Im Detail

Samsung Galaxy S9 im Test: Heller als anfangs gemessen

In unserem Test leuchtete das Display zunächst mit nur 339 cd/m². Erst bei hellem Umgebungslicht zeigt das Display, dass es noch deutlich mehr kann.

Gleich vorweg: Das Samsung Galaxy S9 verfügt leider nur über eine einfache Kamera, während der große Bruder, das Samsung Galaxy S9 Plus, rückseitig eine Dualkamera eingebaut hat. Letztere hat neben der Normalbrennweite auch noch eine Zoom-Linse, die dem S9 (ohne Plus) fehlt. Zwar kann alternativ der Digitalzoom des S9 verwendet werden, aber der liefert zumindest bei guten Lichtverhältnissen tagsüber bei weitem nicht so hochauflösende Bilder wie der optische Zoom des S9 Plus. Wer also gerne mit dem Smartphone auch etwas weiter entfernte Dinge aufnimmt und auf gute Fotoqualität wert legt, der sollte darüber nachdenken, ob er nicht zum "großen Bruder" greift, dem S9 Plus. Dasselbe gilt für Nutzer, die gerne 256 GB eingebauten Speicher hätten, denn die große Speicherausstattung ist ebenfalls exklusiv dem S9+ vorbehalten.

Samsung Galaxy S9

Dass sich die Nutzer hier entscheiden müssen, ist schade. Denn die beiden Vorgängermodelle, Samsung Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus, waren bis auf Größe und Akku-Kapazität noch identisch. Für den Kauf entscheidend waren somit lediglich die persönlichen Vorlieben bezüglich der Größe eines Handys und natürlich die Größe des eigenen Budgets. Beim Galaxy S9 muss man hingegen entscheiden, ob einem die einfache Kamera reicht oder nicht, und ob 64 GB eingebauter Speicher genug sind.

Das Gehäuse des Samsung Galaxy S9 gibt es in den drei Farben "Midnight Black", "Lilac Purple" und "Coral Blue". Varianten in weiß und gold, die bei den Konkurrenzmodellen von Apple recht beliebt sind, fehlen leider. Die meisten Käufer dürften sich daher für das klassische Schwarz entscheiden. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 849 Euro, im Laufe der Zeit dürfte der Preis, wie bei Androiden üblich, recht schnell fallen. Aktuelle Preise finden Sie im Preisvergleich weiter unten auf der Seite. Rückseite des Samsung Galaxy S9 Rückseite des Samsung Galaxy S9
Bild: teltarif.de

Unterschiede im Detail

Wie schon beim Test des großen Bruders - dem Galaxy S9+ - festzustellen war, unterscheidet sich das Galaxy S9 vom Vorgänger S8 kaum. Durch die fehlende Dual-Kamera auf der Rückseite ist der Unterschied vom S8 zum S9 noch geringer als bei den jeweiligen Plus-Varianten. Das große randlose Infinity-Display, welches mit dem Galaxy S8 erstmal eingeführt wurde, dominiert auch beim Galaxy S9 die Vorderseite. Iris-Scanner und Front-Kamera-Linse sind am oberen Bildschirmrand kaum zu erkennen. Einen physischen Home-Button gibt es nicht, aber einen für "Force Touch" sensiblen Bereich am unteren Rand des Displays genau dort, wo der Home Button sich bei früheren Modellen der Galaxy-S-Serie befand. Tippt man zweimal kurz oder drückt einmal kräftiger an der Stelle, gelangt man direkt zum Startbildschirm - auch dann, wenn der virtuelle Home-Button gerade nicht eingeblendet ist.

Die anderen beiden Softbuttons am unteren Bildschirmrand - "App-Menü" und "Zurück" - lassen sich hingegen nur dann drücken, wenn sie eingeblendet sind. Aufgrund des besonders langen Displays ist aber in so gut wie allen Apps genügend Platz, um die Softbuttons eingeblendet zu lassen. Falls man sie doch ausgeblendet hat, lassen sie sich leicht und zuverlässig über eine Wischgeste von unten nach oben zur Anzeige bringen.

Als physische Tasten gibt es weiterhin den "Power-Button" auf der rechten Geräte-Seite und die Button für den Bixby-Assistenten und zur Lautstärkeregelung (Wippe links) auf der linken Seite. Die Tasten lassen sich präzise bedienen.

