Alltagstest

Sandberg PowerBar im Test: Quietschbunter externer Akku lädt Smartphones

Der Hersteller Sandberg wirbt mit dem Design seiner externen Akkus. Wir haben getestet, ob der PowerBar 4 400 nicht nur äußerlich im Alltag eine gute Figur macht.

Beide PowerBars sollten ihre Leistungsfähigkeit am Google Nexus 4 unter Beweis stellen. Mit der ersten Version des PowerBar konnten wir das Smartphone im Flugmodus insgesamt um rechnerisch 115 Prozent aufladen. Erst im zweiten Ladezyklus gab die Kapazität des PowerBar nach. Die Gesamtladezeit betrug gut viereinhalb Stunden. Weitere Tests bestätigten diese Ergebnisse.

Das erscheint zunächst wenig. Zu bedenken ist natürlich, dass das Nexus 4 in dieser Zeit selbst Strom verbrauchte und, wie bereits erwähnt, kein Akku seine gesamte Kapazität an ein Endgerät abgibt. Differiert die Spannung zwischen Akkupack und Endgerät-Akku zu stark, endet der Ladevorgang. Ladekurve des Nexus 4 am PowerBar 4400 Ladekurve des Nexus 4 am PowerBar 4 400
Screenshot: teltarif.de
Mitunter konnten wir beim Laden des Smartphone während des Betriebs beobachten, dass stark energiehungrige Apps das Smartphone schneller entluden als der PowerBar nachladen konnte. Ein anderer Effekt war am Nexus 4 zu beobachten, als der Handyakku bereits einen sehr niedrigen Ladestand hatte, aber durch den PowerBar Ver. 1 geladen wurde: Immer wieder poppte die Meldung auf, dass der Akku den kritischen Ladestand erreicht habe, obwohl er vom PowerBar geladen wurde. Hierbei wurde auch das Display aktiviert. Offenbar konnte das Akkupack nicht eindeutig das Vorhandensein eines Ladestroms signalisieren. Eine andere Ursache könnte das USB-Kabel gewesen sein. Möglicherweise durch die starke Faltung des Kabels in der Packung hervorgerufen, transportierte das Kabel den Strom nicht immer optimal. Immer wieder waren kleinere Ladungsaussetzer zu beobachten, die jedoch nur schwer zu reproduzieren waren.

Ein besseres Bild zeigte sich uns beim Einsatz der neueren Version des PowerBar: In etwa fünf Stunden Gesamtladezeit wurden beim Nexus 4 120 Prozent Ladestand in zwei Ladevorgängen erzielt. Dabei war zu bemerken, dass beim PowerBar Ver. 2 nach dem ersten Ladevorgang bereits zwei der drei Ladestands-LED erloschen waren. Sollten nach einem Ladevorgang bereits zwei Drittel der Kapazität erschöpft sein? Der Ladestand laut LED änderte sich jedoch auch nach einem weiteren Ladevorgang nicht. Erst nach dem dritten - sehr kurzen - Ladevorgang, der das letzte Restchen Kapazität aussaugte, war das Akkupack erschöpft und die Ladestands-LED erlosch. Wie bei anderen externen Akkus ist folglich auch beim PowerBar die Ladestandsanzeige per LED sehr ungenau und wenig aussagekräftig.

Sonderfall: Der Gebrauch am Tablet

4 400 mAh entsprechen der Akku-Kapazität eines kleineren Tablets. Allerdings rät der Hersteller in der Spezifikationsliste von der Nutzung des PowerBars an Tablets ausdrücklich ab. Auf Nachfrage teilte Sandberg mit, dass der Akku aufgrund der geringen Stärke des Ausgangsstroms für Tablets nicht geeignet sei. Zwar könnten Tablets laut Sandberg durchaus mit dem PowerBar geladen werden. Der Ladevorgang sei jedoch sehr langsam, was für Tablet-Akkus "nicht gesund" sei und daher keine dauerhafte Lösung darstelle. Die Einschätzung der Herstellers bezüglich Tablet-Akkus muss man nicht teilen. Das flache Laden eines Akkus kann die Zahl der möglichen Ladezyklen je nach Einschätzung auch leicht erhöhen. Hierzu ist es dahingehend noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen.

Wir haben am Google Nexus 7 ausprobiert, ob die Nutzung möglich ist. Das Tablet signalisierte sofort Ladestrom und wurde über den Akku in den darauffolgenden sieben Stunden im Flugmodus und mit abgeschaltetem Display von ca. 13 auf 68 Prozent geladen. Das zeigt: Grundsätzlich kann der Sandberg-Akku Tablets tatsächlich laden. Die Energieausbeute war nicht sehr gut, reichte jedoch aus um Engpässe zu überbrücken. Dies muss nicht in jedem Fall gelingen, da der Ausgangsstrom des PowerBar für größere Tablets eventuell nicht ausreicht.

Deutlich wurde jedoch, dass auch bei diesem Ladevorgang nicht die gesamte Kapazität des PowerBar abgerufen wurde. 55 Prozent Akkuladung beim Google Nexus 7 macht ca. 2 380 mAh, die beim Tablet ankamen - gut 2 000 mAh weniger als die herstellerseitig angegebenen 4 400 mAh. Ein anderer Ladevorgang im Flugmodus dauerte sogar über achteinhalb Stunden, erbrachte indes ein geringeres Ergebnis. Das Tablet wurde in der Zeit nur um die Hälfte geladen.

Das Nexus 7 verbrauchte im Flugmodus schätzungsweise und unter Berücksichtigung der möglichen Schwankungen im Verbrauch ca. 1 100 mAh in vergleichbarer Zeit. Legt man diesen Eigenverbrauch des Endgeräts während der recht langen Ladezeit von über acht Stunden zugrunde, kommt man für den externen Akku auf eine Kapazität von ca. 3 500 mAh. Dies sind zwar immer noch deutlich weniger als angegeben, es entspricht andererseits durchaus den Erfahrungen in der Redaktion: Tablets und Smartphones können nicht die gesamte Ladung eines externen Akkus abrufen. Mit dem Ladestand ändert sich auch die Ladespannung. Unterschreitet diese einen gewissen Wert, bricht der Ladevorgang ab, obwohl sich noch nennenswert Kapazität im Akku befindet. Man kann folglich davon ausgehen, dass die angegebenen 4 400 mAh einen realistischen Wert darstellen.

Die letzte Seite geht auf das Design ein. Nach einer Übersicht zur Verfügbarkeit und zu aktuellen Preisen schließt der Test mit unserem Fazit.

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