SayTschüss

simyo: Telefónica stellt sayHey-Messenger ein

Einst als kostenlose Alternative zu WhatsApp mit Verschlüsselung gestartet, verabschiedet sich der ehemalige simyo-Messenger sayHey am 23. Januar 2017.
AAA
Teilen (7)

simyo, die einfach einfache Marke wurde kürzlich zu Blau migriert. Beim Aufräumen des simyo-Nachlasses hat die Erbin Telefónica dann noch etwas gefunden: Den sayHey-Messenger. Verbliebene sayHey-Kunden erhielten vor wenigen Tagen eine Nachricht:

Lieber Kunde, zum 23.01.2017 24 Uhr stellen wir sayHey ein. Bilder und Texte in der App bleiben zugreifbar, der Versand und auch der Abruf von Nachrichten ist danach jedoch nicht mehr möglich. Wir stellen in der nächsten Zeit ein App-Update bereit, mit dem ein Export der Daten möglich ist. Bitte sichern Sie damit Ihre Daten rechtzeitig, wenn Sie diese weiterhin benötigen. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute. Viele Grüße, Ihr sayHey-Team.

Nicht nur simyo mit seinem Claim "weil einfach einfach einfach ist" war einzigartig, auch der längst abgeschaltete Synchronisierungsdienst simyo-Sync und nun der Messenger sayHey, den wir hier getestet haben. Man konnte verschlüsselt Nachrichten verschicken, was WhatsApp seinerzeit noch nicht im Portfolio hatte, und man konnte an Nicht-sayHey-Nutzer aus der App heraus SMS-Nachrichten verschicken, die wahlweise von einem zukaufbaren Kontingent oder über den eigenen Tarif abgerechnet wurden.

sayHey war extra im Auftrag von simyo entwickelt worden, konnte aber auch von Mobilfunkkunden anderer Netzbetreiber oder Service-Provider problemlos genutzt werden. Die Idee dahinter war, die Marke simyo sympathisch und bekannter werden zu lassen. Früher oder später wäre der eine oder die andere vielleicht zu simyo gewechselt. Das ist nun Geschichte.

Wie viele Nutzer der Dienst in seinen besten Zeiten hatte, wurde nie bekannt, aber er litt unter dem Grundproblem aller Messenger-Dienste: Sie sind untereinander nicht kompatibel. Daher entscheiden sich die Nutzer meist für den Dienst, den ihre bestehenden Kontakte schon haben, und das wird in den allermeisten Fällen WhatsApp sein, gefolgt von Facebook Messenger, Telegram oder vielleicht noch Threema, welcher zwar für das Herunterladen der App etwas verlangt, dafür aber früh auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzte.

Nutzer, die bisher über sayHey in Kontakt standen, sollten sich rechtzeitig über neue Kontaktwege austauschen und ihre Kontakte informieren, beispielsweise über eine gute altmodische SMS.

Der Kommentar

sayHey: Ein weiterer simyo-Dienst stirbtsayHey: Ein weiterer simyo-Dienst stirbt Das Ende von simyo und seiner kreativen Ideen war schon lange abzusehen. Den Münchner Fusions-Managern fehlt einfach die Zeit und die Fantasie, sich für die Lebens-Philosophie einer "einfachen" Marke zu begeistern, die nicht sofort in durchschlagend wirksamen Zahlen sichtbar wird. Dass nun der Messenger sayHey eingestellt wird, ist logisch. Solange es keine Auflage der Telekommunikations-Regulierungsbehörden gibt, dass alle Messenger über definierte Schnittstellen untereinander kompatibel sein müssen, bleiben nur die ganz großen Messenger übrig.

Dabei war der Ansatz von sayHey, wahlweise intern über den Messenger als auch extern per SMS kommunizieren zu können, durchaus interessant. Ähnliches verfolgt ja auch das Konzept von Joyn (RCSe), was seit Jahren als untoter Zombie durch die Mobilfunkwelt geistert und bis heute nicht wirklich vom Fleck kommt. Wer netz- und anbieterübergreifend kommunizieren will, kommt auch weiter um die klassische SMS oder eine richtige E-Mail nicht drum herum. Konsequent wäre es, möglichst bald auch den MMS-Dienst einzustellen, aber bei 39 Cent pro (oft versehentlicher) Nachricht scheinen die Einnahmen noch deutlich über den Betriebskosten zu liegen.

Teilen (7)

Mehr zum Thema Smartphone-Messaging