Ausprobiert

Samsung Galaxy S6 im Test: Moderne Fassade trifft auf Hochleistungs-Technik

Das Galaxy S6 ist das aktuelle High-End-Smartphone von Samsung. Im Test haben wir uns das neue Design aus Glas und Metall angesehen und sagen, wie die Bauweise ankommt. Außerdem haben wir die Leistung geprüft und dabei versteckte Neuerungen gefunden.
Von Rita Deutschbein
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Mit dem Galaxy S6 kehrt Samsung alten Pfaden den Rücken und probiert in einigen Punkten neue Wege aus. Nicht nur das Design des Flaggschiffs wurde von Grund auf überarbeitet, die neue Bauweise bringt auch bei der Nutzung des Smartphones Veränderungen mit sich. Im Test haben wir uns näher mit dem Galaxy S6 beschäftigt. Wie sich das Gerät im Alltag schlägt, ob es Kritikpunkte gibt und welche Neuerungen es im Vergleich zum Vorgänger Galaxy S5 gibt, lesen Sie in unserem Testbericht.

Samsung Galaxy S6 im Test
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Beim Galaxy S6 setzt Samsung auf ein vollkommen neues Design. Mit diesem werden wir uns zuerst beschäftigen. Wer stattdessen wissen möchte, wie sich das Display und der Prozessor des Galaxy S6 machen, kann direkt auf Seite 2 springen. Alternativ finden Sie das Test-Fazit hier.

Modernes Design aus Glas und Metall

Ob ein Design gefällt oder eben nicht, ist immer eine Frage des Geschmacks. Viele Nutzer haben sich schon lange ein Smartphone aus Metall von Samsung gewünscht. Nach der Galaxy-A-Reihe kommen mit dem Galaxy S6 und dessen Bruder Galaxy S6 Edge die ersten Flaggschiffe des Herstellers auf den Markt, bei denen das Gehäuse nicht aus Polycarbonat, sondern stattdessen aus Glas und Metall besteht. Das Ergebnis ist ein sichtbar edlerer Look als noch beim Vorgänger Galaxy S5. Nachteile gibt es aber dennoch, denn die Verwendung von Glas und Metall müssen Nutzer mit einem fehlenden Speicherkartenslot sowie einem fest eingebauten Akku bezahlen.

Zur Verarbeitung des Galaxy S6 lässt sich nichts anderes sagen als: "Topp!" Wie es sich für ein Flaggschiff gehört, sitzen alle Bauteile dort, wo sie hingehören. Es gibt weder unschöne Spaltmaße noch unsauber verarbeite Bauteile. Auch knarzt und knackt es nirgends. Mit 6,8 Millimeter ist das Galaxy S6 zudem recht schlank, wenn es auch nicht zu den dünnsten Geräten gehört. Die Rückseite ist vollkommen eben - lediglich die Kamera steht etwas hervor. Durch die glatte Oberfläche rutscht das Galaxy S6 jedoch gerade auf glatten Unterlagen mehr als sein Vorgänger S5, dessen leicht gummierte Rückseite als Stopper dient.


Galaxy S6 besitzt zwei separate Lautstärke-Tasten
Der Rahmen aus Metall gibt dem Galaxy S6 fühlbare Stabilität. Unter kleinen Kunststoffeinsätzen verbergen sich die Antennen des Smartphones, die für den nötigen Funkempfang sorgen sollen. Durch die leicht abgerundete Form des Metalls sowie den sauberen Übergang zu den Glaselementen des Gerätes liegt das Galaxy S6 gut in der Hand und schneidet nirgends ein. Auch die im Bereich des Rahmens angebrachten Buttons bestehen aus Aluminium und überzeugen durch einen deutlichen Druckpunkt. Wie beim Galaxy S5 befindet sich der Power-Knopf rechts am Gerät, während die Tasten für die Lautstärke-Regulierung links zu finden sind. Statt einer durchgehenden Lautstärkewippe hat sich Samsung beim Galaxy S6 jedoch für zwei separate Tasten entschieden.

