Begleiter

Erfahrungsbericht: Ein Wochenende mit dem Galaxy Z Flip 3

Das Galaxy Z Flip 3 will ein Foldable für alle sein. Wir haben uns ein Wochen­ende von dem Falter begleiten lassen. Unsere Eindrücke lesen Sie im Erfah­rungs­bericht.

Nutzung unter­wegs

Das kompakte Format und das leichte Gewicht begüns­tigen eine komfor­table Nutzung auch unter­wegs. Das Foldable ist zusam­men­geklappt zwar dicker als die meisten anderen Smart­phones, dafür ist es aber nur halb so groß. Außerdem war das zusam­men­geklappte Flip 3 im direkten Vergleich nicht sehr viel dicker als ein iPhone 11 Pro Max mit Schutz­case. Das zugeklappte Flip 3 ist nicht viel dicker als ein iPhone 11 Pro Max mit Case Das zugeklappte Flip 3 ist nicht viel dicker als ein iPhone 11 Pro Max mit Case
Bild: teltarif.de
Über ein eigenes Case für das Flip 3 könnte man nun disku­tieren. Wir hatten auf dem Vorab-Event eine von Samsung vertrie­bene Schutz­hülle für das Flip 3 gesehen. Das war schon in Ordnung und wird sicher­lich wie viele andere Cases den Dienst verrichten und das Smart­phone besser schützen als ohne. Aller­dings ist gerade die Kompakt­heit des Flip 3, die eben nur "nackt" ihre vollen Vorteile entfaltet, hervor­zuheben. Mit Case besteht die Gefahr, dass das Flip 3 etwas von dieser Eigen­schaft einbüßt, weil es dadurch dicker wird.

Funk­tions­tasten und Soft­ware

Das Galaxy Z Flip 3 verfügt an der rechten Gehäus­eseite über eine Laut­stär­kewippe und einen Power­button, der gleich­zeitig als Finger­abdruck­sensor fungiert. Diese Möglich­keit der Entsper­rung hat uns aufgrund der Schnel­lig­keit im Test besser gefallen als die Entsper­rung per Gesichts­erken­nung mit der Front­kamera, die teil­weise mehrere Versuche und das Verän­dern des Abstands zum Gesicht erfor­derte.

Der Power­button mit Sensor könnte aufgrund des läng­lichen Formats des Flip 3 nied­riger ange­bracht sein, dann wäre er besser zu errei­chen. Die vom Hersteller gewählte Posi­tion hat aber vermut­lich Design-Gründe.

Kamera-App, Standard, 16:9 Kamera-App, Standard, 16:9
Bild: teltarif.de
Auf dem von uns genutzten Galaxy Z Flip ist zum Stand jetzt noch Android 11 mit dem Juli-Sicher­heits­patch instal­liert. Das Foldable sollte aber demnächst ein Update auf den August-Patch erhalten. Die Verfüg­bar­keit des Flip 3 ist auch erst für den 27. August ange­setzt. Nach dem offi­ziellen Release dürfte also auch mit Updates zu rechnen sein.

Kamera

Standard-Modus, 16:9 Standard-Modus, 16:9
Bild: teltarif.de
Weitwinkel-Modus Weitwinkel-Modus
Bild: teltarif.de
Zehnfacher Zoom-Modus Zehnfacher Zoom-Modus
Bild: teltarif.de
Bei der Kamera hat Samsung im Vergleich zu anderen Flagg­schiff-Modellen gespart. Es gibt zwei 12 Mega­pixel-Kameras, von denen die Haupt­kamera eine f/1.8er-Blende und die Weit­win­kel­kamera eine Blende mit f/2.2 hat. Ein Tele­objektiv gibt es nicht.

Aufnahmen, die wir im Stan­dard-Modus und im Weit­winkel-Modus gemacht haben, sind sehr gut. Zoom­stufen werden bis zu 10-fach unter­stützt. Die Qualität der Aufnahme auf höchster Zoom­stufe ist aller­dings nicht mit der einiger anderer Smart­phone-Kameras vergleichbar.

5G, Dual-SIM & eSIM

Wir hatten in den Karten­slot des Flip 3 eine Nano-SIM-Karte von Voda­fone einge­legt. Im LTE-Netz im Berliner Südwesten ermit­telten wir in einem Fall mit der Speed­test-App von Ookla 157 MBit/s im Down­load (Ping: 20 ms) und 8,75 MBit/s im Upload.

Der von uns genutzte Tarif ist 5G-fähig. Eben­falls im Südwesten buchte sich das Flip 3 ins 5G-Netz von Voda­fone ein. In einem Fall ermit­telten wir Über­tra­gungs­geschwin­dig­keiten von 239 MBit/s im Down­load (Ping: 18 ms) und 29,3 MBit/s im Upload. Dual-SIM: Nano-SIM (Vodafone) und eSIM (o2) Dual-SIM: Nano-SIM (Vodafone) und eSIM (o2)
Bild: teltarif.de
Smart­phones, wie das OnePlus 9 Pro, die wie auch das Flip 3 über den Snap­dragon 888 von Qual­comm verfügen, erreichten in einem von uns durch­geführten Netz­test in einem 5G-Hotspot im Netz der Telekom Giga­bit­geschwin­dig­keiten. Es ist davon auszu­gehen, dass auch das Flip 3 mit den entspre­chenden Voraus­set­zungen dazu in der Lage ist. Die gerin­geren Geschwin­dig­keiten trotz 5G-Netz sind auf die von den Netz­betrei­bern verwen­dete DSS-Netz­kon­figu­ration zurück­zuführen.