Die beim Galaxy S9 Plus leicht bemängelte Position der Lautstärkewippe ist bei der kleinen Variante nicht mehr ganz so nachteilig, weil das Gerät insgesamt kürzer ist und somit deutlich besser in der Hand liegt. Dadurch sind alle Tasten und der Fingerabdrucksensor gut zu erreichen.

Einige wichtige Positionsänderungen

Der Fingerabdrucksensor wurde jetzt unter statt neben der Kamera positioniert. Er hat zudem ein etwas deutlicheres Profil bekommen. Damit soll verhindert werden, dass der Nutzer auf der Suche nach dem Sensor mit dem Finger auf der Linse der Kamera landet. Beim S8 befindet sich der Sensor rechts neben der Kamera, während der Blitz links positioniert ist. Selbst für geübte Anwender ist es dennoch schwierig, den Fingerabdrucksensor zu verwenden, ohne dabei mit dem Finger auf der Linse zu landen. Damit sollte durch die neue Position des Sensors Schluss sein oder zumindest deutlich seltener vorkommen.

Auch beim Galaxy S9 ist Samsung dem Trend anderer Smartphone-Hersteller nicht gefolgt und hat weiterhin eine klassische Klinkensteckerbuchse für den Anschluss von Kopfhörer und Mikrofon am unteren Rand des Geräts, neben der USB-C-Buchse, eingebaut. Unterseite des Samsung Galaxy S9 Unterseite des Samsung Galaxy S9
Bild: teltarif.de

Stabiler als der Vorgänger

Die Glasflächen der Display-Vorderseite aber auch der verglasten Rückseite fühlen sich sehr glatt an. Beide Glasflächen sind leicht zum Metallrand hin gewölbt, sodass wie beim Vorgängermodell S8+ eine sehr hohe Gefahr besteht, dass das Gerät bei Stürzen mit seinem Glas und nicht mit dem Metall aufschlägt. Für das Vorgängermodell hatte die Stiftung Warentest bei Falltests schon nach 50 Teststürzen aus der vergleichsweise niedrigen Höhe von 80 Zentimetern erhebliche Schäden festgestellt, insbesondere splitterte das Frontglas an der Seite. Viele Konkurrenten überstanden den Angaben zufolge hingegen 100 Stürze aus dieser Höhe ohne Glasbruch. Genau diese 100 Stürze hat das Samsung Galaxy S9 nun in der Falltrommel der Stiftung Warentest ebenfalls bis auf ein paar Kratzer am Rahmen durchgehalten. Auch andere Falltests anderer Redaktionen deuten darauf hin, dass das S9 stabiler ist als das S8. Dennoch: Eher ungeschickten Zeitgenossen wird von der teltarif.de-Redaktion geraten, sich von Anfang an eine Schutzhülle für das S9 zu besorgen, die insbesondere die Ecken gut absichert.

Wer will, dass sein Galaxy S9 stets schön aussieht, kommt nicht umhin, ein Putztuch dabei zu haben. Vor allem die Rückseite scheint Fett magisch anzuziehen und noch besser in Szene zu setzen, als Joseph Beuys es je konnte. Zum Glück sind die glatten Flächen schnell gereinigt. Wer nicht putzen will, greift hingegen erst recht zur Schutzhülle: So erspart man sich zumindest auf der Rückseite das regelmäßige Wischen.

Starkes Display und wasserdicht

Das sehr kontrastreiche, 6,2 Zoll große SuperAMOLED-Display mit dem immer noch ungewöhnlichen Bildformat 18,5:9 (viele Konkurrenten setzen stattdessen auf 18:9) löst 2 960 x 1 440 Pixel (QHD+) auf, entsprechend einer Pixeldichte von über 500 ppi. Auch beim genauen Hinblicken sind keine Pixel mehr erkennbar, Fotos werden auf dem Display gestochen scharf angezeigt.

