Hands-On

Samsung Pay im ersten Test: So klappt die Einrichtung

Samsung Pay ist in Deutsch­land im Rahmen einer Open Beta gestartet. Wir haben den Dienst bereits einge­richtet und berichten über unsere ersten Gehver­suche mit dem neuen mobilen Bezahl-Service.

Wie berichtet ist Samsung Pay in Deutsch­land im Rahmen einer Open Beta gestartet. Offi­ziell wird der Dienst zwar erst am 28. Oktober einge­weiht. Inter­essenten können sich aber bereits anmelden und Samsung Pay nutzen. Die Apps stehen im Google Play Store und im Samsung Galaxy Store zum Down­load bereit.

Wer die Samsung-Pay-App vorab - etwa als APK-Datei oder aus dem Google Play Store eines anderen Landes - herun­ter­geladen hat, sollte seit heute eine deutsch­spra­chige Begrü­ßungs­seite sehen. Diese leitet auf die Samsung-Webseite um, wo man sich mit der E-Mail-Adresse seines Samsung-Kontos und dem genutzten Smart­phone-Modell regis­trieren muss. Samsung Pay ist in Deutschland angekommen Samsung Pay ist in Deutschland angekommen
Screenshot: teltarif.de

Viele Handys erst Ende Oktober nutzbar

Aktuell sind die meisten höher­wer­tigen Samsung-Smart­phones aus 2019 und 2020 zur Nutzung berech­tigt. Andere Geräte sollen mit dem offi­ziellen Start Ende Oktober folgen. Mit Smart­wat­ches von Samsung kann der mobile Bezahl­dienst für deut­sche Kunden nach Angaben der Kunden­betreuung erst im kommenden Jahr genutzt werden.

Samsung will den Account in maximal 48 Stunden für den Pay-Service frei­schalten. Eine Bestä­tigung haben wir nicht erhalten und trotz erfolgter Anmel­dung hat die Samsung-Pay-App auf dem für den Test verwen­deten Samsung Galaxy S20 Ultra weiterhin immer wieder auf die Anmel­deseite verwiesen. Verknüpfung mit dem Girokonto Verknüpfung mit dem Girokonto
Screenshot: teltarif.de

Bei der Erst­ein­rich­tung "nach­helfen"

Samsung Galaxy S20 Ultra

Wir haben im Menü Einstel­lungen - Apps des Smart­phones Cache und Daten der Samsung-Pay-App gelöscht und diese anschlie­ßend erneut geöffnet. Nun forderte die Anwen­dung die Berech­tigung an, etwa 120 MB Daten herun­ter­zuladen. Das ist offenbar die eigent­liche App für den deut­schen Markt. Über ein 100-MBit/s-WLAN war der Down­load schnell erle­digt.

Nun sah die Start­seite der App völlig anders aus. Wir konnten den Samsung-Account inklu­sive Pass­wort eingeben und wurden im Anschluss durch das intuitiv bedien­bare Einrich­tungs­menü gelotst. Die eigent­liche Nutzung von Samsung Pay soll abge­sichert erfolgen. Die Authen­tifi­zie­rung ist über den Finger­abdruck­sensor oder durch eine PIN-Eingabe möglich.

Auch wenn man sich für die Vari­ante mit dem Finger­abdruck­sensor entscheidet, muss die PIN einge­richtet werden. Sind auf dem Smart­phone noch andere Bezahl­ver­fahren - beispiels­weise Google Pay - einge­richtet, so kann Samsung Pay zum neuen Stan­dard erklärt werden. Alter­nativ kann man auch fest­legen, dass der Samsung-Dienst nur dann verwendet wird, wenn man diesen explizit öffnet und ansonsten kommt die bereits einge­rich­tete Stan­dard-Bezahl­methode zum Einsatz.

