Mailbenachrichtigung

SatNotify: Auf dem Satelliten-Telefon über E-Mails informiert werden

Wer mit einem Satelliten-Telefon in der Wildnis unterwegs ist, hat oft nur Internet mit 2 kBit/s zum teuren Preis. Da überlegt man sich jedes Mal, ob es ratsam ist, die eigenen Mails abzurufen. Der demnächst startende Dienst SatNotify will die Entscheidung erleichtern.
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Satelliten-Telefone der vier bekannten Netzbetreiber Inmarsat, Iridium, Globalstar und Thuraya erlauben eine telefonische Erreichbarkeit auch in abgelegenen Gebieten, in denen keine klassischen GSM- und UMTS-Netze verfügbar sind, beispielsweise in Urwald- und Wüstenregionen oder auf den Weltmeeren. Ein Problem ist dabei aber der mobile Datenempfang, der entweder unerschwinglich teuer oder langsam oder beides zugleich ist.

Außerdem handelt es sich bei den Satelliten-Telefonen fast nur um Geräte für Telefonie und SMS - echte Smartphones für Satelliten-Netze sind noch nicht verfügbar. Auf vielen Satelliten-Telefonen ist der Mailempfang nur über die vom Satelliten-Betreiber bereitgestellte Mailadresse möglich. Diese meist kryptische Mailadresse langerufnummer@satellitenprovider.com ist aber schwer zu merken und meist haben Freunde und Verwandte die Adresse nicht. Der bald startende Dienst SatNotify soll dem Nutzer in der Wildnis die Entscheidung erleichtern, ob und wann er kurz online gehen soll, um Mails aus seinem persönlichen Postfach abzurufen.

Funktionsweise der SMS-Benachrichtigung aufs Satelliten-Handy

SatNotifySatNotify: Auf dem Satelliten-Telefon über E-Mails informiert werden Komplett neu wird der Dienst SatNotify nicht sein - eine Vorläufer-Version gab es vom selben Betreiber bereits unter dem Namen thurayahelper.com. Dem Namen ist zu entnehmen, dass der Be­nach­richtigungs­dienst früher ausschließlich für das Turaya-Netz zur Verfügung stand. Die alte Domain leitet mittlerweile auf die neue Webpräsenz satnotify.com [Link entfernt] um.

Der erweiterte Benachrichtigungsdienst soll im Juli oder August starten und dann auch zusätzlich die Satelliten-Netze Iridium und Inmarsat unterstützen. Für die Benachrichtigung über neue E-Mails muss der Nutzer von SatNotify dem Betreiber ein gewisses Vertrauen entgegenbringen, teilt uns der Geschäftsführer des Unternehmens mit: "Die Verbraucher müssen im Backend den Server samt Zugangsdaten [ihres Mailproviders, Anm. d. Red.] eintragen. Die Übertragung sowie Speicherung geschehen stets verschlüsselt. Beim Speichern wird gleich überprüft, ob die Zugangsdaten korrekt sind, indem wir eine Testverbindung zum angegebenen Mailserver mit den Zugangsdaten aufbauen. Sofern korrekt, werden die angegebenen Daten dann gespeichert und der Dienst aktiviert. Bei diesem Test versuchen wir lediglich die Verbindung zum Server herzustellen, ohne irgendwelche Daten einzulesen.

SatNotify-LogoSatNotify-Logo Wir betreiben auf dem Server einen Dienst, der einmal pro Stunde alle E-Mail-Konten aller User auf neue E-Mails überprüft. Dazu benutzen wir Threading, um parallel mehrere Konten abzufragen. Der Dienst verbindet sich mit den Mailservern, ruft die Inboxliste mit ungelesenen Nachrichten ab und liest dann ausschließlich die Message-ID sowie Absenderadresse ein, um zu überprüfen, ob die ungelesene Nachricht bereits von uns erfasst wurde. Ist dies nicht der Fall, dann handelt es sich für den Kunden um eine neue E-Mail und eine Benachrichtigung wird an das Satellitentelefon gesendet. Die Message-ID wird dann bei uns in der Datenbank zusammen mit der internen Kundennummer gespeichert, damit der Kunde keine weitere sowie unnötige Benachrichtigung darüber beim nächsten Durchlauf erhält", schreibt uns der Betreiber.

