Wiederaufstieg

Highspeed übers All: Weitere OneWeb-Satelliten vorm Start

Die in Schwie­rig­keiten gerate OneWeb will ihr Netz weiter ausbauen und Ende 2021 den kommer­ziellen Betrieb aufnehmen. Zwei Käufer sollen das Unter­nehmen über­nehmen.
Von mit Material von dpa

Raumflughafen Kourou in Französisch Guyana: Hier will OneWeb seine Satelliten starten lassen. Raumflughafen Kourou in Französisch Guyana: Hier will OneWeb seine Satelliten starten lassen.
Foto: Picture Alliance / dpa
Wer seine Lasten oder Personen in den Welt­raum trans­por­tieren will, hat nicht viel Auswahl. Ein Anbieter ist der euro­päi­sche Rake­ten­betreiber Aria­nespace. Das Unter­nehmen will die Starts mit Satel­liten der Firma "OneWeb", welche vorhat welt­umspan­nende Internet-Versor­gung aus dem All zu ermög­lichen, wieder aufnehmen. Der nächste Start einer Sojus-Rakete ist für Dezember 2020 geplant, wie Aria­nespace heute mitge­teilt hat. Insge­samt sollen bis Ende 2022 16 Sojus-Rake­ten­starts mit OneWeb-Satel­liten geplant sein.

Oneweb in Chapter 11 ?

Raumflughafen Kourou in Französisch Guyana: Hier will OneWeb seine Satelliten starten lassen. Raumflughafen Kourou in Französisch Guyana: Hier will OneWeb seine Satelliten starten lassen.
Foto: Picture Alliance / dpa
Oneweb geriet in die Schlag­zeilen, weil das Geld auszu­gehen drohte. OneWeb hatte Ende März in den USA Gläu­biger­schutz ("Chapter 11") ange­meldet. Die briti­sche Regie­rung und ein indi­sches Tele­kom­muni­kati­ons­unter­nehmen wollen das briti­sche Unter­nehmen kaufen - US-Gerichte und -Behörden müssen dem Deal noch zustimmen. Dieser soll nach früheren Angaben Ende 2020 abge­schlossen sein. Die neue Verein­barung mit Aria­nespace steht noch unter Vorbe­halt des Abschlusses des Umstruk­turie­rungs­plans.

Einige 100 Satel­liten

Das Projekt OneWeb sieht eine Konstel­lation von Hunderten Satel­liten im Weltall vor. Sie sollen auf der Erde ein Hoch­geschwin­dig­keits­netz für das Internet ermög­lichen - zu Wasser, zu Land und in der Luft.

OneWeb tritt gegen viel Konkur­renz an. Auch Milli­ardäre wie Tesla-Chef Elon Musk mit seiner Raum­fahrt­firma SpaceX wollen Satel­liten-Netze zur Internet-Versor­gung aufbauen.

"Ich freue mich, dass wir wieder auf dem rich­tigen Weg sind, um die Errich­tung der OneWeb-Konstel­lation und die Mission des Unter­neh­mens zur Über­brü­ckung der digi­talen Kluft welt­weit zu unter­stützen", erklärte Aria­nespace-Chef Stéphane Israël dazu.

74 Satel­liten schon in der Luft

Das Unter­nehmen Aria­nespace hat bisher 74 OneWeb-Satel­liten ins All gebracht. Für einen welt­weiten Dienst müssten aber noch viel mehr Satel­liten in die Umlauf­bahn gebracht werden. Pro Start sollen nun zwischen 34 und 36 Satel­liten ins All trans­por­tiert werden, wie OneWeb mitteilte. Die ersten kommer­ziell nutz­baren Ange­bote plant OneWeb nach eigenen Angaben bis Jahres­ende 2021. Dazu sind dann spezi­elle Endge­räte (Termi­nals) notwendig, die eine Internet-IP-Verbin­dung herstellen. Wer darüber tele­foni­schen möchte, braucht dann noch ein sepa­rates Konto bei einem SIP-Provider.

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