Die maximale Helligkeit wurde in unserem Test anfangs mit lediglich 339 cd/m² ermittelt. Dabei messen wir in einem abgedunkelten Raum, damit kein Fremdlicht in das Display einstreuen kann, und wir alle Smartphones in einer vergleichbaren Umgebung messen. Wie es scheint, hat aber Samsung die Helligkeitssteuerung zum Schutz der Augen der Nutzer dahingehend optimiert, dass auch dann, wenn der Nutzer "manuelle Helligkeitssteuerung" und "maximale Helligkeit" auswählt, die Automatik trotzdem in dunkler Umgebung weiterhin die maximale Helligkeit limitiert. Denn als wir unter hellem Kunstlicht erneut die Helligkeit des Display des Samsung Galaxy S9 gemessen haben, erhielten wir einen deutlich höheren Wert von 470 cd/m². Dabei betrug der Anteil des Kunstlichts, das in den Helligkeitssensor einstreute, und das wir bereits abgezogen haben, nur ca. 2 cd/m². Wir werden, sobald es die Sonne erlaubt, unter Tageslichtbedingungen nochmal nachmessen - vermutlich wird dann das S9 noch heller leuchten als 470 cd/m², denn einige andere Online-Tester haben über 700 cd/m² ermittelt. Das wäre ein sehr guter Wert, die 470 cd/m² sind aber auch schon nicht schlecht.

Dankenswerterweise scheint das Display nicht mehr ganz so nah zum gebogenen Rand zu reichen wie noch beim Vorgänger bzw. beim Galaxy S6/S7 Edge. Denn im Bereich am Rand sinkt die sichtbare Helligkeit merklich ab, während die Blickwinkelabhängigkeit dort zunimmt. Dadurch erscheint vor allem der weiße Hintergrund von Webseiten doch etwas ungleichmäßig, wenn man schräg auf das Display schaut. Dieser Effekt stört beim Samsung Galaxy S9 aber, wie gesagt, etwas weniger als beim Vorgänger.

Anders als bei den Edge-Geräten wird die gebogene Displayseite auch nicht für eine separate Statusleiste verwendet. Von Werk aus aktiv sind hingegen die Seitenpaneele, die man mit dem Daumen von der Seite aus reinschrieben kann. In den Paneelen kann man dann verschiedene Funktionen unterbringen, zum Beispiel App-Icons der Lieblings-Apps, eine Liste der am häufigsten kontaktierten Personen, die Wettervorhersage, den GPS-Status und vieles mehr.

Leider stört das halbtransparente Icon am Rand, das die Möglichkeit zur Aktivierung der Seitenpaneele per Wischgeste an dieser Stelle symbolisiert, in manchen Apps schon ein klein wenig. Zwar verschwindet es automatisch, wenn man das Handy horizontal hält, sodass beispielsweise YouTube-Videos im Großbild nicht gestört werden, die Anzeige von Hochkant-Fotos in der Galerie hingegen schon. Zwar lassen sich die Paneele leicht ausschalten, dann aber nur wieder über das Einstellungs-Menü einschalten. Hier wünscht man sich eine einfache Möglichkeit, um die Paneele nur vorübergehend und/oder nur für bestimmte Apps deaktivieren zu können. Auch fehlt eine Möglichkeit, die Geste für das Anzeigen der Paneele zwar aktiv zu lassen, die Anzeige des zugehörigen schmalen Icons aber auszublenden..

Die stromsparende SuperAMOLED-Technologie ist auch die Basis für das Always-On-Display des Samsung Galaxy S9: Auf diesem werden auch im "ausgeschalteten" Zustand vom Nutzer konfigurierbare Informationen wie die Uhrzeit, der nächste Termin, der Kalender, verpasste Anrufe, eingegangene Nachrichten oder Bilder angezeigt. Um die Akkulaufzeit nicht zu sehr zu belasten, erfolgt die Anzeige allerdings nur auf einem Teilbereich des Displays und nur in schwarz/weiß. Zu konfigurierbaren Zeiten - voreingestellt ist nachts - wird die Always-On-Funktion automatisch deaktiviert. Linke Seite des Samsung Galaxy S9 Linke Seite des Samsung Galaxy S9
Bild: teltarif.de

Wasserdichtigkeit

Wie die Vorgängermodelle ist das Samsung Galaxy S9 wasserdicht (Spezifikation IP68). Im Kleingedruckten schränkt Samsung ein, dass dieses nur für Süßwasser, nur für eine bestimmte Zeit und bis zu einer bestimmten Tiefe gilt. Kratzer und Sprünge im Display reduzieren zudem die Wasser-Resistenz. Ebenso kann es sicher zu Problemen kommen, wenn die Gummilippe an der SIM- und Speicherkarten-Schublade ausgeleiert ist.

