Glasfaser

Deutschlands schnellste Internetflatrates

Wer glaubt, Internet in Deutschland hört bei 100 oder 200 MBit/s im Downstream auf, der irrt. Wir haben uns auf die Suche nach den schnellsten Zugängen gemacht. Dabei haben wir nicht nur Leitungen mit 200 MBit/s symmetrisch gefunden, sondern sogar einen Anschluss mit 1 GBit/s im Downstream.
Von Thorsten Neuhetzki
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Deutschland ist zweigeteilt: Auf der einen Seite gibt es Regionen, in denen kein oder nur ein sehr sehr langsamer DSL-Anschluss verfügbar ist. Gleichzeitig übertrumpfen sich aber vor allem regionale Anbieter dabei, den schnellsten Internet-Flatrates Deutschlands anzubieten. Dabei sind diese nicht einmal in Hamburg, Berlin oder dem Ruhrgebiet zu finden. Vor allem in kleineren Städten sind heute schon Anschlüsse mit 200, 300 oder gar 1000 MBit/s möglich. Wir haben eine Auswahl der schnellsten Internetanschlüsse Deutschlands zusammengestellt. Wichtig: Es handelt sich bei den Tarifen und Anbietern lediglich um eine redaktionelle Auswahl und ausschließlich um Angebote, die für Privatkunden buchbar sind.

Glasfaser macht hohe Datenraten möglich

Schnelles Internet für deutsche NutzerSchnelles Internet für deutsche Nutzer Generell sind Datenraten jenseits von 100 MBit/s nach dem aktuellen Stand der Technik nicht über eine Telefonleitung und somit nicht über DSL und VDSL möglich. Perspektivisch könnten mit Technologien wie Super Vectoring oder G.fast in einigen Jahren jedoch auch hier höhere Leistungen möglich sein. Aktuell sind bei 200 MBit/s und mehr jedoch Koaxial-Kabel und Glasfasern die entscheidenden Technologien, um die Datenraten zum Kunden zu bringen. Dabei könnten sogar Datenraten im Gigabit-Bereich übertragen werden, wenn das Glasfaserkabel weit genug bis zum Kunden geführt wird. Diese Datenrate haben wir jedoch nur bei einem Anbieter gefunden. Sie finden ihn am Ende des Artikels.

400 MBit/s per Kabel in Potsdam

Wir beginnen unsere Breitband-Deutschland-Reise in Potsdam. Dort erreicht der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus nach eigenen Angaben 40 000 Haushalte mit einem Downstream von bis zu 400 MBit/s, liefert aber gerade einmal 10 MBit/s im Upstream. Der Tarif 2er Kombi 400 mit Telefon- und Internet-Flatrate schlägt mit einer monatlichen Grundgebühr von 99,99 Euro zu Buche. Die Upstream-Geschwindigkeit beträgt bis zu 10 MBit/s. Weitere Orte, die mit dieser Geschwindigkeit versorgt werden sollen, werden nach Angaben des Providers folgen.

Erst vergangene Woche hat Tele Columbus den Leipziger Kabelnetzbetreiber Primacom übernommen. Dieser hatte zuvor Anschlüsse mit 500 MBit/s im Downstream in Aussicht gestellt. Verfügbar sind diese jedoch noch nicht, allerdings laufen nach Unternehmensangaben die Netzausbau-Arbeiten dafür.

300 MBit/s bei einigen Glasfaser-Netzbetreibern buchbar

Eine Geschwindigkeitsklasse niedriger geht es schon bei vielen weiteren Unternehmen an, die 300 MBit/s im Downstream liefern. Das größte unter ihnen dürfte die Münchner M-net sein. Der Netzbetreiber hat in den vergangenen Jahren die gesamte Innenstadt der bayerischen Landeshauptstadt mit Glasfaserleitungen bis in die Gebäude versorgt. Dort, wo es möglich ist, wird die Glasfaser dann noch weiter bis in die Wohnung der Kunden gelegt. In diesen Fällen sind dann 300-MBit/s-Anschlüsse per Glasfaser buchbar. Der Upstream beträgt 30 MBit/s, die Grundkosten liegen bei 69,90 Euro. Und auch Erlangen gehört inzwischen zu den versorgten Gebieten. Im Erlanger Stadtsüden wurden 3 000 Haushalte direkt an das Glasfasernetz angeschlossen.

Bleiben wir in Bayern: Glasfaser Ostbayern, eine Marke der Regensburger R-Kom, vermarktet einen Anschluss mit 250 MBit/s im Downstream für monatlich 59,90 Euro. Ausgebaut wird von der R-Kom vor allem in Regensburg, Neutraubling (An der Kreuzbreite) und Straubing. Grundsätzlich werden auch hier die drei Glasfaser-Varianten FTTC (meint VDSL), FTTB und FTTH verwendet. Den 250-MBit/s-Anschluss stellt R-Kom nur zur Verfügung, wenn die Glasfaserleitung bis in die Wohnung geht.

Auf der nächsten Seite zeigen wir Ihnen Beispiele für eine erfolgreiche Versorgung mit Glasfaserleitungen in sehr ländlichen Regionen. Auch hier sind bis zu 300 MBit/s möglich.

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