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Schufa: Kredite werden trotz Corona zuverlässig abbezahlt

"Das Rück­zah­lungs­ver­halten der Verbrau­che­rinnen und Verbrau­cher in Deutsch­land ist auch in der Corona-Krise auf konstant hohem Niveau", heißt es bei der Wirt­schafts­aus­kunftei Schufa.

Trotz Wirt­schafts­krise und Kurz­arbeit haben Verbrau­cher ihre Raten­kre­dite im Corona-Jahr 2020 laut einer Studie weiter zuver­lässig abge­stot­tert. Wie in den beiden Vorjahren wurden 97,9 Prozent der Kredite vertrags­gemäß zurück­gezahlt, wie aus dem in dieser Woche veröf­fent­lichten Risiko- und Kredit-Kompass der Auskunftei Schufa hervor­geht.

"Das Rück­zah­lungs­ver­halten der Verbrau­che­rinnen und Verbrau­cher in Deutsch­land ist auch in der Corona-Krise auf konstant hohem Niveau", sagte Schufa-Vorstands­mit­glied Ole Schröder. Das liege auch an den umfas­senden Hilfs­maß­nahmen der Bundes­regie­rung. Zuvor hatte das "Handels­blatt" über die Studie berichtet.

Leichter Rück­gang nega­tiver Einträge

Die häufig beschworene Welle von Überschuldungen und Privatinsolvenzen sei bisher ausgeblieben Die häufig beschworene Welle von
Überschuldungen und Privatinsolvenzen sei bisher ausgeblieben
Foto: Picture Alliance / dpa
Insge­samt zählte die Wies­badener Auskunftei 2020 rund 6,7 Millionen neu abge­schlos­sene Raten­kre­dite. Das waren 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl ist damit das zweite Jahr in Folge rück­läufig. Ledig­lich der Anteil der Klein­kre­dite bis zu 1000 Euro stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 19,9 Prozent an.

Schröder führte das auf einen "Lock­down­effekt" zurück. "Da auch der Online-Handel aufgrund der Schlie­ßungen des statio­nären Handels boomte, wurden die hier oft ange­botenen Finan­zie­rungen auch häufiger nach­gefragt."

Es zeige sich, dass die deut­sche Wirt­schaft äußerst wider­stands­fähig sei, sagte Schröder weiter. Auch die häufig beschwo­rene Welle von Über­schul­dungen und Privatin­sol­venzen sei bisher ausge­blieben.

Der Anteil der Verbrau­cher mit einem nega­tiven Schufa-Eintrag ging laut Bericht sogar leicht auf 9 Prozent (2019: 9,1 Prozent) zurück. Soge­nannte Nega­tivein­träge kommen etwa durch Infor­mationen über fällige oder gemahnte Forde­rungen zustande.

Schufa: Über eine Milli­arde Infor­mationen

Die von der Schufa und anderen Auskunf­teien gesam­melten und bewer­teten Daten sind für Millionen Menschen wichtig, die Kredite aufnehmen oder Miet­ver­träge abschließen wollen. Die Schufa-Statistik erfasst keine Dispo­kre­dite und Verbind­lich­keiten zum Beispiel aus Verträgen mit Mobil­funk­anbie­tern.

Der Daten­bestand der Schufa umfasst nach Angaben der Auskunftei über eine Milli­arde Infor­mationen zu 68 Millionen natür­lichen Personen und sechs Millionen Unter­nehmen.

Wenn der Vertrags­wunsch eines Inter­essenten abge­lehnt wird, steht meist im Raum: Die Schufa-Auskunft war negativ. Doch das muss nicht der Wahr­heit entspre­chen, wie der Fall eines o2-Inter­essenten zeigt.

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