Getrickst

Aufgedeckt: Die Schnäppchen-Tricks der Elektronik-Händler

Tricks mit der UVP, falschen Bildern und speziellen Modellvarianten
Von Rita Deutschbein
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Regelmäßig flattern sie erneut ins Haus - die Prospekte, die Schnäppchen jeglicher Art für die kommende Woche bewerben. Egal ob Lebensmittel-Discounter wie Lidl und Aldi oder Elektronik-Märkte wie Saturn und Media Markt - jeder Anbieter will seine Produkte in möglichst positives Licht rücken und dem Kunden den Eindruck vermitteln, er habe den optimalen Deal gemacht. Das kann in einigen Fällen durchaus der Fall sein, allerdings versuchen die Anbieter in anderen durch kleine Tricks das Produkt schöner, günstiger und rundum attraktiver zu machen, als es in Wahrheit ist. Damit sich das vermeintliche Schnäppchen nach dem Kauf nicht als totaler Reinfall entpuppt, haben wir die Tricks aufgedeckt, mit denen Händler ihre Ware an den Mann bzw. die Frau bringen wollen.

Der Trick mit der UVP

Aufgedeckt: Die Schnäppchen-Tricks der Elektronik-HändlerMit bunten Prospekten bieten die Anbieter wöchentlich ihre Ware feil Egal ob Tablet, Smartphone, Fernseher oder Spielekonsole - Schnäppchen macht jeder gern und ein scheinbar günstiger Preis verleitet Kunden nicht selten zu einem genaueren Blick auf das Produkt. Die Verkäufer wissen das und drucken den Preis in unübersehbar großen Zahlen ab, vermitteln eine hohe Differenz zur UVP des Händlers oder erwecken mithilfe einer Randnotiz den Anschein, dass der Aktions-Preis nur für kurze Zeit gültig ist und Kunden somit schnell zuschlagen sollten - die Angebots-Ware könnte ja bald schon ausverkauft sein. Wird einem Produkt in einem Prospekt viel Platz spendiert und prangt der Verkaufspreis über allen anderen, heißt das nicht, dass auch automatisch das Schnäppchen-Potenzial groß ist.

Die Gegenüber­stellung des aktuellen Angebots mit der UVP des Herstellers ist eine Methode, den Preis besonders günstig erscheinen zu lassen. Je größer die Differenz, desto größer der "Haben-Wollen-Effekt" beim Käufer. In vielen Fällen gibt die unverbindliche Preisempfehlung aber keinen Aufschluss auf die Wertigkeit des Produktes - bei neuen Modellen ist die UVP nicht selten zu hoch angesetzt und bei alten Geräten in Sachen Marktwert nicht mehr vergleichbar. Wird beispielsweise ein zwei Jahre alter Fernseher, der bei seiner Einführung eine UVP von 899 Euro hatte, nun für 399 Euro angeboten, klingt dies zunächst nach hohem Sparpotenzial. Aufgedeckt: Die Schnäppchen-Tricks der Elektronik-HändlerUVP-Vergleich: Scheinbar hohe Ersparnis lockt die Kunden - das Gerät selbst ist vier Jahre alt In Wirklichkeit hat sich nicht nur die Display-Technik sondern auch das Energie­management der Geräte in dieser Zeit jedoch so rasant verändert, dass ein reeller Vergleich nicht mehr möglich ist und andere Geräte zu ähnlichen Preisen bessere Leistung bieten.

Fehlende oder falsche Produkt-Beschreibungen

Eine weitere Möglichkeit den Kunden in die Irre zu führen sind unzureichende und fehlende Angaben über Baureihe, Typ­bezeichnung oder Modell. Ungenaue Bezeichnungen erschweren den Vergleich verschiedener Geräte bei Preissuchmaschinen enorm. Auch technische Aus­stattungs­merkmale wie Prozessor-Typen, Grafikkarten und Anschluss­arten werden häufig mit für den Laien unbekannten Buchstaben- und Zahlen­kombi­nationen bezeichnet, die die unter­schied­lichen Produkt­familien und Modell­varianten kennzeichnen sollen - welche Leistungen sich jedoch genau dahinter verbergen, ist für den Verbraucher kaum ersichtlich.

Wird der Prozessor eines Notebooks beispielsweise mit einem Intel Core i5 angegeben, ist nicht klar, um welche Chip-Ausführung es sich handelt. Innerhalb dieser Gruppe gibt es verschiedene Versionen, die sich in ihrer Leistung zum Teil stark unterscheiden können, was sich entsprechend im Preis widerspiegelt. Die Ziffernfolgen im Namen eines Produktes geben wiederum Aufschluss über die Geräte-Generation und möglicherweise auch dessen Version und Größe. So handelt es sich bei dem Samsung-Fernseher UE55D7090 und UE55D8090 um zwei aktuelle, aber unterschiedliche Versionen - der Unterschied, der sich preislich immerhin deutlich niederschlägt, ist jedoch nur anhand einer einzelnen Zahl erkennbar. Die Veränderung dieser Zahl kann im Extremfall daher den Unterschied zwischen aktuellem Top-Modell und veraltetem Produkt machen.

Die Tricks mit der "Abbildung ähnlich"-Floskel in Prospekten, spezielle Modellvarianten für einen Markt und die Abzocke mit überteuertem Zubehör - welche Schnäppchen-Fallen es noch zu umschiffen gilt, lesen Sie auf der folgenden Seite.

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