Man sollte das S9 also nicht unbedingt mit zum Baden ins Meer nehmen, und wer doch Videos vom Spiel im Wasser machen will, tut sicher gut daran, sich dafür vorher eine wasserdichte Schutzhülle als zweite Haut zu besorgen, falls die erste bereits Mikrorisse oder andere Verletzungen aufweist. Andererseits hat man dank der Wasserdichtigkeit gute Chancen, dass das S9 einen versehentlichen Sturz in eine Pfütze oder gar in den Swimmingpool ohne langfristige Schäden übersteht. Man sollte es dennoch so schnell wie möglich wieder aus dem Wasser nehmen und dann sorgfältig abtrocknen. Ist das Gerät in Salzwasser gefallen, sollte es zudem vor dem Trocknen mit Süßwasser abgespült werden.

So lange das Gerät nass ist, lässt es sich nicht aufladen. Dabei scheint die Feuchtigkeitserkennung recht sensibel zu sein: Journalisten-Kollegen haben berichtet, dass auch ein trockenes S9+ (und das ist auch beim S9 zu befürchten) sich zeitweilig nicht laden ließ, weil es sich feucht wähnte. Solche Problemchen sollten aber, wenn sie denn tatsächlich gehäuft auftreten, mit künftigen Software-Updates ausgemerzt werden.

Prozessor, Sicherheit, System, Funk und Akku

Sicherheit/Biometrie

Das Samsung Galaxy S9 verfügt über ein Biometrie-Dreigespann: Gesichtserkennung, Iris-Scanner und Fingerabdrucksensor. Die ersten beiden lassen sich zum "intelligenten Scan" zusammenfassen, was von Samsung auch empfohlen wird und die Voreinstellung bei der Installation des Gerätes ist. Dann muss man Iris-Scan und Gesichtserkennung erfolgreich bestehen, um die Bildschirmsperre zu deaktivieren. Grundsätzlich ist der "intelligente Scan" nicht allzu schnell und er tendiert dazu, das Gerät bei unklarer Erkennung des Gesichts lieber nicht zu entsperren. Der Autor hatte beispielsweise die Biometrie mit aufgesetzter Brille eingerichtet. Nach dem Absetzen der Brille wird er allerdings in der Mehrzahl der Fälle erst mit Verzögerung oder gar nicht erkannt.

Der Fingerabdrucksensor funktionierte in unseren Tests anfangs hingegen sehr schnell und zuverlässig, auch dann, wenn der Finger aus einem anderen Winkel als beim Training aufgelegt wurde. Allerdings verschlechterte sich die Erkennung zumindest beim rechten Zeigefinger des Autors mit der Zeit immer mehr, während die Erkennung mit dem linken Zeigefinger zuverlässig blieb. Das Problem ließ sich dann durch erneute Aufnahme des rechten Zeigefingers lösen. Bei einem anderen Smartphone hatte der Autor hingegen keine Probleme, dass sein früher gescannter Zeigefinger nicht mehr erkannt wurde. Ob hier Samsung zu sensibel auf minimale Hautveränderungen reagiert, wird sich zeigen. Auf jeden Fall geht die Registrierung von Fingerabdrücken sehr schnell: Einmal von der Mitte des vorderen Fingerglieds bis zu Fingerkuppe "drüberwischen" reicht. Man muss also nicht mehr, wie bei anderen Smartphones früher üblich, den Finger wiederholt abheben und erneut auflegen.

Mit der neuen Position bevorzugt der Autor den Fingerabdrucksensor im Vergleich zum "intelligenten Scan". Insbesondere muss man nur den Finger an der richtigen Stelle auflegen, um das Smartphone direkt aus dem ausgeschalteten Zustand aufzuwecken und zu öffnen, während für den "intelligenten Scan" letztendlich zwei Aktionen nötig sind: Drücken der Power-Taste oder des virtuellen Home-Buttons, gefolgt vom Scan von Gesicht und Iris, wozu man das Smartphone anschauen muss. Rechte Seite des Samsung Galaxy S9 Rechte Seite des Samsung Galaxy S9
Bild: teltarif.de

Leistungssprung des Prozessors

Der Prozessor des Samsung Galaxy S9 hat einen großen Leistungssprung gemacht, und dadurch bei synthetischen Benchmarks deutlich zur Konkurrenz aufgeschlossen. Beim Geekbench hat sich die Single-Core-Leistung von 1 985 auf 3 743 Zähler fast verdoppelt, auch die Multicore-Leistung steigt um über 33 Prozent.

