Breitband

Zwischenstand bei 50 MBit/s für alle: Es ist noch viel zu tun

Knapp 30 Prozent der Haushalte in Deutschland können noch keine 50-MBit/s-Leitung buchen. Die Schlusslichter sind vor allem im Osten Deutschlands zu finden - und die Erschließung wird teuer.
Von Thorsten Neuhetzki mit Material von dpa
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In Deutschland verfügen inzwischen gut sieben von zehn Haushalten (71,2 Prozent) über schnelles Internet mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 MBit/s. Das entspricht einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber 2013, wie die "Passauer Neue Presse" heute unter Berufung auf das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur berichtet. Bei 64,9 Prozent der Haushalte seien die Anschlüsse heute sogar schneller als 100 MBit/s, heißt es in der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner.

Erhebliche Unterschiede gibt es nach wie vor zwischen den Bundesländern, wobei die Stadtstaaten vorn liegen. In Hamburg verfügen den Angaben zufolge 94,4 Prozent der Haushalte über Anschlüsse mit mehr als 100 Mbit/s, in Bremen sind es 93,6 Prozent, in Berlin 90,2 Prozent. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen kommen 72,2 Prozent der Haushalte auf Übertragungsraten von mehr als 100 MBit/s, in Bayern sind es 62,4 Prozent.

Schlusslichter Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

50 MBit/s für alle ist das Ziel von Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU)50 MBit/s für alle ist das Ziel von Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) Schlusslicht im bundesweiten Vergleich ist Sachsen-Anhalt. Dort kommen gerade einmal 43,9 Prozent der Haushalte auf mehr als 50 MBit/s, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 52,8 Prozent, in Brandenburg 57,2 Prozent.

Die Breitband-Verbindungen in Deutschland werden vor allem durch Kupfer- und Koaxialkabel bereitgestellt. Die besonders zukunftsträchtige Technologien FTTH/FTTB kann bundesweit dagegen nur von 7,1 Prozent der Haushalte genutzt werden. Eine Analyse zur Glasfaser-Versorgung in Deutschland hatten wir vergangene Woche veröffentlicht.

Die Grünen-Abgeordnete Tabea Rößner forderte vor diesem Hintergrund ein Umdenken in der Breitbandpolitik "hin zu zukunftsfähigem Glasfaserausbau". Minister Alexander Dobrindt (CSU) vernachlässige den Glasfaserausbau komplett. International liege Deutschland mit der Anschlussquote "weit zurück". Rößner schlug erneut vor, dass der Bund seine Anteile an der Telekom veräußert und den Erlös von zehn Milliarden Euro in den Glasfaserausbau investiert.

Die Bundesregierung hat sich selbst als Ziel gesteckt, bis 2018 alle Haushalte mit mindestens 50 MBit/s zu versorgen. Damit müssen die noch fehlenden 28,8 Prozent binnen zwei Jahren erschlossen werden. Das Problem dabei: Die noch fehlenden Haushalte befinden sich bis auf wenige Ausnahmen in ländlichen Regionen, in denen die Erschließung entsprechend teuer ist. Nach einer Studie des WIK-Institutes kostet alleine der Anschluss der letzten zwei Millionen Haushalte auf einer Fläche von 110 641 km² 2 Milliarden Euro.

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