Displayweek

Samsung zeigt dehnbares OLED-Panel

Noch dieses Jahr sollte den Planungen von Samsung zufolge ein Smartphone mit biegsamen Display erscheinen, aber auf der Displayweek 2017 zeigt der Konzern bereits die nächste Evolutionsstufe: Dehnbare Displays.
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Im Los Angeles Convention Center präsentiert Samsung den Prototypen eines OLED-Displays, welches sich bis zu einem gewissen Grad ausdehnen lässt, wie der Korea Herald berichtet. Das 9,1 Zoll große Panel ist als Weiterentwicklung der bisherigen flexiblen Displays zu betrachten, da es ebenfalls gerollt und gefaltet werden kann. Angeblich kehrt es noch in seine Ursprungsform zurück, wenn es einen halben Zoll respektive gut 1,27 cm eindedrückt wird.

Noch befindet sich die Technologie mitten in der Entwicklung, sodass es noch keine Prognosen für erste Geräte gibt, die man frei im Handel kaufen kann. Die Einsatzorte sieht der Konzern jedoch in vielfältiger Hinsicht: Für Wearable Devices wie Smartwatches über IoT-Geräte (Internet of Things) oder auch im Auto. Da es sich fast beliebig formen lässt, ermöglicht es Designer neue Ideen umzusetzen.

Auch wenn man eventuell zuerst an neue Formen für Geräte denkt, könnte Samsung Display Inc. mit der Entwicklung einen ganz anderen Ansatz verfolgen. Denn wenn das Display bei Stößen nach gibt, anstatt zu zersplittern, könnte ein dehnbares Display insgesamt robustere Geräte ermöglichen. Denn nach wie vor sind gebrochene Glasscheiben einer der häufigsten Gründe für die Reparatur von Smartphones, Tablets und anderen tragbaren Geräten.

Samsung OLED-Display
Hier sieht man den Dehneffekt sehr gut in Aktion

4K-Mini-Display mit 2250 ppi

Doch nicht nur einen dehnbaren OLED-Prototypen hat Samsung zur Displayweek 2017 mitgebracht. Auch für VR-Anwendungen hat das Unternehmen ein neues Panel vorgestellt und das kann sich wahrlich sehen lassen. Auf gerade mal 1,96 Zoll Diagonale vereint Samsung Display Inc ganze 3840 mal 2160 Pixel, was einer Pixeldichte von enorm großen 2250 ppi (pixel per inch) entspricht.

Genau wie das dehnbare OLED-Panel ist das neue 4K-LC-Display noch im Prototypenstatus. Sollte Samsung die Technologie zur Serienreife bringen, dann könnte ein solches Display VR-Brillen wie die Oculus Rift oder HTC Vive noch hochauflösender machen und Treppen-Effekte verringern. Immerhin sind bei dieser Größe einzelne Pixel quasi nicht mehr zu sehen, was bei QuadHD-Displays bei Smartphones heutzutage in VR-Brillen schon der Fall ist.

Auf der anderen Seite erfordert die Darstellung derart vieler Pixel auch entsprechende Rechenleistung im PC, auf dem die VR-Inhalte gerendert werden. Dies dürfte die potenzielle Zielgruppe erheblich einschränken. Und noch eine Sache könnte den Einsatz erschweren: Ein LC-Display hat eine höhere Schaltzeit als ein OLED-Panel, weswegen es bei einem LC-Display bei schnellen Bewegungen eher zu sogenannten Ghosting-Effekten kommt als bei einem OLED-Display. Das bedeutet, dass sich schnell bewegende Objekte mehr oder weniger stark ausgeprägte Schlieren nach sich ziehen.

3D ist noch nicht tot

Samsung OLED-DisplayForschung: Ein begrenzt dehnbares OLED-Panel von Samsung Und last but not least hat Samsung Display Inc. ein neues 5,09 Zoll großes OLED-Display als dritte Neuheit vorgestellt, womit brillenfreies 3D ermöglicht wird. Genauer gesagt Stereoskopisches 3D, bei dem zwei Bilder mit unterschiedlichen Blickwinkel gleichzeitig betrachtet werden. Daraus errechnet das menschliche Gehirn wiederum ein Bild mit räumlicher Tiefe, was letzten Endes den 3D-Effekt ausmacht.

Laut den Angaben von Samsung würde die Verwendung der OLED-Technologie ein natürlicheres Bild ermöglichen anstatt die klassische LCD-Technologie. Als Einsatzzweck hat der Konzern bisher nur vom Einsatz bei Spielen und Aufklappbüchern gesprochen, um seine neuen 3D-Displays zu vermarkten.

Warum ein OLED-Display weniger Strom als ein IPS-Display verwendet und welches Displayglas das härteste im Nehmen ist, verrät Ihnen unser Ratgeber zu den verschiedenen Display-Technologien.

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