Foldables

Klapp-Duell: Galaxy Z Flip und Motorola Razr im Vergleich

Vergan­gene Woche hatte Samsung mit dem Galaxy Z Flip sein zweites Fold­able vorge­stellt. Der Falt­mecha­nismus ist dabei ähnlich zum Moto­rola Razr (2019). Wir haben beide Klapp­handys mitein­ander vergli­chen.
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Das Samsung Galaxy Z Flip und das Moto­rola Razr (2019) sind zwei aktu­elle Fold­able-Genera­tionen, die mit einem ähnli­chen Klapp-Mecha­nismus arbeiten. Beide Modelle lassen sich in der Mitte zusam­menfalten bezie­hungs­weise klappen. Moto­rola ließ sich bei der Design-Entwick­lung letzt­lich von den alten Razr-Modellen aus dem eigenen Haus inspi­rieren und lässt bewährtes Design mit neuer Tech­nologie wieder aufleben.

Samsung vertraut auf ein ähnli­ches Design, weshalb beide Geräte auch gut und gerne aus einer Hand entstanden sein könnten. Der südko­reani­sche Hersteller wendet sich im Hinblick auf das Flip-Design sichtbar von der ersten Genera­tion Galaxy Fold ab. Vermochte man hier im vergan­genen Jahr noch Smart­phone mit den Vorzügen einer Tablet-Display­fläche zu kombi­nieren, steht das Galaxy Z Flip unter dem Stern der Kompakt­heit.

Wir haben Flip und Razr mitein­ander vergli­chen und die wesent­lichen Unter­schiede der beiden Fold­ables zusam­menge­tragen.

Samsung Galaxy Z Flip und Moto­rola Razr (2019): Unter­schiede

Samsung bewahrt beim Galaxy Z Flip sein typi­sches abge­rundetes Gehäu­sede­sign. Man sieht auf den ersten Blick: Das ist ein Galaxy - nur zum Klappen. Moto­rola geht bei der Verar­beitung deut­lich kantiger vor. Im unteren Bereich ist zudem ein dicker sicht­barer Gehäu­serand zu sehen, was beim Galaxy Z Flip fehlt. Samsung versucht, die Display­ränder zeit­gemäß schmal zu halten. Den dickeren Rand beim Razr aber zu stark zu kriti­sieren, wäre unge­recht. Ist das Razr zusam­menge­klappt, sieht das Design anspre­chend aus. Zudem inte­griert Moto­rola dort auch den physi­schen Home­button.

Das Design des Samsung Galaxy Z Flip begüns­tigt die Display-Diago­nale. In ausge­klapptem Zustand erreicht das Fold­able so 6,7 Zoll, das Display des Moto­rola Razr (2019) kommt ausge­klappt auf 6,2 Zoll. Sind beide Smart­phones zusam­menge­klappt, gibt es ein zweites, kleines Display, das unter anderem zur Anzeige von Benach­rich­tigungen dient. Hier bietet das Razr mit einer Diago­nale von 2,7 Zoll deut­lich mehr als das Flip, dessen zweites Display nur eine Diago­nale von 1,05 Zoll aufweist.

Samsung Galaxy Z Flip
Samsung Galaxy Z Flip
Als Haupt-Panel wird in beiden Fold­ales ein AMOLED verwendet, das des Flip löst mit maximal 1080 mal 2636 Pixel aber höher auf als das Panel des Razr mit 876 mal 2142 Pixel. Während die Front­kamera des Galaxy Z Flip als dezentes Punch-Hole umge­setzt ist, benö­tigt die Kamera des Razr in Form einer brei­teren Notch mehr Platz. Inter­essant: Die Haupt­kameras der Fold­ables lassen sich auch für Selfies nutzen, wenn die Geräte zusam­menge­klappt sind. Das Moto­rola Razr (2019) bietet aller­dings nur eine Single-Kamera mit 16 Mega­pixel. Hier ist das System des Flip mit zweimal 12 Mega­pixeln (Weit­winkel und Ultra­weit­winkel) besser aufge­stellt.

Das gesamte Design des Galaxy Z Flip spricht für sich: Trotz des größeren Akkus mit 3300 mAh ist das Samsung-Fold­able mit 183 Gramm leichter als das Razr mit 205 Gramm - obwohl das Moto­rola-Fold­able einen klei­neren Akku mit einer Kapa­zität von 2510 mAh behei­matet.