Beim deutlich praxisbezogeneren Browser-Benchmark von teltarif.de, bei dem die Zeiten gemessen werden, die zum Rendern von aus einem Cache geladenen Webseiten erforderlich sind, sind die Sprünge hingegen nicht ganz so groß: Von 100 Punkten beim S8 konnte sich das S9 auf 109 Punkte steigern. Es kommt damit nicht ganz an die Spitzenwerte des teltarif.de-Browser-Benchmarks heran, die bei über 140 Punkten liegen. Interessanterweise werden die Spitzenwerte teils von eher einfacheren Geräten erreicht, die Displays mit niedriger Auflösung und weniger aufwändige Oberflächen verwenden. Diese müssen auch entsprechend weniger rechnen, bis eine Webseite angezeigt wird. Oberseite des Samsung Galaxy S9 mit SIM-Karten-Schacht Oberseite des Samsung Galaxy S9 mit SIM-Karten-Schacht
Bild: teltarif.de

Gute Funkverbindungen

WLAN steht auf 2,4 und 5 GHz mit den Standards 802.11a/b/g/n/ac zur Verfügung. Für Verbindungen mit anderen Geräten kann Bluetooth 5.0 (inklusive der Bluetooth-LE-Unterstützung) genutzt werden. Dazu gibt es einen Empfänger für GPS, Galileo, Glonass und BeiDou, um den aktuellen Standort zu ermitteln, wie er für standortbezogene Dienste, insbesondere die Navigation, benötigt wird. Die GPS-Erkennung erfolgte in unseren Tests schnell und präzise.

LTE erreicht theoretisch dank Cat.18 bis zu 1,2 GBit/s im Downstream. Im Speedtest überzeugte das Galaxy S9 mit über 100 MBit/s Downstream im Netz der Deutschen Telekom, obwohl die Versorgung mit nur drei von vier Balken angezeigt wurde, sowie mit 40 MBit/s Downstream im Netz von o2, wo das schon für sich genommen ein sehr guter Werter ist.

Ohne Aufpreis gibt es das Samsung Galaxy S9 auch als Samsung Galaxy S9 Duos, bei dem sich statt der Speicherkarte auch eine zweite SIM-Karte einsetzen lässt. Nur eine der beiden SIM-Karten kann für mobile Datendienste genutzt werden, und nur mit dieser SIM-Karte bucht sich das Gerät dann auch ins 4G-Netz ein. Die aktive Daten-SIM lässt sich aber jederzeit umschalten. Die andere SIM kann sich zudem immerhin in 2G- und in 3G-Netze einbuchen, um damit zu telefonieren oder SMS zu versenden. Viele andere Dual-SIM-Smartphones können die zweite SIM-Karte nur in 2G/GSM einbuchen. Das Samsung Galaxy S9 verfügt über ein Dual-SIM-Standby-Modul, dies haben wir im Test überprüft: Wird mit der ersten SIM telefoniert, ist die zweite nicht ins Netz eingebucht. Blickwinkel-Test beim Samsung Galaxy S9 Blickwinkel-Test beim Samsung Galaxy S9
Bild: teltarif.de

Akku: Gerade noch ausreichendes Durchhaltevermögen

Die oben berichtete gesteigerte Prozessorleistung des Samsung Galaxy S9 macht sich leider in unserem hauseigenen Akkutest negativ bemerkbar: Statt wie beim Vorgänger über neun Stunden dauerte es beim S9 nur noch 05:37 Stunden, bis unsere simulierte Workload aus Browsing, CPU-Last (womit z.B. Logikspiele wie Schach gut simuliert werden) und Video-Wiedergabe den vorher vollgeladenen Akku in die Knie gezwungen hatte. Andere Geräte halten deutlich länger durch. Wer sicher sein will, mit dem S9 nach einem langen Arbeitstag noch telefonieren oder das Internet nutzen zu können, kommt daher kaum umhin, eine Powerbank mitzunehmen.