Koope­ration mit der Sola­ris­bank

Samsung arbeitet für seinen Bezahl­dienst mit der Sola­ris­bank zusammen. Von dieser bekommt der Kunde eine virtu­elle Debit VisaCard. Diese wird mit dem bereits vorhan­denen Giro­konto bei einem belie­bigen deut­schen Kredit­institut verbunden, über das die anfal­lenden Kosten begli­chen werden.

Bei der Anmel­dung müssen Name, Geburts­datum, E-Mail-Adresse und der Beschäf­tigungs­status (Ange­stellt, Selbst­ständig, Arbeitslos) ange­geben werden. Dazu kommt die Tele­fon­nummer, die aus dem Smart­phone ausge­lesen wird und nicht editiert werden kann. Das war in unserem Fall ein Problem, weil einer o2-Nummer auto­matisch zweimal die deut­sche Länder­vor­wahl 49 voran­gestellt wurde.

Wir wichen auf eine Voda­fone-Rufnummer aus, bei der dieses Problem nicht auftrat, sodass die Veri­fizie­rungs-SMS auf dem Smart­phone ankam. Nach der Erst­ein­rich­tung von Samsung Pay kann die genutzte Handy­nummer geän­dert werden. Dann kann die Rufnummer komplett manuell einge­geben werden, sodass wir auch die o2-Nummer verwenden konnten. Zahlungsplaner in der Samsung-Pay-App Zahlungsplaner in der Samsung-Pay-App
Screenshot: teltarif.de

So erfolgt die Verknüp­fung mit dem Giro­konto

Sicher­heits­tech­nisch viel­leicht etwas heikel ist die Art und Weise, wie die Verknüp­fung mit dem vorhan­denen Giro­konto herge­stellt wird. Dazu müssen zunächst IBAN, Bank und BIC ange­geben werden (wobei sich Bank­name und BIC nach der IBAN-Angabe auto­matisch gene­rieren). Danach werden die Login-Daten für das Online-Banking gefor­dert, um die Iden­tität zu bestä­tigen.

Bei diesem Schritt werden 5 Cent an Samsung Pay über­wiesen, die inner­halb von acht Tagen wieder auf dem Haus­bank­konto des Kunden landen sollen. Nun infor­miert das Menü bei der Erst­ein­rich­tung darüber, dass Splitpay einge­richtet wurde. Damit lassen sich anfal­lende Kosten in Raten abstot­tern, sofern man das möchte.

Im letzten Schritt erfolgt nun der eigent­liche Antrag für die Samsung Pay Debit Card. Dieser lässt sich auch herun­ter­laden und über­prüfen. Auch die AGB und Details zu Splitpay sind abrufbar, werden aber auch auto­matisch per E-Mail über­mit­telt. Nun wird das SEPA-Mandat erteilt. Im Anschluss wird die Debit Visa Card ange­zeigt und per Push-Benach­rich­tigung mitge­teilt, die Karte sei akti­viert worden. Kurzinfo zur Funktionsweise Kurzinfo zur Funktionsweise
Screenshot: teltarif.de

Erstes Fazit

Die App hinter­lässt einen aufge­räumten Eindruck und bietet unter anderem auch einen Zahlungs­planer, der darüber infor­miert, welche Ausgaben in welchem Zeit­raum getä­tigt wurden. Tage mit hohem Umsatz werden geson­dert hervor­gehoben. Auch eine Kurz­ein­füh­rung zur Nutzung von Samsung Pay ist in der App zu finden.

Eine gute Lösung ist die Swipe-Bewe­gung vom unteren Display­rand nach oben, um die Karte aufzu­rufen und den Bezahl­vor­gang zu starten. Dazu muss das Smart­phone entsperrt sein. Nutzbar sein soll Samsung Pay überall dort, wo kontakt­lose Zahlungen mit Geräten möglich sind. Das werden wir in den kommenden Tagen und Wochen im In- und Ausland auspro­bieren.

In einer weiteren Meldung haben wir bereits darüber berichtet, welche Bezahl­lösung Brüssel für die EU vorschwebt.