Vorgestellt

Samsung Galaxy S9 & S9+ sind offiziell: Erster Hands-On-Test

Samsung hat seine neuen Smartphones Galaxy S9 und S9+ offiziell vorgestellt. Wir konnten die Geräte bereits einem Hands-On-Test unterziehen und berichten darüber, welchen Eindruck die Smartphones dabei hinterlassen haben.

Samsung hat anlässlich seines Unpacked-Events auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona seine beiden neuen Smartphone-Flaggschiffe, das Samsung Galaxy S9 und das Samsung Galaxy S9+, offiziell vorgestellt. Die Handhelds sollen ab heute Abend vorbestellbar sein und werden ab 16. März ausgeliefert. Wir hatten bereits die Möglichkeit, die Geräte einem ersten Hands-On-Test zu unterziehen.

Datenblätter

Das Samsung Galaxy S9 ist 147,7 mal 68,7 mal 8,5 Millimeter groß und 163 Gramm schwer. Es ist nach IP68 zertifiziert und verfügt über ein 5,8 Zoll großes Quad-HD-AMOLED-Display im Seitenverhältnis 18,5:9. Das 158,1 mal 73,8 mal 8,5 Millimeter große Samsung Galaxy S9+ bringt 189 Gramm auf die Waage. Der Quad-HD-Bildschirm hat eine Diagonale von 6,2 Zoll und ebenfalls ein Seitenverhältnis von 18,5:9.

Gute Displays im 18,5:9-Format

Das Galaxy S9+ ist das neue Smartphone-Spitzenmodell von Samsung Das Galaxy S9+ ist das neue Smartphone-Spitzenmodell von Samsung
Foto: teltarif.de
Die Displays hinterließen im Hands-On-Test einen guten Eindruck. Satte Farben wurden dennoch sehr natürlich dargestellt und auch schlechte Lichtverhältnisse wie direkte Sonneneinstrahlung sollten kein Problem darstellen, wobei wir das bei winterlichem Schmuddelwetter freilich nicht ausprobieren konnten. Einen guten Eindruck vermittelte die Blickwinkelstabilität. Auch bei seitlichem Betrachten des Bildschirms waren die Inhalte noch gut sichtbar.

Die Smartphones sind äußerlich dem Samsung Galaxy S8 bzw. Galaxy S8+ aus dem vergangenen Jahr sehr ähnlich. Am Design hat der Hersteller zumindest auf der Vorderseite keine Änderungen vorgenommen. Auf der Rückseite sieht das schon anders aus. Deutlich sichtbar hat das Samsung Galaxy S9+ nun eine Dual-Kamera bekommen, die das Vorjahresmodell noch nicht an Bord hatte.

Fingerabdrucksensor unterhalb der Kamera

Samsung hat zudem auf die Kritik vieler Nutzer reagiert, die sich am Fingerabdrucksensor neben der Kameralinse gestört haben. Nicht selten landete der Finger nicht auf dem Sensor, sondern nebenan in der Kameralinse, die demnach immer wieder gesäubert werden musste, um die Qualität der Fotos und Videos nicht zu beeinträchtigen. Nun befindet sich der Sensor unterhalb der Kamera, was auch zur Folge hat, dass dieser beispielsweise mit dem Zeigefinger besser erreichbar ist, wenn man das Smartphone in die Hand nimmt.

Der Fingerabdrucksensor des Samsung Galaxy S9 befindet sich unterhalb der Kamera Der Fingerabdrucksensor des Samsung Galaxy S9 befindet sich unterhalb der Kamera
Foto: teltarif.de
Bei beiden neuen Handhelds spricht Samsung von einem 10-nm/64-Bit-Octa-Core-Prozessor (2,7 GHz Quad und 1,7 GHz Quad). Dabei setzt der Hersteller für die auf dem europäischen Markt verkauften Geräte einmal mehr auf seine eigene Exynos-Plattform, während in anderen Regionen eine Qualcomm-CPU verbaut wird. Das kleinere der beiden Smartphones muss mit 4 GB Arbeitsspeicher auskommen, während das Plus-Modell über 6 GB RAM verfügt.

Beide Geräte liefen im ersten kurzen Test absolut ruckelfrei. Das galt für das Surfen durch die Menüs ebenso wie für die Nutzung der vorinstallierten Apps. Wie leistungsfähig die neuen Samsung-Smartphones bei intensiver Belastung sind, muss sich allerdings im Rahmen eines ausführlichen Tests noch zeigen.