Moto­rola spen­diert dem Razr (2019) zwar einen Snap­dragon-Chip, im Vergleich zum Snap­dragon 855+ im Flip ist der 710er aber nicht so richtig Ober­klasse. Das ist ange­sichts der eben­falls ambi­tionierten Preis­gestal­tung des Razr kritik­würdig.

Während die Spei­cher­ausstat­tung im Galaxy Z Flip mit 8 GB und 256 GB für das Fold­able-Konzept ohne Weiteres in Ordnung geht, macht das Razr (2019) mit 6 GB/128 GB eine nicht so gute Figur. Platz für ein zusätz­liches Spei­cher­medium wie eine microSD-Karte haben beide Archi­tekturen nicht.

Samsung Galaxy Z Flip im Vergleich mit Moto­rola Razr (2019)

Galaxy Z Flip
Samsung Galaxy Z Flip Motorola Razr (2019)
Bildschirmdiagonale 6,70 Zoll 6,20 Zoll
Display-Auflösung 1 080 x 2 636 Pixel 876 x 2 142 Pixel
Länge 167,9 mm 172,0 mm
Breite 73,6 mm 72,0 mm
Dicke 7,2 mm 6,9 mm
Gewicht 183,0 g 205,0 g
Prozessor-Typ Snapdragon 855+ Snapdragon 710
Prozessorkerne (gesamt) 8 8
Prozessor-Takt 2,96 GHz 2,20 GHz
Arbeitsspeicher (RAM) 8,0 GB 6,0 GB
Gesamte Speichergröße 256,00 GB 128,00 GB
Speicherkarten-Slot - -
Mobilfunk GSM, EDGE, HSPA+, LTE GSM, EDGE, HSPA+, LTE
WLAN-Standard Wi-Fi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax) Wi-Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac)
Milliamperestunden 3 300 mAh 2 510 mAh
Akku-Wechsel möglich nein nein
NFC ja ja
Megapixel 12,0 Megapixel 16,0 Megapixel
Megapixel (2. Sensor) 12,0 Megapixel -
Frontkamera:
Sensor
10,0 Megapixel 5,0 Megapixel
BS-Version bei Verkaufsstart 10 9.0 (Pie)
Fingerabdruck-Sensor Seitlich am Gerät ja
Dual-SIM ja nein
Stand: 09.04.2020

Fazit des Vergleichs

Das Samsung Galaxy Z Flip macht aufgrund der besseren Spezi­fika­tionen einfach einen besseren Eindruck als das Moto­rola Razr (2019). Und das, wenn man bedenkt, dass letz­teres zwar derzeit nur in den USA erhält­lich ist, mit rund 1500 Dollar aber unge­fähr soviel kostet, wie das Flip (1480 Euro), das ab dem 21. Februar in Deutsch­land erscheint.

Für das Galaxy Z Flip spricht auch die Dual-SIM-Konzep­tion. Neben einer physi­schen Nano-SIM-Karte lässt sich auch eine eSIM kombi­nieren. Das ist beim Razr nicht der Fall, hier wird der Nutzer zur eSIM-Nutzung gezwungen, weil schlicht kein Karten­slot vorhanden ist. Den neuen Mobil­funk­stan­dard unter­stützen übri­gens beide Modelle nicht. Gerüchten zufolge soll 2020 eine Razr-Version auf den Markt kommen, die 5G unter­stützt. Dazu gibt es von Samsung noch keine Infos, hier gab es von der ersten Fold­able-Genera­tion noch eine eigene 5G-Version.

Das Motorola Razr 2019
Das Motorola Razr 2019
Was früher oder später zu einem Problem werden könnte, ist bei beiden Modellen eine fehlende IP68-Zerti­fizie­rung, die - zumin­dest auf dem Papier - einen Schutz vor dem Eindringen von Staub und Wasser beschei­nigt. Gerade bei dem Klapp­mecha­nismus besteht hier ein beson­deres Risiko. Moto­rola selbst hat in einem Promo-Video bereits auf mögliche "Beulen" hinge­wiesen, die normal seien. Das sorgte bereits für Unmut. Samsung will dem Schmutz­fetisch des Klapp­designs mit winzig kleinen Bürsten vorbeugen, damit kein Staub ins Innere gelangt.

(Soft­ware-)Up-to-date ist das Moto­rola Razr (2019) auch nicht. Die offi­ziell bekannten Specs verraten Android Pie als Betriebs­system im Auslie­ferungs­zustand. Hier kommt das Galaxy Z Flip, das wir uns bereits in einem Hands-on anschauen konnten, mit Android 10.

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