Vergleich

Pay-Pakete für Free-TV: HD+, Diveo und freenet TV Sat im Vergleich

Über Satellit Astra hat der TV-Zuschauer inzwischen die Möglichkeit, die Bouquets von drei Anbietern zu abonnieren, um die werbefinanzierten Privatsender in HD zu sehen. Wir haben diese miteinander verglichen.
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"Für werbefinanziertes Privatfernsehen zahlen? Nicht mit mir". Häufig liest man in Internetforen, auch hier bei teltarif.de, entsprechende Reaktionen. Dennoch haben schon weit mehr als eine Million Haushalte die hochauflösenden HD-Angebote der kommerziellen Sender von RTL, ProSiebenSat.1 und Co. über Satellit abonniert, Tendenz stark steigend. Mit dem bald bevorstehenden Ende von Fernsehen in Standard-Qualität (SD) könnte es mit dem kostenlosen Zugang zu Programmen wie RTL, RTL2, VOX, kabel eins oder DMAX generell bald vorbei sein.

Über Satellit Astra hat der TV-Zuschauer inzwischen die Möglichkeit die Bouquets von drei Anbietern zu abonnieren, um die Privaten in HD zu sehen. Wir haben diese miteinander verglichen.

Das Programmangebot

HD+, Diveo oder freenet TV Sat: Der Kunde hat die Qual der WahlHD+, Diveo oder freenet TV Sat: Der Kunde hat die Qual der Wahl Am längsten im Geschäft ist HD+. Das Angebot des Satellitenbetreibers SES Astra gibt es bereits seit 2009. Inzwischen besteht das Portfolio aus 23 privaten Sendern in HD sowie zwei weiteren mit Ultra HD. Als Extra gibt es das Eurosport-Paket, unter anderem mit Live-Spielen der Fußball-Bundesliga sowie das Zusatzangebot HD+ RePlay mit Zugang zu den Mediatheken.

Mittlerweile ist es möglich die Angebote auch mobil am Smartphone und Tablet zu nutzen: Möglich macht dies HD+ ExtraScreen. Satelliten-Receiver mit HD+ ExtraScreen verbinden sich mit dem WLAN-Heimnetzwerk, übersetzen das TV-Signal in IP-Informationen und verbreiten diese im gesamten Netzwerk.

Als neuer Player im Februar gestartet ist Diveo. Die Plattform beinhaltet laut eigenen Angaben eine Auswahl von bis zu 70 HD-Sender, dem Zugriff auf rund 30 Mediatheken, eine umfassenden Video-on-Demand (VoD)-Bibliothek und vielfältige digitale Services wie zeitversetztes Fernsehen und Cloud-Recording. Dabei wird aber bewusst gemogelt, denn zu den 70 HD-Sendern zählen auch die ohnehin frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF. Im Grundpaket gibt es 24 private HD-Sender, damit ist das Angebot vergleichbar mit HD+.

Besonderheit der Plattform sind die hybriden Funktionen: Die Sender sind nicht nur auf dem HD- oder Ultra-HD-Fernsehgerät, sondern auch auf Endgeräten wie Tablet, Smartphone oder PC im Heimnetzwerk sowie unterwegs über WLAN oder mobiles Internet (ab UMTS/3G) zu sehen.

Auch bei Diveo gibt es Extra-Pakete. Das Bouquet "Vielfalt" etwa bietet mehr als 20 zusätzliche Premium-Sendern, wie zum Beispiel AXN HD, FOX HD, Sony Entertainment TV HD, Universal Channel HD, Syfy HD und Planet HD.

Als drittes Bouquet ist im März freenet TV Sat gestartet. Hier gibt es aktuell 22 Privat-TV-Sender in HD. Abonnenten bekommen über das Portal freenet TV Connect zudem Zugriff zu weiteren, internetbasierten Inhalten wie Mediatheken oder einer Online-Videothek. Bestehende Abonnements von freenet TV über Antenne (DVB-T2) können auf die Nutzung via Satellit umgewandelt werden. Ein späterer Wechsel von Satellit zu DVB-T2 ist umgekehrt ebenfalls möglich, es funktioniert aber immer nur ein Gerät zu einer Zeit.

Die Kosten

Abgesehen von Einführungs- und Rabattangeboten sowie Zusatzkosten (Freischaltgebühr, Digitalreceiver oder CI-Modul) kostet das HD+ Sender-Paket 70 Euro im Jahr oder 5,75 Euro im Monat. Das Eurosport-Paket kostet 5 Euro im Monat oder 55 Euro im Jahr. Der Zugang zu den Mediatheken im Rahmen des Angebots HD+ RePlay kostet 15 Euro für drei Monate oder 5 Euro im Monat.

Bei Diveo gibt es drei Pakete: Das "Erlebnis-Paket" für 7,90 Euro monatlich ist das Grundpaket. Beim Paket "Entdecker" für 11,90 Euro kommen drei Premium-Sender hinzu. Diese kann der Zuschauer frei aus dem Angebot wählen und auf Wunsch monatlich ändern. Das Paket "Vielfalt" für 16,90 Euro bietet darüber hinaus eine breite Auswahl von mehr als 20 Premium-Sendern.

freenet TV Sat kostet monatlich 5,75 Euro oder 69 Euro pro Jahr. Darüber hinaus soll es auch 24-Monats-Laufzeitverträge geben, die in den Shops der Marke mobilcom-debitel abgeschlossen werden können. Über Kosten ist hier noch nichts bekannt. Der Zugang zu webbasierten Extra-Angeboten ist kostenlos.

Die Hardware

Bei HD+ haben Kunden die Auswahl aus zahlreichen Digitalreceivern mit Zertifikat des Anbieters. Zusätzlich gibt es ein CI-Modul zum Kauf oder zur Miete. Für das Angebot von Diveo oder freenet TV Sat steht dagegen bisher nur je ein Digitalreceiver zur Verfügung, der entweder gekauft oder gemietet werden kann. Auch diese beiden Veranstalter bieten optional ein CI-Modul an. Das Angebot von Diveo kann auch völlig unabhängig vom großen Bildschirm auf Smartphones oder Tablets genutzt werden.

Wer hat die Nase vorn?

Zunächst muss der Kunde entscheiden, ob er überhaupt bereit ist für werbefinanziertes Privatfernsehen zu zahlen. Ist dies der Fall, hat jeder der drei Anbieter im Markt seine Vorteile. HD+ bietet das größere Hardwareangebot und punktet mit der Fußball-Bundesliga bei Eurosport. Diveo ist zwar teurer, bietet dafür aber bessere hybride Möglichkeiten und ein größeres Programmangebot. Das Plus bei freenet TV Sat ist die wechselseitige Einsatzmöglichkeit per Satellit oder Antenne. Das macht die Nutzung zum Beispiel auch bei längeren Dienstreisen möglich.

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