So viel Speicherplatz bieten die neuen Samsung-Smartphones

Samsung bietet beide S9-Modelle wahlweise mit 64 und 256 GB Speicherplatz an, wobei es noch fraglich ist, ob die Varianten mit der größeren Speicherkapazität den offiziellen Weg auf den deutschen Markt finden werden. Bei den Vorjahresmodellen war das nicht der Fall. Der Hersteller hat an den Speichergrößen demnach nichts gegenüber Galaxy S8 und S8+ geändert, bietet aber weiterhin die Möglichkeit der Aufrüstung mit mircoSD-Karten an. Diese können nun eine Kapazität von bis zu 400 GB haben.

In Deutschland kommen die neuen Smartphones in drei Farben auf den Markt In Deutschland kommen die neuen Smartphones in drei Farben auf den Markt
Foto: teltarif.de
Samsung Galaxy S9 und Galaxy S9+ unterstützen Gigabit-LTE-Verbindungen für den mobilen Internet-Zugang. Mit LTE Cat. 18 dürften die Handhelds auch für den Einsatz in den nächsten Jahren fit sein. Wie gut der 4G-Internet-Zugang tatsächlich funktioniert, konnten wir im ersten Test nicht ermitteln, da die Geräte, die im Showroom des Herstellers zur Verfügung standen, über keine SIM-Karten verfügten.

WLAN kann auf 2,4 und 5 GHz genutzt werden. Dazu stehen die Standards 802.11a/b/g/n/ac zur Verfügung. Für Verbindungen mit anderen Geräten steht Bluetooth 5.0 (inklusive der Bluetooth-LE-Unterstützung) zur Verfügung. Dazu gibt es einen Empfänger für GPS, Galileo, Glonass und BeiDou, um standortbezogene Dienste oder die Navigation zu nutzen.

Starke Akkus integriert

Das Samsung Galaxy S9 bietet nun einen Akku mit 3000 mAh Kapazität, während der Akku des Plus-Modells mit einem 3500-mAh-Akku ausgestattet ist. Zu den Standby- und Betriebszeiten lässt sich aber erst nach einem ausführlichen Test etwas sagen. Im Kurz-Test hatten wir die Smartphones nicht lange genug zur Verfügung.

Der Hersteller hat die Hauptkameras auf der Rückseite nochmals verbessert, obwohl die Geräte aus dem Vorjahr ja schon sehr gut abgeschnitten hatten. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen holen die Kameras sehr viel heraus, ohne dass das Bildrauschen besonders groß wäre, wie sich im Samsung-Showroom im direkten Vergleich mit einem Google Pixel 2, allerdings anhand einer von Samsung selbst zu diesem Zweck bereitgestellten Szene, gezeigt hat.

Dual-Kamera beim Samsung Galaxy S9+

Foto bei schlechten Lichtverhältnissen (links Samsung Galaxy S9+, rechts Google Pixel 2) Foto bei schlechten Lichtverhältnissen (links Samsung Galaxy S9+, rechts Google Pixel 2)
Foto: teltarif.de
Wie schon das Samsung Galaxy Note 8 hat nun auch das Samsung Galaxy S9+ eine Dual-Hauptkamera bekommen. Beide Kameras verfügen über eine Auflösung von 12 Megapixel (einmal f1.5/f2.4 und zum anderen f.4) und Autofokus. Das Samsung Galaxy S9 hat nur eine 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite (f1.5/f2.4). Zudem verfügen beide neuen Handhelds über eine 8-Megapixel-Frontkamera (f1.7), die ebenfalls über eine Autofokus-Funktion verfügt.

Das Betriebssystem inklusive vorinstallierter Benutzeroberfläche erinnert im ersten Moment an ein Samsung Galaxy S8 nach dem Update auf Android Oreo. In der Tat kommt auch bei den neuen Modellen die Firmware-Version 8.0 verbunden mit Samsung Experience 9.0 zum Einsatz. Als Neuerung gibt es nun beispielsweise die Möglichkeit, mit der Frontkamera Avatare zu erstellen und diese - ähnlich wie vom Apple iPhone X bekannt - für animierte GIFs zu nutzen. Diese Dateien lassen sich für beliebige Programme - etwa WhatsApp oder den Facebook Messenger - verwenden. Der Homescreen ist zudem mit dem vorinstallierten Launcher jetzt auch im Querformat nutzbar.

Bixby soll künftig noch mehr können

Verbesserungen kündigt Samsung auch für seinen eigenen Assistenten Bixby an, der - wie bei den Vorjahresmodellen - auch wieder eine eigene Hardware-Taste unterhalb des Lautstärke-Reglers auf der linken Außenseite der Telefone bekommen hat. Nach wie vor gibt es aber noch keinen konkreten Termin für die Verfügbarkeit des Sprachassistenten in deutscher Sprache. Ursprünglich war die Realisierung schon für das vergangene Jahr vorgesehen, die Umsetzung hat sich aber verzögert.