Im Karten­slot des Flip 3 ist nur Platz für eine Nano-SIM-Karte. Dual-SIM ist nur mit der zusätz­lichen Instal­lation eines eSIM-Profils möglich. Das haben wir am Beispiel einer o2-Multisim auspro­biert. Dazu haben wir uns ein eSIM-Profil bestellt. Über einen QR-Code kann das eSIM-Profil auf dem Galaxy Z Flip 3 gespei­chert werden.

Im Einstel­lungs­menü des Flip 3 findet man das rich­tige Menü über "Verbin­dungen", "SIM-Karten-Verwal­tung" und unter "eSIMs" und "Mobil­tarif hinzu­fügen". Anschlie­ßend kann der QR-Code gescannt werden. Nach kurzer Lade­dauer konnten wir die zweite SIM-Karte alias eSIM verwalten.

Der interne Spei­cher des Flip 3 kann nicht per MicroSD-Karte erwei­tert werden. Zwei Modelle stehen zur Auswahl, eines mit 128 GB Spei­cher (1049 Euro) und eines mit 256 GB (1099 Euro).

Stabi­lität

Das Galaxy Z Flip ist insgesamt ein robust wirkendes Smartphone Das Galaxy Z Flip ist insgesamt ein robust wirkendes Smartphone
Bild: teltarif.de
Das Galaxy Z Flip 3 macht grund­sätz­lich einen robusten Eindruck. Die Verar­bei­tung von Gehäuse, Funk­tions­tasten und Co. ist tadellos. Beim Display spürt man aller­dings, dass es deut­lich dünner ist als das von herkömm­lichen Glas-Panels. Allein aufgrund seiner Konzep­tion erscheint das Foldable anfäl­liger für Verlet­zungen.

Samsung spen­diert dem Flip 3 eine IPX8-Zerti­fizie­rung, die die empfind­liche Tech­nologie vor dem Eindringen vor Wasser schützen soll. Wer also beispiels­weise im leichten Regen mal kurz tele­foniert oder verse­hent­lich ein Glas Wasser verschüttet, sollte in der Regel keine Probleme haben. Ausreizen sollten man das jedoch nicht. Ein Zerti­fikat, das den Schutz vor dem Eindringen von Staub beschei­nigt, gibt es übri­gens nicht. Die Zeit muss zeigen, wie robust das Flip 3 tatsäch­lich ist. Wir würden es jeden­falls nicht unbe­darft in den Ruck­sack werfen. Das Austau­schen des Displays ist nämlich kein Schnäpp­chen, wie wir in einem sepa­raten Artikel berich­teten.

Fazit

In unserem Zwei-Tage-Test machte das Samsung Galaxy Z Flip 3 5G einen sehr guten Eindruck. Gerade die Kompakt­heit aus schlankem Design und geringem Gewicht über­zeugte. Das Display ist Samsung-gewohnt gut, hell und die höheren Bild­wie­der­hol­raten von bis zu 120 Hz sind ein modernes und gern gese­henes Feature.

Das Foldable ist sehr flott, bei der Kamera ist aber Luft nach oben. Vorteile liegen beim Außen­dis­play, das Aktionen wie ein Always-on besitzt, Uhrzeit, Datum, Wetter und Co. anzeigen kann und auch das Annehmen und Ablehnen von Anrufen erlaubt ohne das Flip 3 ausein­ander­falten zu müssen. Musik­strea­ming-Apps wie Spotify lassen sich auch (einge­schränkt) ohne Haupt­dis­play bedienen. Das ist vor allem prak­tisch, wenn man unter­wegs ist und sich so das Ausein­ander­falten spart.

Die Akku­lauf­zeit schätzen wir zunächst als in Ordnung ein. Eine abschlie­ßende Bewer­tung ist aber noch nicht möglich. Dafür müssen wir das Samsung Galaxy Z Flip 3 5G erst über einen längeren Zeit­raum nutzen. Galaxy Z Flip 3: Blick auf das Außendisplay und das Hauptdisplay (r.) Galaxy Z Flip 3: Blick auf das Außendisplay und das Hauptdisplay (r.)
Bild: teltarif.de
Wer ein kompaktes Smart­phone sucht, auf die Vorteile eines Phablets nicht verzichten will, könnte sich das Galaxy Z Flip 3 5G zum Start­preis von 1049 Euro einmal anschauen. Aller­dings sind Smart­phones wie das Galaxy S21 mit besserer Kame­raaus­stat­tung und vergleichs­weise kompaktem 6,2 Zoll schon für rund 780 Euro zu bekommen. Das kleinste Galaxy der S-Serie bietet zudem auch den Schutz vor Staub nach IP68.

Die Möglich­keit, das Flip 3 zuklappen zu können, macht es beson­ders. Das kompakte Design dürfte mit großer Wahr­schein­lich­keit nicht wenigen Nutzern gefallen. Aufge­klappt ist das Display sehr schlank, was je nach Geschmack wieder für das Foldable spricht. Aber es hat natür­lich niemand gesagt, dass man das Flip 3 ständig zuklappen muss. Zuhause, auf dem Sofa sitzend, wenn man ständig zum Smart­phone greift und Nach­richten beant­wortet oder surft, ist ein Szenario, bei dem man das Flip 3 auch aufge­klappt neben sich liegen haben kann.

Das Gerät schreit nicht danach, ständig zuge­klappt werden zu müssen. Ausein­ander­gefaltet hat der Nutzer ein großes Phablet, das auch so benutzt werden kann. Hier wackelt oder kippt nichts, weil das Schar­nier stabil genug ist.

Das Samsung Galaxy Z Fold 3 5G konnten wir uns bereits in einem Hands-on anschauen.

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