Internet-Satellit

Tooway bei Schott: Neue Komprimierung ermöglicht mehr Traffic

Speedoption für kurzfristig große Downloads
Von Thorsten Neuhetzki
AAA
Teilen

Gerade in Regionen ohne DSL-Versorgung sind Internet-Anbindungen per Satellit derzeit oft die einzige Möglichkeit, hohe Download-Bandbreiten zu erzielen. Dabei buhlen die konkurrierenden Satelliten-Betreiber Astra und Eutelsat um die Gunst der Kunden. Das Eutelsat-System Tooway wird in Deutschland unter anderem von der Internetagentur Schott vertrieben. Diese hat zur CeBIT einige Neuerungen auf ihrem Stand vorgestellt, der Teil der Broadband World in Halle 13 ist.

Ein Problem der Satellitenversorgung ist die begrenzte Kapazität der Satelliten. Daher haben alle Anbieter ein mehr oder weniger offen kommuniziertes Fair-Use-Prinzip, das die Nutzer in ihren Download-Aktivitäten einbremst. Wer binnen eines gewissen Zeitfenster zu viel Internettraffic generiert, dessen Geschwindigkeit wird zumindest eine gewisse Zeit gedrosselt.

"Wir versuchen jetzt, dass der Nutzer gar nicht erst so viel Traffic erzeugt", sagt Stefan Schott als Technical Director bei Schott. Erreichen will Schott das mit einer Komprimierung des vom Nutzer erzeugten Internetverkehrs. Dazu wird der Traffic durch das firmeneigene Rechenzentrum geleitet und dort komprimiert. Erst dann treten die Daten die Reise per Satellit zum Kunden an. An den durch die Satellitentechnik ohnehin schon hohen Ping-Zeiten ändert das nichts.

Komprimierung per Mausklick ein- und ausschaltbar

Die Komprimierung schafft es, sogar JPG-Dateien noch deutlich zu verkleinern. Allerdings: Man sieht gerade kleineren Bildern auch an, dass sie noch einmal komprimiert wurden. Bei größeren Bildern hingegen ist der Komprimierungseffekt kaum zu erkennen, wie eine Live-Demonstration auf dem Messegelände zeigte. So funktioniert ToowaySo funktioniert Tooway

Der Kunde kann die Komprimierung selbst ausschalten. Dazu ist kein Neustart des Modems nötig, lediglich im Webinterface des neuen speziell gefertigten Modems ist ein Mausklick notwendig. Direkt danach kommen die Daten dann wieder unkomprimiert. Bestehende Kunden, die das spezielle Modem nicht haben, sollen die Komprimierungsmöglichkeit über einen Eintrag in den Proxyeinstellungen nutzen können.

Große Downloads mit Highspeed gegen Entgelt möglich

Dadurch, dass die Fair-Use-Regelung oftmals schon nach kurzer Zeit greift, sind große Downloads, beispielsweise bei einem Update des Betriebssystems durch ein neues Servicepack, nur mit großer Zeitverzögerung möglich. Dem will Schott jetzt entgegentreten, indem man den Kunden ein Speed-Paket anbietet.

Für 14 Euro kann der Kunde entweder 1 GB Downloadvolumen bzw. 250 MB Uploadvolumen generieren, ohne dass seine Verbindung gedrosselt wird. Dabei greift das Volumen in dem Moment, indem die Fair-Use-Regelung aktiv wird. In der Zeit, in der das Extra-Paket verbraucht wird, baut sich die Sperre für die Fair-Use-Regel wieder ab. Das Inklusivvolumen des Extra-Pakets verfällt nicht, kann also, wenn es vorher nicht aufgebraucht wurde, auch noch nach mehreren Monaten verbraucht werden.

KA-SAT-Start wohl Anfang 2011

Ende dieses Jahres soll der neue Satellit KA-SAT ins All gebracht werden. Der Satellit, über den teltarif.de bereits mehrfach berichtet hat, hat eine Gesamtkapazität von 70 GBit/s und wird Internet-Anbindungen per Satellit mit höheren Geschwindigkeiten und höheren Volumen ermöglichen. Erste Endkundenprodukte sind für Anfang 2011 zu erwarten.

Teilen

Weitere Meldungen zur CeBIT 2010