Unter Druck

Samsung: Schwächelnde Nachfrage nach Handys und LCDs drückt Gewinn

Samsung scheffelt dank seiner Smartphone-Dominanz weiter Milliarden. Doch eine schwächere Nachfrage nach Smartphones und Tablet-Computern sowie nach Flachbildschirmen drückt das Ergebnis des südkoreanischen Konzerns.
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa
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Der Elektronik-Riese Samsung hat die offiziellen Zahlen des ersten Quartals 2014 vorgelegt. Insgesamt übertrifft das Quartalsergebnis zwar die ersten Prognosen, doch waren die Analysten insgesamt enttäuscht. An der Börse in Seoul wurden die Quartalszahlen zurückhaltend aufgenommen: Die Samsung-Aktie verlor 1,7 Prozent an Wert und damit deutlich stärker als der Gesamtindex. Bereits im vergangenen Quartal (4/2013) musste der südkoreanische Konzern einen Gewinnrückgang hinnehmen.

Samsung: Schwächelnde Nachfrage nach Handys und Monitoren drückt GewinnRückgang des operativen Gewinns bei Samsung Der Überschuss stieg im Jahresvergleich um 5,9 Prozent auf 7,57 Billionen Won (etwa 5,3 Mrd. Euro), wie der weltgrößte Hersteller von Speicherchips, Fernsehern und Handys heute mitteilte. Der Umsatz kletterte um rund 1,53 Prozent auf 53,7 Billionen Won.

Samsung gibt sich optimistisch: "Die Ergebnisse sehen besser aus als erwartet", sagte Analyst Seung Woo von IBK Securities Co. der Finanzagentur Bloomberg. Vor allen das Chip-Geschäft sowie der Absatz von Displays werde künftig vermutlich für eine positive Geschäftsentwicklung sorgen. Samsung erwartet, dass vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien den Absatz von Bildschirmen und Smartphones im zweiten Quartal und darüber hinaus in die Höhe treibt.

Billig-Anbieter setzen Samsung unter Druck

Die Nachfrage nach Smartphones und Tablet-Computern sei im üblicherweise schwächeren ersten Quartal zurückgegangen, hieß es in der Samsung-Bilanz. Doch sei der Gewinn aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in der Sparte IT und Mobile Kommunikation (Handys) im Vergleich zum Vorquartal dank eines "stetigen Smartphone-Absatzes und wirksamer Marketingausgaben" um 18 Prozent gestiegen. Auch hätten sich Anpassungen von einmaligen Ausgaben bezahlt gemacht.

Die Südkoreaner bauen dabei unter anderem auf ihr neues Spitzen-Smartphone Galaxy S5, das seit diesem Monat weltweit erhältlich ist (zum Test). Beim Verkaufsstart Ende März auf dem einheimischen Markt hatte Samsung das Modell zu einem niedrigeren Preis angeboten als anfänglich das Vorgängermodell S4. Mit dem nächsten iPhone des US-Konkurrenten Apple rechnen Branchenbeobachter erst für Herbst.

Besonders bei teuren Smartphone-Modellen spürt Samsung zunehmenden Gegenwind von Anbietern günstigerer Geräte. Zwei Drittel der Smartphones werden inzwischen in Schwellenländern wie China oder Brasilien gekauft - und davon profitieren die Billig-Hersteller. Marktbeobachter betonten jedoch, dass Samsung sich gerade mit seinen billigeren Galaxy-Modellen gut behauptet habe.

Der Betriebsgewinn von Samsung, bei dem unter anderem Abschreibungen nicht berücksichtigt werden, ging von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf umgerechnet rund 5,9 Milliarden Euro zurück. In der Handy-Sparte gab es einen leichten Rückgang um 1,2 Prozent auf 6,43 Billionen Won, umgerechnet rund 4,5 Milliarden Euro.

Schwächere Nachfrage nach Flachbildschirmen

Bei den Flachbildschirmen verzeichneten die Südkoreaner im ersten Quartal einen operativen Verlust von 80 Milliarden Won. Im Markt für Flüssigkristall-Displays (LCD) sei die Nachfrage für Fernseh- und Tablet-Monitore rückläufig gewesen, hieß es. Zudem hätten sich die Anlaufphase der Produktion in China und ein Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreis im Ergebnis niedergeschlagen.

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