Im Standby scheint das S9 hingegen vergleichsweise wenig Strom zu verbrauchen, auch bei einzelnen im Hintergrund aktiven Apps. Auch das Always-On-Display hat sich bisher nicht als der große Stromfresser gezeigt.

Standardmäßig liefert Samsung ein USB-Ladegerät mit Standard-USB-A-Buchse, sowie 9 Volt und 15 Watt Leistung mit. Dieses wird über ein USB-A-zu-USB-C-Kabel mit dem Samsung Galaxy S9 verbunden. Es lädt das S9 in ca. einer Stunde von wenigen Prozent auf etwa 80 Prozent wieder auf. Dabei werden weder Ladegerät noch Smartphone übermäßig warm. Ein reines USB-C-Kabel fehlt beim Zubehör, ist aber sicher eine lohnenswerte Anschaffung für alle, die zum Beispiel einen Laptop mit USB-C-Schnittstelle ihr eigen nennen und auch von dieser ihr S9 schnellladen möchten. Samsung Galaxy S9 mit Verpackung Samsung Galaxy S9 mit Verpackung
Bild: teltarif.de

Zeitgemäße Softwareausstattung

Das Samsung Galaxy S9 wird mit Android 8.0.0 Oreo und der Oberfläche Samsung Experience 9.0 ausgeliefert. In gut einem Jahr, nach dem Release des Nachfolgers, wird es auch sicher ein Update auf die nächste große Android- und Samsung-Experience-Version erhalten. In der Enterprise-Version des S9 werden Sicherheits-Updates für die kommenden vier Jahre mit festem Update-Zyklus garantiert. Auch die Consumer-Version des Geräts dürfte für die kommenden vier Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Feature-Updates, insbesondere neue Android-Versionen, sind hingegen nach dem Update auf die nächste Android-Version eher weniger wahrscheinlich.

Bixby: Der Trend zur Sprachassistentin

Natürlich darf Bixby, Samsungs Sprachassistentin, auf dem Samsung Galaxy S9 nicht fehlen. Es stört etwas, dass zur Verwendung von Bixby zwingend auch ein Samsung-Account erforderlich ist. Es wäre schöner, wenn sich die Assistentin auch anonym verwenden lassen würde. Zudem steht aktuell noch keine deutsche Version bereit, sondern nur eine englischsprachige, eine koreanische und eine chinesische. Künftig soll Bixby in weitere Samsung-Produkte integriert werden - wie Amazon Alexa oder der Google Assistant soll also auch Bixby zu einer vollständigen Assistentin für das Smart Home aufgewertet werden. Bis dahin muss Samsung aber noch einiges an Entwicklungsarbeit leisten. Aktuell dürfte "Ok, Google" die bessere Sprachassistenz auf dem Samsung Galaxy S9 sein.

Starke, abermals verbesserte Kamera

Die Stärke des Samsung Galaxy S9 ist die neue Kamera mit optischem Bildstabilisator, variabler Blende und der Zeitlupenfunktion "Super SlowMo" für Aufnahmen mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde. Die Auflösung der Kamerasensoren ist mit 12 Megapixel im Vergleich zum Vorgängermodell dankenswerterweise gleich geblieben, die kleinste Blendenzahl wurde aber von f/1,7 auf f/1,5 reduziert, sodass fast 30 Prozent mehr Licht von der Kamera gesammelt wird. Und in der Tat: Nächtliche Aufnahmen mit dem S9 überzeugen durch hohe Kontraste und klar erkennbare Details auch bei wenig Licht.

