IFA-Unpacked 2016

Samsung Gear S3: Die Uhr die weiß, wie schnell & wo du bist

Auf der großen IFA-Pressekonferenz hat Samsung seine neueste Smartwatch gezeigt. Die Uhr namens Gear S3 kommt in zwei Varianten und bringt viele Funktionen mit, auf die Nutzer lange gewartet haben. Wir haben die Details zum Unpacked 2016.
AAA
Teilen (5)

Nachdem Samsung bereits Anfang des Monats das Galaxy Note 7 vorgestellt hat, richtete sich das Augenmerk umso mehr auf die IFA. Denn heute - zwei Tage vor dem offiziellen Start der Messe in Berlin - fand das Unpacked-Event von Samsung statt. Auf der Veranstaltung, die unter dem Motto "Talk about 3" stand, hat der Hersteller seine neue Smartwatch vorgestellt. Die Gear S3 ist das mittlerweile fünfte Uhren-Modell von Samsung und bringt Funktionen mit, auf die einige Nutzer lange gewartet haben.

Samsung Gear S3 frontier (links) und classic (rechts)Samsung Gear S3 frontier (links)
und classic (rechts)
Weitere Bilder mit Klick aufs Bild
Der Nachfolger der Gear S2 aus dem Vorjahr ist wieder deutlich größer geworden. Dafür hat Samsung einige neue Features in das intelligente Helferlein am Handgelenk gepackt. Dazu zählen zahlreiche neue Funktionen, die wir im folgenden Hands-On-Test vorstellen.

Gear S3 kommt in zwei Versionen

Samsung bringt die Gear S3 in zwei Versionen auf den Markt. Die Gear S3 classic ist mit ihrem Armband aus echtem Leder eher klassisch ausgerichtet - daher der Name. Wer es sportlicher mag findet in der Gear S3 frontier vielleicht das passende Modell. Das Armband dieser Version besteht aus Kunststoff und die Uhr erscheint durch ihr dunkles Gehäuse und die rutschfesten Knöpfe an der Seite robuster als die Gear S3 classic. Von den Maßen her unterscheiden sich die unterschiedlichen Uhren-Ausführungen nicht: Beide haben Abmessungen von 46,1 mal 49,1 mal 12,9 Millimeter. Die Gear S3 classic ist mit 57 Gramm (ohne Armband) allerdings etwas leichter als das 62 Gramm schwere Modell frontier.

Samsung Gear S3: Neue Smartwatch ist vergleichsweise groß
Neue Smartwatch ist vergleichsweise groß
Die Maße verraten es bereits: Für schmale Handgelenke ist die Gear S3 wenig geeignet. Selbst bei Männern ist die Smartwatch sehr auffällig - der Nutzer muss somit ein Faible für große Uhren haben. Das sportliche Modell frontier lässt sich im Neuzustand etwas besser händeln, da das Kunststoff-Armband flexibler ist und sich eher dem Handgelenk anpasst. Dafür wurde die Gear S3 classic mit einem Band aus echtem Leder ausgestattet, das neu eher steif ist und sich somit nicht so gut dem Handgelenk anpasst. Dies ändert sich allerdings nach einigen Tagen - und das Leder hat einen weiteren Vorteil: Der Nutzer schwitzt unter dem Armband weniger als bei dem Pendant aus Kunststoff.

Die Armbänder der Gear S3 können ausgetauscht werden. An die Uhr kann jedes handelsübliche 22-Millimeter-Band angebracht werden, was gegenüber dem Vorgänger Gear S2 mit Kunststoff-Armband ein deutlicher Vorteil ist. Denn bei der älteren Smartwatch können Nutzer aufgrund einer speziellen Verbindung zwischen Uhr und Armband nur auf die von Samsung angebotenen Armbänder zurückgreifen.

Samsung  Smartwatch kommt mit neuen Armbändern. Aber auch jdes andere handelsübliche Uhren-Armband ist kompatibel.
Samsung Smartwatch kommt mit neuen Armbändern. Aber auch jdes andere handelsübliche Uhren-Armband ist kompatibel.

Touchdisplay und jede Menge Sensoren

Die Gear S3 bietet sowohl in der Version classic als auch frontier ein berührungsempfindliches SuperAMOLED-Display mit einem Durchmesser von 33 Millimeter (1,3 Zoll), das durch Gorilla Glass geschützt ist. Damit bietet die neue Smartwatch mehr Platz auf dem Screen als sein Vorgänger (1,2 Zoll). An der Auflösung von 360 mal 360 Pixel hat sich nichts geändert.

Das Display zeigte sich im ersten Test ausreichend hell - abzuwarten bleibt, wie es sich bei grellem Sonnenlicht schlägt. Nach einigen Sekunden wechselt die Uhr automatisch in die adaptive Anzeige, die weniger hell strahlt. Das soll Strom sparen. Das "Adaptive Display" wird auf Wunsch auch dann aktiv, wenn Nutzer den Screen mit der Handfläche abdecken.

Samsung hat die Gear S3 nach IP68 vor Staub und Wasser geschützt. Das Gehäuse aus Stahl (Stainless Steel) scheint robust genug, um auch etwas härtere Stöße zu überstehen. Einige Sensoren wie beispielsweise der Pulsmesser sitzen auf der Rückseite, also der Seite, die direkt auf der Haut des Nutzers aufliegt. Andere sind direkt in der Uhr eingebaut.

Die Rückseite der Gear S3 mit Pulsmesser und weiteren Sensoren
Die Rückseite der Gear S3 mit Pulsmesser und weiteren Sensoren
Beide Uhren-Versionen besitzen die drehbare Lünette, die wir bereits von der Gear S2 kennen. Über diese kann die Smartwatch bedient werden, ohne auf den Touchscreen, also das Uhrenglas, fassen zu müssen. Außerdem gibt es auf der rechten Seite zwei haptische Druckknöpfe.