"Eine solche Nachricht enthält zum Beispiel folgenden Text: 'You have 12 new messages in your email inbox.' Absender: 'SatNotify'. Die Benachrichtigung selbst wird für Thuraya über ein deutsches SMS-Gateway versendet und bei Iridium und Inmarsat können wir eine Benachrichtigung direkt über die Betreiber senden. Der Kunde kann im Backend eine Whitelist einrichten. Dort können derzeit bis zu 12 Absenderadressen (E-Mail) eingetragen werden. Ist dieser Dienst aktiviert, werden nur Benachrichtigungen zugestellt, wenn einer dieser Absender geschrieben hat. In Deutschland würde man das vielleicht auch VIP-Liste nennen. Damit wird sichergestellt, dass bei zum Beispiel Spam keine unnötigen Kosten entstehen", führt der Betreiber weiter aus.

Kosten und Sicherheit des Dienstes

Die 500-Units-KarteDie 500-Units-Karte Da beim Versand einer SMS an ein Satelliten-Netz natürlich Kosten anfallen, muss auch SatNotify den Dienst kostenpflichtig betreiben. "Es müssen Units über Prepaid Karten aufgeladen werden, welche im Einzelhandel gekauft werden können. Verkaufte Karten in Deutschland sind unbegrenzt gültig. Verkaufte Karten im Ausland können ein Ablaufdatum haben. Das entscheidet der Provider (Großhändler) im Ausland. Derzeit haben wir nur einen Händler in Deutschland. Weitere (es gibt 18 Provider weltweit) werden folgen, sobald der Vertrieb steht. Wir wollen mit Deutschland, Irland und Frankreich starten. Derzeit werden 0,8 Units pro versendeter SMS berechnet. Das bedeutet derzeit: 0,8 Units pro Benachrichtigung, da solche Hinweise nie länger sein werden. Wenn dann also der Dienst aktiviert und genügend Units aufgeladen wurden, dann ist das Konto bzw. der Überprüfungsdienst vollständig aktiviert", führt der Geschäftsführer aus.

In Deutschland sollen die Scratch-Karten ausschließlich über m-cramer-shop.de vertrieben werden, auch andere Satelliten-Distributoren müssten die Guthabenkarten von dort beziehen. In diesem Shop sind die SatNotify-Karten aber noch nicht gelistet, die mit 10 Units (10 Euro), 30 Units (30 Euro), 60 Units (55 Euro), 120 Units (100 Euro), 240 Units (200 Euro) und 500 Units (400 Euro) erhältlich sein sollen.

Im Falle der 10-Units-Karte kostet also eine Einheit 1 Euro - da pro SMS 0,8 Units berechnet werden, kostet eine SMS 80 Cent und die Karte reicht für 12 Nachrichten. Kauft ein Nutzer das 500-Units-Guthaben, kostet eine Einheit 80 Cent und eine SMS somit 64 Cent.

Auf unsere Nachfrage nach dem Globalstar-Netz antwortet der Entwickler des Dienstes: "Globalstar wird weder unterstützt, noch planen wir dies." Angesichts der aktuellen NSA- und Ausspähungs-Skandale werden sich viele Interessenten sicherlich fragen: Wo ist der Dienst denn gehostet und über welche Server werden meine E-Mails abgerufen? Hierauf antwortet der Betreiber: "Die Server stehen in Deutschland bei Hosteurope. Und die werden definitiv in Deutschland bleiben!"

Nach dem Start muss sich letztendlich zeigen, ob der Dienst zuverlässig funktioniert und ob er diese Kosten wert ist. Für die Zukunft geplant sind übrigens auch Wettervorhersagen, Börseninfos oder Sportergebnisse per SMS aufs Satelliten-Telefon.

In den vergangenen Monaten getestet haben wir die Satelliten-Telefonie über Inmarsat, über Globalstar und über Thuraya. Auch das mobile Internet über einen Thuraya-Hotspot haben wir bereits unter die Lupe genommen.

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