Tagsüber bei heller Sonne würde die 1,5-Blende sogar zu viel Licht auf den Sensor lassen, und deswegen hat Samsung der Kamera eine variable Blende spendiert. Allerdings kennt letztere nur zwei Einstellungen: "groß" mit f/1,5 und "klein" mit f/2,4. Bei letzterer Einstellung wird die Lichtmenge um etwa 60 Prozent reduziert. Dennoch sinkt die Belichtungszeit mit f/2,4-Blende bei sehr guten Lichtverhältnissen teils auf unter 1/3000 s. Wenn man echte Tiefenunschärfe auch bei Aufnahmen tagsüber will, oder auch nachts bewusst mit großer Blendenzahl/kleiner Blende fotografieren will, damit bestimmte Lichter noch besser zur Geltung kommen, kann man aber in den manuellen Einstellungen stets auch die jeweils andere Blendeneinstellung explizit auswählen. Man darf dann nur nicht überrascht sein, wenn die Wassertropfen eines Brunnens bei Aufnahmen tagsüber angesichts der noch kürzeren Belichtungszeit bei großer Blende förmlich gefrieren, oder eben nachts bei kleiner Blende die Bilder doch wieder verwackeln und/oder verrauschen. Bei allen Testaufnahmen, die wir in den letzten Tagen machten, wählte die Automatik des Samsung Galaxy S9 die im Regelfall jeweils sinnvollere Einstellung der Blende.

Die Kamera des Galaxy S9 Plus haben wir übrigens auf Malta mit einer DSLR von Canon verglichen - den ausführlichen Testvergleich lesen Sie hier: Samsung Galaxy S9 Plus gegen Semiprofi-DSLR. Rückseite des Samsung Galaxy S9 Rückseite des Samsung Galaxy S9
Bild: teltarif.de

Zeitlupe mit 960 fps

Die "Super SloMo" ist eine der Spaß-Funktionen des Galaxy S9, mit der in den kommenden Monaten sicher viele kurze Clips für Facebook, YouTube und Co. generiert werden. Die Länge der mit 960 fps aufgezeichneten Zeitlupensequenzen ist dabei auf 0,2 Sekunden Echtzeit limitiert, was freilich für viele Bewegungen (Luftballon platzt, Sprung über ein Sprungseil oder ähnlich) ausreichend ist. Davor und danach wird das Video hingegen in normaler Geschwindigkeit aufgezeichnet.

Ein SloMo-Video kann mehrere Zeitlupen enthalten, zwischen zwei Zeitlupensequenzen müssen sich aber ca. drei Sekunden normalschnelles Video befinden. Letztere werden benötigt, um die in einem speziellen RAM-Puffer des Kamera-Chips gespeicherten Bilder der Super-SloMo-Serie in das Video zu komprimieren und damit dauerhaft zu speichern. Die Umschaltung zwischen normaler Videoaufzeichnung und Super SloMo erfolgt nach Wahl des Nutzers entweder per Tastendruck, oder dadurch, dass eine schnelle Bewegung in einem bestimmten Bereich des Bildes erkannt wird. Ein Video kann dabei maximal 20 Super-SloMo-Szenen enthalten.

Alternativ kann man auch kontinuierlich "normale" Zeitlupe mit 240 fps aufnehmen, nachdem man im Kamera-Einstellungsmenü den Modus "Zeitlupe" aktiviert hat.

Das Super-SloMo-Feature sehen Sie hier in diesem von uns erstellten Video:

Testbilder

Bei unseren Standard-Testbildern liefert die Kamera des Samsung Galaxy S9 wie erwartet sehr gute Bilder. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die Farbwiedergabe der roten Testfläche, die sowohl mit gutem als auch schwachem Licht einen kleinen Tick zu sehr ins orange abdriftet. Beide Selfie-Testbilder überzeugen mit Detailreichtum, natürlichen Farben und guten Kontrasten.

AR Emojis

Letztendlich eine Spielerei der Kamera-App sind "AR Emojis", mit denen man sein eigenes Foto comichaft zu Emojis verfremden kann. Letztere lassen sich dann mit den gängigen Messenger-Apps als animiertes GIF versenden, wobei von einem Gesicht derzeit jeweils 18 vorgefertigte Emojis (z.B. "glücklich", "traurig", "ok", "nein" oder "Fragezeichen") erstellt werden. Ist die Gesichtszuordnung einmal erfolgt, lassen sich über die Kamera-App aber leicht weitere Gesichtsausdrücke aufzeichnen. Letztere lassen sich dann auch über die Galerie teilen, aber (noch) nicht über den MyEmoji-Katalog. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis letztere Möglichkeit nachgerüstet wird.