Arbeiten mit der neuen DeX-Station Arbeiten mit der neuen DeX-Station
Foto: teltarif.de
Samsung erhebt den Anspruch, dass Bixby den Nutzer wirklich versteht und nicht - wie andere Sprachassistenten - nur vordefinierte Begriffe auswerten und feststehende Befehle umsetzen kann. Offenbar nimmt die Programmierung für mehrere Sprachen deutlich mehr Zeit in Anspruch als Samsung zunächst einkalkuliert hatte. So ist die Funktion vorerst weiterhin nur in Englisch und Koreanisch verfügbar.

Stereo-Lautsprecher mit gutem Sound

Samsung reiht sich nun auch bei den Herstellern ein, die sich mehr Mühe als früher bei der Wahl der in den Smartphones integrierten Lautsprecher geben. Einerseits gibt es erstmals Stereo-Sound bei den Galaxy-Modellen, zum anderen bieten die Lautsprecher von Galaxy S9 und Galaxy S9+ nun auch Dolby-Atmos-Unterstützung. Die maximal mögliche Lautstärke wurde gegenüber den Vorjahresmodellen erhöht.

Wir haben die Lautsprecher des Samsung Galaxy S9+ ausprobiert, indem wir die bekannte Webradio-App TuneIn Radio installiert haben. Das Smartphone bietet - gerade auch unter Berücksichtigung seiner Abmessungen - einen wirklich guten Klang. Dieser ist immer noch etwas höhenbetonter als beispielsweise ein Apple iPhone X oder ein Huawei Mate 9, aber deutlich natürlicher und ausgewogener als beim Samsung Galaxy S8+.

Neue DeX-Station als Zubehör

Einerseits ist es sicher erfreulich, dass Samsung die DeX-Funktion weiterentwickelt, andererseits ist es für den Kunden sehr unpraktisch, dass der Hersteller nun für jede Geräte-Generation eine neue Docking-Station auf den Markt bringt. Das ist auch bei Galaxy S9 und Galaxy S9+ der Fall. Da ist es ein schwacher Trost, dass der Kaufpreis etwas geringer als bisher ausfallen soll.

Die DeX-Docking-Station soll das Smartphone mit Tastatur und Monitor verbinden und so als Computer-Ersatz positionieren. Das Handy selbst lässt sich dabei auch als Touchpad einsetzen, was bei DeX mit den Samsung-Smartphones aus dem vergangenen Jahr nicht möglich war. Zudem werden nun auch unterschiedliche Display-Auflösungen unterstützt. Lag das Maximum bislang bei 1080p, so sind nun auch 1440p möglich.

Fazit: Gute Weiterentwicklung

Samsung Galaxy S9 und S9+ nebeneinander Samsung Galaxy S9 und S9+ nebeneinander
Foto: teltarif.de
Samsung Galaxy S9 und Samsung Galaxy S9+ sind gute Weiterentwicklungen gegenüber den S8-Modellen vor einem Jahr. Optisch und von der Verarbeitung her gibt es keine Unterschiede, sieht man einmal von der Dual-Kamera beim Samsung Galaxy S9+ und von der neuen Position des Fingerabdrucksensors ab. Dafür hat sich unter der Haube umso mehr getan.

Die neue Kamera beeindruckt vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen, dazu kommen die neuen Stereo-Lautsprecher mit wirklich gutem Klang. Dazu hat Samsung die aktuelle Prozessor-Generation integriert, die leistungsfähiger als die CPU aus dem Vorjahr ist. Schade ist es indes, dass bei den Standard-Versionen weiterhin nur 64 GB interner Speicherplatz verfügbar ist. Insgesamt betrachtet handelt es sich um ein gelungenes Update, wobei sich der Umstieg für einen Besitzer eines Samsung Galaxy S8 oder S8+ kaum lohnen dürfte. Größer ist naturgemäß der Mehrwert, wenn man von einer älteren Geräte-Generation kommt.

Weitere Infos und Bilder der neuen Galaxy S9 finden Sie in einer Bilder-News. Wie viel Interessenten für die neuen Smartphones bezahlen müssen, haben wir in einer News für Sie zusammengefasst.

Mittlerweile steht auch fest, was Galaxy S9 und Galaxy S9+ in Deutschland bei den Netzbetreibern sowie ausgewählten Providern und Händlern kosten.

Mehr zum Thema Samsung