Weltweit

Iridium: Fünfter Start für Iridium NEXT erfolgreich

Das einzige weltweit flächendeckende Mobilfunknetz ist derzeit dabei, ein neues noch schnelleres Nachfolgernetz „aufzubauen.“.
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Es war die letzten Jahre still geworden um Iridium. Iridium, das erste weltweit flächendeckende Mobilfunknetz, das wegen einer Pleite beinahe in die Luft gesprengt werden sollte. Wurde es aber zum Glück nicht. Die Idee: 66 tief fliegende (Low Earth Orbit) Kommunikationssatelliten, die eine weltweite flächendeckende Versorgung der Erde ermöglichen sollten. Das funktionierte auch ganz gut, Funklöcher waren zum Netzstart auf einmal weltweit Geschichte, bis auf eine Handvoll Ausnahmen, wo das Netz aus "politischen Gründen" nicht genutzt werden darf.

Bewegte Geschichte

Wie Phoenix aus der Asche: Logo von Iridium-NextWie Phoenix aus der Asche: Logo von Iridium-Next Der Clou: Um weltweit telefonieren zu können, brauchte man nur ein Iridium-fähiges Handy. Als SIM-Karte konnte die gewohnte heimische Vertragskarte beispielsweise von Telekom oder Vodafone genutzt werden, die Roaming-Abkommen mit Iridium geschlossen hatten. Kosten entstanden nur, wenn wirklich telefoniert oder eine SMS verschickt wurde. Daten waren seit Start auch möglich, wenn auch mit maximal 2400 Bits pro Sekunde.

Doch die gigantischen Investitionskosten ließen sich nicht so schnell wie gedacht wieder einspielen. Iridium ging in Konkurs und Erbauer und Förderer Motorola spielte kurzzeitig mit dem Gedanken, alle Satelliten zu sprengen oder verglühen zu lassen. Ein Konsortium rund um den Flugzeugbauer Boeing übernahm schließlich das Unternehmen für wenig Geld.

Weltweite Flächendeckung - für 1 Million Nutzer

So könnte der Iridium-Satellit in ausgefahrenem Zustand aussehen (Zeichnung)So könnte der Iridium-Satellit in ausgefahrenem Zustand aussehen (Zeichnung) Als erster Schritt wurden fast alle internationalen Roaming-Abkommen gekündigt. Viele Kunden waren zwar eingebucht, sagten aber nichts und somit verdiente Iridium an ihnen nur unregelmäßig oder gar nicht. Wer seit dem Relaunch mit Iridium telefonieren will, muss eine spezielle Iridium SIM-Karte erwerben und entweder ein vorausbezahltes Guthaben erwerben ("Prepaid") oder für einen Vertrag regelmäßige Grundgebühr bezahlen, egal ob die Karte genutzt wird oder nicht.

Ein erster Großkunde war das US-Militär, aber auch viele Forschungsreisende, Abenteurer, Globetrotter etc. wussten das Netz schnell zu schätzen. Inzwischen hat Iridium weltweit eine Million aktiver Nutzer.

Nachfolger am Start

Unter der Schutzhaube befindet sich der Iridium-Next-Satellit an der Spitze der Falcon Träger-RaketeUnter der Schutzhaube befinden sich die Iridium-Next-Satelliten an der Spitze der Falcon Träger-Rakete Satelliten haben nur eine gewisse Lebensdauer. Es war klar, dass früher oder später ein Nachfolgesystem her musste, Iridium Next war geboren. Unklar blieb, ob das notwendige Geld - die Rede ist von 3 Milliarden US-Dollar - zusammen kommen würde. Offenbar ist das der Fall.

Am Dienstag gab Iridium Communications bekannt, dass der fünfte Start mit zehn Iridium NEXT-Satelliten, der letzten Freitag durch Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX erfolgreich gestartet wurde, normal funktioniert und mit den notwendigen Testprozeduren begonnen hat. Der fünfte Start hat die gesamte Anzahl der im Weltraum befindlichen Anzahl der Iridium-NEXT Satelliten auf 50 Stück erhöht. Es war übrigens der zweite Start von Iridium-NEXT, der mit einer bereits flugerprobten "Falcon 9" Rakete erfolgte.

25 Satelliten fertig

Einblick in das Satelliten-Kontrollzentrum von Iridium-NextEinblick in das Satelliten-Kontrollzentrum von Iridium-Next "Wenn die Tests abgeschlossen sind, stehen bereits 25 Iridium-Next-Satelliten der nächsten Generation bereit, welche diese historische Renovierung bilden. Es ist inspirierend, wie wir das zum zweiten Mal machen. Niemand sonst hat vorher jemals eine Leistung dieser Größenordnung im Weltraum vollbracht", freut sich Scott Smith, der CEO von Iridium. "Ich bin besonders stolz auf unser Team im Satelliten Netzwerk Kontroll-Zentrum, das wie eine gut geölte Maschine funktioniert hat. Die Tests begannen gerade wenige Minuten, nach dem die neuen Satelliten ausgesetzt worden waren. Alle Systeme arbeiten normal."

Die Konstellation der Iridium besteht aus 6 polaren Kreisbahnebenen. Jede Ebene enthält 11 Satelliten, die untereinander über direkte Links miteinander verbunden sind. Macht also insgesamt aktive 66 Satelliten bei der endgültigen Konstellation. Diese vom Netzbetreiber als "einzigartig" bezeichnete Architektur schafft ein Netz mit weltweiter Abdeckung. So sind Echtzeit-Verbindungen zu allen Punkten auf den Weltmeeren und von und zu äußerst abgelegenen Orten möglich.

Iridium-Certus wird schneller

Über die geplante Iridium-Certus Diensteplattform sollen im neuen System Datenübertragungsraten von bis zu 1,4 MBit/s möglich sein.

Drei weitere Starttermine sind für 2018 vorgesehen, um die Gesamtanzahl der Iridium-Satelliten auf 75 neue Satelliten im Orbit zu erhöhen, davon 9 Satelliten am Himmel als "Reserve" geparkt.

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