Samsung Galaxy S9 Display Samsung Galaxy S9 Display
Bild: teltarif.de
Für den aktuellen europäischen Geschmack dürften Samsungs AR Emojis derzeit etwas zu comichaft sein. Man wünscht sich insbesondere etwas dezentere Hintergründe. Es spricht ja nichts gegen ein weinendes Gesicht, aber muss im Hintergrund gleich ein ganzer Pool volllaufen? Samsung hat allerdings bei der Vorstellung des S9 (Plus) versprochen, die AR Emojis weiterzuentwickeln, und das werden sie sicher auch noch tun. App-Übersicht beim Samsung Galaxy S9 App-Übersicht beim Samsung Galaxy S9
Bild: teltarif.de

Fazit

Das Samsung Galaxy S9 ist eine würdige Weiterentwicklung des Samsung Galaxy S8. Die nochmals verbesserte Kamera macht sehr gute Bilder. Prozessor und LTE-Modul sind schneller geworden als beim Vorgänger und die Software-Ausstattung moderner. Das bessere System saugt aber den Akku schneller leer als beim Vorgänger. Leider fehlt dem S9 im Vergleich zum größeren Bruder S9+ die Dualkamera und die Möglichkeit, gegen Aufpreis eine größere Speicherausstattung zu erhalten. Zudem bleibt Samsungs Update-Politik verbesserungswürdig.


Logo teltarif.de Samsung Galaxy S9

Gesamtwertung von teltarif.de
Samsung Galaxy S9

PRO
  • Tolles Display
  • Wasserfest
  • Dreifach-Biometrik
  • Dual-SIM
CONTRA
  • Bixby immer noch nicht deutsch
  • Update-Politik
  • Keine Dual-Kamera
Testzeitpunkt:
03/2018
Samsung Galaxy S9
Testurteil
sehr gut (1,4)
Preis/Leistung: 1,5
Bewertung aktuell: 2,3
Einzelwertung
Datenblatt
Erklärung Testverfahren
Testsiegel downloaden

Einzelwertung Samsung Galaxy S9

Samsung Galaxy S9
Gesamtwertung
sehr gut (1,4)
92 %
Preis/Leistung
1,5
  • Gehäuse / Verarbeitung 10/10
    • Material 10/10
    • Haptik 10/10
    • Verarbeitung Gehäuse 10/10
  • Display 10/10
    • Touchscreen 10/10
    • Helligkeit 10/10
    • Pixeldichte 10/10
    • Blickwinkelstabilität 10/10
    • Farbechtheit (DeltaE) 7/10
    • Kontrast 10/10
  • Leistung 9/10
    • RAM 8/10
    • Benchmark 3DMark 10/10
    • Benchmark Geekbench 10/10
    • Benchmark Geekbench Single -
    • Benchmark Geekbench Multi -
    • Benchmark Browsertest 10/10
    • Benchmark Antutu -
  • Software 10/10
    • Aktualität 10/10
    • Vorinstallierte Apps 8/10
  • Internet 10/10
    • WLAN 10/10
    • LTE 9/10
    • LTE Geschwindigkeit 10/10
    • 3G 10/10
    • 5G -
    • Empfangsqualität 10/10
    • Dual-SIM -
  • Telefonie 9/10
    • Sprachqualität 9/10
    • Lautstärke 10/10
    • Lautsprecher (Freisprechen) 9/10
  • Schnittstellen / Sensoren 10/10
    • USB-Standard 10/10
    • NFC 10/10
    • Navigation 10/10
    • Bluetooth 10/10
    • Kopfhörerbuchse 10/10
    • Video-Out 10/10
    • Fingerabdruckscanner 10/10
    • Iris-Scanner 10/10
    • Gesichtserkennung -
  • Speicher 9/10
    • Größe 8/10
    • SD-Slot vorhanden 10/10
  • Akku 7/10
    • Laufzeit (Benchmark) 6/10
    • Wechselbar 0/10
    • Induktion 10/10
    • Schnellladen 10/10
  • Kamera 8/10
    • Hauptkamera
    • Bildqualität hell 10/10
    • Bildqualität dunkel 8/10
    • Bildstabilisator 10/10
    • Blende 0/10
    • Frontkamera
    • Bildqualität hell 9/10
    • Bildqualität dunkel 7/10
    • Kameraanzahl -
    • Video 8/10
    • Handling 9/10
  • Bonus 3
    • Displayformat, IP68, Dual-SIM
alles ausklappen
Gesamtwertung 92 %
sehr gut (1,4)

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