Die skalierbare Architektur von BES12 ermöglicht die Geräteverwaltung über eine einzige Konsole. Auf der Basis von End-to-End-Genehmigungen soll der Administrator mit BES12 eine bessere Kontrolle über Geräte, Anwendungen und Daten haben. "Durch Verschlüsselung, Containerisierung, App-Wrapping und die Nutzung der sicheren Infrastruktur von Blackberry sichert BES12 Ihre unternehmenskritischen Daten auf dem Gerät und bei der Übertragung" schreibt der Hersteller selbst dazu. Der gesamte Mobilfunkverkehr laufe über einen einzigen Port hinter der Firewall über das Network Operations Center (NOC) von Blackberry. Dadurch werde die Privatsphäre der Benutzer und der Schutz der Daten gewährleistet. Außerdem werde in gesicherten Arbeitsbereichen auf Geräten mit iOS, Android und Blackberry der Datenverkehr durch einen konsolidierten Port geroutet. So sei das "wertvollste Unternehmensgut" – die Unternehmensdaten – geschützt.

Boeing Black Phone kommt mit Dual-SIM

Viel mehr durfte der Manager zum Boeing Black Phone allerdings noch nicht sagen. Es soll aber mit einem Dual-SIM-Modul ausgestattet sein, um über mehrere Mobilfunknetze funken zu können. Auch mit biometrischen Sensoren und mit Satelliten soll es Kontakt aufnehmen können.

Boeing soll das Black Phone bereits einigen möglichen Kunden angeboten haben. Ob und wann es auch für Privatkunden verfügbar sein wird, steht noch nicht fest. Ob es rechtliche Probleme wegen der Namensähnlichkeit mit dem Hersteller Blackphone geben könnte, der mit seinem Smartphone ebenfalls verschlüsselte Kommunikation für alle ermöglichen will, steht noch in den Sternen.

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