Fürs Ausland

Schweiz: SRG-Programme wieder über DVB-T

Aus der Schweiz werden bald die Fern­sehpro­gramme der SRG wieder über DVB-T verbreitet. Hierfür erwarb ein Kabel­unter­nehmen eine entspre­chende Konzes­sion.
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Im Grenz­gebiet Vorarl­berg/Liech­tenstein/Deutsch­land/Schweiz ist künftig das digital-terres­trische Fern­sehen mit den Programmen der SRG wieder zu empfangen. Hierfür hat das Kabel-TV-Unter­nehmen Lampert aus dem öster­reichi­schen Rank­weil die Konzes­sion für einen DVB-T-Sender auf dem grenz­nahen Hohen Kasten in der Ostschweiz erhalten, der die Schweizer Sender SRF1 und SRF zwei weiter­verbreiten soll. Ähnliche privat­recht­liche Geneh­migungen sind auch in der fran­zösi­schen Schweiz ange­dacht und wären prin­zipiell auch entlang der Grenze zu Deutsch­land oder Italien denkbar.

Eigent­lich war Schluss mit DVB-T

Von Schweizer Standorten wie dem Säntis wird kein terrestrisches Fernsehen mehr ausgestrahltVon Schweizer Standorten wie dem Säntis wird kein terrestrisches Fernsehen mehr ausgestrahlt Die SRG hatte im Juni 2019 unter anderem aus Kosten­gründen die Ausstrah­lung der Schweizer TV-Sender über DVB-T beendet. Künftig wollen mehrere Kabel- und IPTV-Betreiber aus Vorarl­berg jedoch wieder die Sender SRF1 und SRF zwei in ihre Netze einspeisen. Weil in der dortigen Grenz­region ein neuer DVB-T-Sender in Betrieb genommen wird, ist der tech­nische Overs­pill jenseits des eigenen Rund­funk­gebiets bezie­hungs­weise der Landes­grenze wieder gegeben, da der grenz­nahe Standort die Weiter­verbrei­tung von der Schweiz nach Öster­reich ermög­licht.

In Deutsch­land spielt der Hohe Kasten jedoch nur eine unter­geord­nete Rolle und wäre terres­trisch nur mit großem Anten­nenauf­wand an Teilen des Boden­sees empfangbar. Für Deutsch­land zuständig wäre vor allem der expo­nierte Standort Säntis, der jahre­lang die Zufüh­rung zu Kabel­netzen reali­sierte, für Südbaden zudem der Sender Sankt Chrischona bei Basel. Es ist jedoch noch offen, ob sich ein Veran­stalter findet, der den Aufwand betreiben möchte, dort DVB-T-Sender zu instal­lieren, obwohl die Politik es wünscht: "Ein solches Geschäfts­modell könnte durchaus auch inter­essant sein für deut­sche Kabel­netz­betreiber, die die Region Südbaden versorgen", schreibt die Bundes­tags­abge­ordnete Rita Schwar­zelühr-Sutter (SPD) auf ihrer Inter­netseite. Aus recht­lichen Gründen mussten deut­sche Netz­betreiber das Schweizer Fern­sehen im Kabel abschalten.

Private Betreiber können DVB-T-Frequenzen weiter nutzen

Privat­recht­liche Unter­nehmen können ganz allge­mein in der Schweiz frei empfang­bare TV-Programme ohne Zustim­mung der Programm­veran­stalter über Kabel oder über DVB-T weiter­verbreiten. Für eine Weiter­verbrei­tung über DVB-T würden die Betreiber eine Funk­konzes­sion des Bundes­amtes für Kommu­nika­tion (BAKOM) benö­tigen und sie müssten eine Sende­anlage auf eigene Kosten betreiben. Für das Weiter­senden sei zudem eine Abgabe an die Urhe­berrech­testelle Suis­simage fällig. Die Firma Kabel-TV Lampert GmbH & Co KG erfüllt diese Krite­rien. Da sich auch weitere Kabel- und IPTV-Betreiber aus Vorarl­berg am Projekt betei­ligen wollen, ist eine Refi­nanzie­rung möglich.

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