Auch in Sachen Sensoren unterscheiden sich die Gear S3 frontier und classic nicht: Die Uhr unterstützt GPS/Glonass und kann dadurch die Position des Trägers bestimmen. Wird die SOS-Funktion aktiviert, wird ein zuvor festgelegter Kontakt über die Notsituation benachrichtigt und bekommt zudem die Position des Verunglückten angezeigt. Ein Tachometer bestimmt, wie schnell der Träger unterwegs ist, was bei einigen Sportarten wie Wandern, Radfahren etc. hilfreich sein kann. Auch ein Barometer ist in der Smartwatch integriert, das den Luftdruck misst und somit beispielsweise beim Bergsteigen Hinweise auf Schlechtwetterfronten geben kann. Nicht fehlen dürfen auch der Herzfrequenzmesser und der Schrittzähler. Die Gear S3 misst die am Tag verbrauchten Kalorien anhand des Bewegungsprofils, das die Smartwatch aufzeichnet.

Dank GPS-Unterstützung zeigt die Gear S3 von Samsung den Standort des Trägers an
Dank GPS-Unterstützung zeigt die Gear S3 von Samsung den Standort des Trägers an

Gear S3: Smartwatch mit Lautsprecher für Musik und Telefonate

In der Uhr von Samsung ist aber auch ein Lautsprecher integriert. Anrufe können somit direkt über die Uhr geführt werden, wenn diese mit dem Smartphone gekoppelt ist. Kompatibel sind eine Vielzahl von Android-Handys, den vollen Funktionsumfang der Uhr garantiert Samsung aber nur mit eigenen Geräten. Auch die Kompatibilität zu iOS und somit Apples iPhones wird derzeit getestet.

Abseits der Telefonie lässt sich dank des Lautsprechers auch Musik über die Uhr wiedergeben. Diese kommt entweder vom Smartphone oder der Nutzer greift auf Streaming-Apps wie Spotify zurück. Die App kann direkt auf der Gear S3 installiert werden, gibt aktuell aber nur gestreamte Songs wider - die Offline-Wiedergabe über die App wird nicht unterstützt. Der Ton ist bei maximaler Lautstärke ausreichend laut, um gut gehört werden zu können. Ein kleiner Raum lässt sich mit der Uhr aber nur schwer beschallen. Zudem wirkt der Klang unserer Meinung nach etwas blechern.

Gehen Nachrichten statt Anrufe auf der Uhr ein, können Nutzer diese nicht nur direkt auf dem Display lesen, sondern auch beantworten. Dafür stehen vorgefertigte Nachrichten bereit, Antworten können aber auch selbst über die Gear-App auf dem Smartphone erstellt und gespeichert werden. Zudem bietet die Uhr neben einer virtuellen Tastatur - sogar mit Emojis - auch die Möglichkeit, auf dem Touchscreen zu schreiben. Gemalte Buchstaben erkennt das Gerät und fügt diese zu Wörter zusammen. Dabei zeigte sich die Gear S3 im ersten Hands-On-Test bei der Erkennung der gemalten Buchstaben und Bilder äußerst zuverlässig.

Verschiedene Funktionen der Gear S3. Auch Schreiben lässt sich auf dem Display.
Verschiedene Funktionen der Gear S3. Auch Schreiben lässt sich auf dem Display.

Die Technik der Gear S3

Damit alle Sensoren und Funktionen auch problemlos funktionieren, hat Samsung die Gear S3 mit einem 1-GHz-Dual-Core-Prozessor ausgestattet. Dazu gibt es 768 MB Arbeitsspeicher und 4 GB internen Speicher. Als Betriebssystem kommt Tizen in der Version 2.3.1 zum Einsatz. Laut Samsung gibt es für die Uhr zum Start über 10 000 kompatible Apps.

Die Gear S3 unterstützt WLAN b/g/n (2,4-GHz-Band), Bluetooth 4.1 und NFC. Für die Stromzufuhr sorgt ein 380-mAh-Akku, wobei Samsung die Laufzeit mit diversen Stromspareinstellungen noch verlängern will. Die Uhr wird per Induktion geladen, ein entsprechender Ladeadapter liegt dem Lieferumfang bei.

Alt vs. neu: Links die neue Gear S3, rechts die ein Jahr alte Gear S2 im kleineren Format
Alt vs. neu: Links die neue Gear S3, rechts die ein Jahr alte Gear S2 im kleineren Format

Gear S3: Erstes Fazit

Die Gear S3 gliedert sich gut in die Familie der Wearables von Samsung ein. Im Vergleich zur Gear S2 aus dem Vorjahr bietet die Smartwatch nicht nur eine leistungsstärkere Batterie, sondern auch schnellere Technik - Displayauflösung, interner Speicher und WLAN sind hingegen gleich geblieben. Was die Größe angeht, so hat die Gear S3 deutlich zugelegt. An Menschen mit schmalen Handgelenken wird die Uhr somit sehr auffällig sein.

Durch das nun integrierte GPS und Sensoren wie der Tacho- und Barometer, Herzfrequenzmesser und Schrittzähler ist die Gear S3 der ideale Begleiter für aktive Menschen. Selbst das Telefonieren über die Uhr ist möglich, wobei es hierfür die Koppelung mit einem Smartphone bedarf. Laut Samsung ist für Deutschland kein Modell mit integrierter SIM-Karte (eSIM) geplant.

Die Gear S3 in den Versionen classic und frontier wird voraussichtlich im Oktober auf den Markt kommen.

Den Test der Samsung Gear S2 lesen Sie in einer weiteren Meldung.

Teilen (5)

Mehr zum Thema Samsung