Quartalszahlen

Erster Gewinnrückgang seit 2011: Samsung schwächelte zum Jahresende

Samsungs Quartals­ergebnis hat die Markt­erwartungen ent­täuscht. Der Smartphone-Hersteller musste zum Jahres­ende erstmals seit zwei Jahren einen Gewinn­rückgang hin­nehmen. Der Gesamt­gewinn des Jahres konnte insgesamt jedoch gesteigert werden.
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa
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Trotz eines Rückgangs im wichtigen Schlussquartal hat der Smartphone-Marktführer Samsung seinen Jahresgewinn 2013 gesteigert. Im Gesamtjahr erwirtschaftete der Apple-Konkurrent einen Gewinn in Höhe von knapp 30,5 Billionen Won (20,5 Mrd. Euro) - ein Plus von 27,7 Prozent. Allerdings ging der Überschuss im letzten Quartal des Vorjahres erstmals seit mehr als zwei Jahren im Vergleich zum Vorquartal zurück. Dennoch blieb dem südkoreanischen Technologie-Riesen unterm Strich ein satter Gewinn von umgerechnet knapp fünf Milliarden Euro für die Monate Oktober bis Dezember.

Erster Gewinnrückgang seit 2011: Samsung schwächelt zum JahresendeSamsung schwächelt zum Jahresende Der Marktführer bei Speicherchips, Fernsehern und Handys führte den Rückgang heute in seinem Quartalsbericht unter anderem auf höhere Marketingkosten in der Weihnachtssaison, einmalige Sonderausgaben unter anderem für Mitarbeiter-Boni und negative Währungseinflüsse zurück.

Sein Quartalsergebnis habe die Markterwartungen enttäuscht, räumte Samsung ein. Der Gewinn fiel den Angaben zufolge in den Monaten Oktober bis Dezember im Vergleich zum dritten Quartal um elf Prozent auf 7,3 Billionen Won. Das operative Ergebnis sackte, wie im Ergebnisausblick des Unternehmens vor wenigen Wochen berichtet, um 18,3 Prozent auf rund 8,3 Billionen Won ab.

Im Jahresvergleich stieg der Überschuss allerdings dank der Marktdominanz bei Smartphones und der robusten Nachfrage nach Chips um 3,6 Prozent. Der Umsatz kletterte um 5,7 Prozent auf 59,28 Billionen Won. Im Gesamtjahr legten die Erlöse um 14 Prozent auf 228,69 Billionen Won zu.

Gemischte Aussichten auf das aktuelle Geschäftsjahr

Die Aussichten des Unternehmens auf das Geschäftsjahr 2014 fielen gemischt aus. Im ersten Quartal werde es schwierig sein, das Ergebnis wegen der schwächeren Saison für die IT-Industrie zu verbessern, hieß es. "Wir erwarten, dass das Jahr 2014 dem Muster des vergangenen Jahres folgt - wie gewöhnlich eine schwache erste und eine starke zweite Hälfte", wurde Samsung-Manager Robert Yi zitiert.

Bei den Investitionen will Samsung sich konservativ verhalten. Sie sollen sich in etwa auf dem Niveau von 2013 in Höhe von 23,8 Billionen Won bewegen.

Marktbeobachter verwiesen auf das langsamere Wachstum bei teuren Smartphone-Modellen und die wachsende Konkurrenz durch billigere Anbieter. Vor allem in China trifft Samsung auf stärker werdende Wettbewerber wie Huawei und ZTE.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Analysten von I'M Investment and Securities in Seoul, dass Samsung im vierten Quartal schätzungsweise 86 Millionen Smartphones abgesetzt habe. Das würde einem Rückgang von 1,1 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal entsprechen. Samsung selbst nennt keine Absatzzahlen. Die Auslieferungen seien jedoch infolge von "Anpassungen bei den Lagerbeständen zum Jahresende" leicht zurückgegangen, hieß es.

Wie Samsung weiter mitteilte, belasteten auch höhere Bonuszahlungen in Höhe von 800 Milliarden Won (fast 542 Millionen Euro) im vierten Quartal das Ergebnis. Zudem bezifferte das Unternehmen die Auswirkungen durch den Wertzuwachs der Landeswährung auf 700 Milliarden Won.

Höherer TV-Verkauf durch Olympische Winterspiele und Fußball-WM?

Mit Blick auf das Geschäft mit Bildschirmen erwartet Samsung, dass vor allem durch sportliche Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele in Sotschi und die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in Brasilien die Nachfrage nach großen Fernsehgeräten anziehen werde. Bei Halbleitern rechnet Samsung mit einer robusten Nachfrage.

Der operative Gewinn im Geschäft mit Chips legte im letzten Quartal 2013 im Jahresvergleich von 1,42 Billionen auf knapp zwei Billionen Won zu. Dabei profitierte Samsung auch von Preiserhöhungen, die unter anderem durch ein Feuer in einer Fabrik des südkoreanischen Konkurrenten SK Hynix in China angetrieben wurden. Bei Displays verzeichnete Samsung einen Rückgang des Betriebsgewinns von 1,1 Billionen Won auf 110 Milliarden Won.

Derzeit warten die Nutzer gespannt auf die Vorstellung des nächsten Smartphone-Flaggschiffs - des Samsung Galaxy S5. Über dieses gibt es bereits jetzt zahlreiche Gerüchte sowohl über dessen Ausstattung als auch zum Erscheinungstermin. Auf der letzten großen Präsentation im September vergangenen Jahres hat Samsung das Riesen-Handy Galaxy Note 3 gezeigt, das seither aber immer wieder mit Problemen wie dem Region-Lock zu kämpfen hatte. Unlängst gab es auch Meldungen über eine Sperre von Drittanbieter-Zubehör. Einen ausführlichen Test zum Galaxy Note 3 finden Sie in einer weiteren Meldung.

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