Prototyp

Swisscom: Weltweit erster 5G-Handy-Prototyp im 5G-Netz

In Kürze werden in der Schweiz die offiziellen 5G-Frequenzen vergeben. Derweilen baut Swisscom sein 5G-Testnetz massiv aus. Alle Netzbetreiber plädieren für eine Änderung der NISV.
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Das Prototyp 5G-Smartphone mit Qualcomm-Chipsatz ist noch etwas unhandlich, aber voll funktionsfähig.Das Prototyp 5G-Smartphone mit Qualcomm-Chipsatz ist noch etwas unhandlich, aber voll funktionsfähig. Während sich in Deutschland die Gemüter noch über Art und Weise des 5G-Netzausbaus streiten, ist die Swisscom längst auf 5G aktiv geworden. Erstmalig verbindet Swisscom einen Smartphone-Prototypen mit 5G-Midband-Chipsatz von Qualcomm mit einem 5G-Livenetz. Auch ein Hotspot der taiwanesischen Firma WNC (Markenname "Wistron") mit dem gleichen Chipsatz wurde weltweit zum ersten Mal mit dem 5G-Livenetz verbunden. Nach Burgdorf sind zudem ab heute auch Luzern, Zürich, Bern, Lausanne sowie Genf Testorte für die nächste Mobilfunkgeneration.

5G Ausbau: Systemlieferant Ericsson seit 1991 dabei

Seit dieser Woche ist das 5G-Netz der Swisscom auch punktuell in Luzern, Bern, Genf und Zürich auf einer Testfrequenz live – nach Burgdorf, wo 5G schon länger läuft. Die 5G-Technologie entwickelt sich rasant. Urs Schaeppi, oberster Chef von Swisscom, ist stolz: "Vor einem Jahr haben wir mit Ericsson zusammen erste Labor-Anwendungen gezeigt. Heute machen wir den nächsten Schritt und präsentieren erstmals einen 5G-Smartphone-Prototypen unter realen Bedingungen auf unserem 5G-Netz." Bis Ende 2019 plant Swisscom den punktuellen Ausbau in 60 Städten und Gemeinden schweizweit.

Arun Bansal, Präsident für Europa und Lateinamerika bei Ericsson pflichtet dem bei: "Als strategischer Partner sind wir stolz darauf, Swisscom in ihrem ambitionierten 5G-Ausbau zu unterstützen. Gemeinsam beschleunigen wir den Ausbau in der Schweiz und bereiten Industrien für 5G-Anwendungen vor, welche der ganzen Wirtschaft zugute kommen." Seit dem Netzstart mit GSM900 im Jahre 1991 ist Ericsson als Lieferant und Systempartner mit Swisscom verbunden.

Premiere: Smartphone live im 5G-Netz

Die Entwicklung spiegelt sich auch bei den Geräten wider: Vor einem Jahr wogen 5G-Testgeräte noch eine Tonne und hatten einen Kubikmeter Volumen. Swisscom kann nun erstmals handliche 5G-Geräte präsentieren: Einen Smartphone-Prototypen von Qualcomm und einen mobilen Hotspot des taiwanesischen Herstellers Wistron NeWeb Corporation. Die beiden Geräte hat Swisscom erfolgreich außerhalb einer Laborumgebung mit ihrem 5G-Live-Netz in Luzern verbunden. Cristiano Amon, Präsident der Qualcomm Incorporated ist stolz, "dass wir heute eine live 5G-Verbindung mit Swisscom, WNC und Ericsson präsentieren konnten. Es ist weltweit die erste 5G-NR-OTA-Verbindung zwischen Geräten und einem Live-Netzwerk auf einem 3,5-GHz-Spektrum und markiert einen wichtigen Meilenstein für die Mobil­funk­industrie in Europa. Es wird dazu beitragen, dass Komponenten­hersteller und Betreiber in der ersten Jahreshälfte 2019 5G-Netze und -Geräte liefern können."

Qualcomm Chipsatz in Kürze in kaufbaren Endgeräten

Dieses Chipset wird in Kürze in den ersten 5G-Smartphones eingebaut werden. Urs Schaeppi, CEO von Swisscom, unterstreicht die Bedeutung: "Wir haben uns Technologieführerschaft auf die Fahnen geschrieben. Das Netz ist zukunftsrelevant für die Schweiz als Innovationsstandort." Noch ist das 5G-fähige Smartphone nicht kommerziell verfügbar. Experten erwarten, dass ab Sommer 2019 erste 5G-Smartphones auf den Markt kommen werden. Erste Industrieanwendungen sind entwickelt, die das Potenzial von 5G aufzeigen.

Swisscom baut 5G-Netz schweizweit aus

Swisscom wird das 5G-Netz nicht nur in Städten, sondern auch in ländlichen Gebieten und Tourismusregionen vorausschauend für alle ausbauen. Für Urs Schaeppi ist klar, dass viele Anwendungen am Entstehen sind. "Noch stecken sie in den Kinderschuhen. Bei 3G fragte man sich damals, wer mobiles Internet überhaupt brauche? Heute wissen wir, Mobil­funk­anwen­dungen auf 3G und 4G haben unseren Alltag maßgeblich verändert. Mit 5G erleben wir jetzt den gleichen Moment."

Aktiv an der Normung beteiligt: Kritik an NISV

Swisscom arbeitet aktiv an der 5G-Standardisierung in internationalen Gremien mit. Weltweit stellen Länder und Tele­kommuni­kations­anbieter ehrgeizige Pläne zum 5G-Ausbau vor. In der Schweiz hingegen bremsen die vergleichsweise restriktiven NISV-Grenzwerte (NISV = Nicht-Ionisierende-Strahlenschutz-Verordnung) aus dem Jahr 1999 eine schnelle, flächendeckende und wirtschaftliche Einführung. Politik und Verwaltung seien angehalten, die Rahmenbedingungen rasch anzupassen, findet Swisscom in Übereinstimmung mit den Schweizer Mitbewerbern Sunrise und Salt.

In Hamburg erproben der Hamburger Hafen (HPA), der Netzwerkausrüster Nokia und der Netzbetreiber Deutsche Telekom die Zukunft mit 5G. teltarif.de war vor Ort und hat sich umgeschaut.

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