Durch das Unibody-Gehäuse lässt sich das Smartphone nicht mehr öffnen. Daher findet sich der Einschub für die SIM-Karte nicht mehr unter der Akkuabdeckung, sondern an der rechten Gehäuseseite. Ebenfalls gewandert ist der Anschluss für den Kopfhörer, der sich nun an der unteren Gehäusekante befindet - in einer Reihe mit dem Lautsprecher und dem nicht abgedeckten microUSB-Anschluss. Denn wasserfest wie das Galaxy S5 ist das neue Flaggschiff nicht. Gerade beim Lautsprecher zeigt sich die Sorgfalt, die Samsung beim Bau des Galaxy S6 walten ließ: Das Gitter, unter dem sich der Lautsprecher verbirgt, wurde sauber ins Metall gefräst.

Glasoberfläche: Eine schmierige Angelegenheit

Um das Galaxy S6 trotz der Glasoberfläche etwas widerstandsfähiger zu machen, hat Samsung sowohl die Vorder- als auch die Rückseite mit Gorilla Glass 4 überzogen. Welche Eigenschaften das kratzfeste Glas aufweist, haben wir in einer weiteren News beschrieben. Nur soviel sei gesagt: Das aus Aluminosilikatglas gefertigte Gorilla Glass 4 bietet trotz seiner geringen Dicke im Vergleich zum Vorgänger nochmals verbesserten Schutz vor Brüchen und Kratzern.


Die Rückseite aus Glas: Modern, aber auch anfällig und rutschig
Unter der Glasschicht auf der Rückseite wurde ein Spezial-Lack aufgetragen, der je nach Lichteinfall die Farbe des Smartphones unterschiedlich intensiv erscheinen lässt - es entsteht beinahe ein Farbwechsel. So gut uns dieses Merkmal gefällt, wirklich Freude haben Nutzer nicht daran. Denn die Glasschicht zieht Fingerabdrücke beinahe magisch an. Jedes winzige Staubkorn und jede Schliere ist auf der glatten Oberfläche sofort zu sehen. Putzen Nutzer hier nicht regelmäßig nach, sieht das Smartphone schnell schmuddelig aus. Ein weiterer Nachteil: Die glatte Oberfläche macht das Gerät sehr rutschig, weshalb es bei feuchten Händen schnell aus der Hand gleiten kann.

Display, Prozessor sowie Telefonie & Internet

Zu viel Schärfe für das Galaxy S6?

Die Displaygröße des Galaxy S6 fällt mit 5,1 Zoll identisch zum Vorgänger aus. An der Auflösung wurde jedoch ordentlich geschraubt. Statt in Full-HD löst der Neuling in QHD, also 2 560 mal 1 440 Pixel auf, was eine Pixeldichte von satten 577 ppi ergibt. Somit ist das Galaxy S6 das derzeit schärfste Smartphone auf dem Markt. Ohne Zweifel ist die Darstellung farbstark und kontrastreich. Selbst bei genauem Hinsehen konnten wir keine Treppchenbildung oder einzelne Pixel erkennen. Für das menschliche Auge ist der Unterschied zur Full-HD Auflösung des Galaxy S5 aber selbst im direkten Vergleich nicht auszumachen. Deutlich wird er nur mit technischer Hilfe, beispielsweise im Makromodus.


Display des Galaxy S6 (links) und des S5 (rechts) im Vergleich: Das S6 erscheint minimal heller
Was im Vergleich beider Displays jedoch auffiel, ist ein minimaler Grünstich auf weißen Flächen des SuperAMOLED-Displays des Galaxy S6, der jedoch nur in bestimmten Blickwinkeln auftritt. Unser S5-Vergleichsgerät zeigte im gleichen Blickwinkel hingegen einen Hang ins Rotstichige. Bei gerader Sicht auf das Display ist von dieser Verfremdung der Farben jedoch nichts zu erkennen. Zudem zeigt sich der Screen des Galaxy S6 bei maximaler Helligkeit einen Tick heller als der Galaxy-S5-Bildschirm.

Dadurch, dass bei SuperAMOLED-Displays jedes einzelne Pixel für sich beleuchtet wird, wirken die Farben noch kräftiger, teilweise sogar etwas knallig. Wird ein Pixel "ausgestellt", ergibt sich ein tiefer und unverwaschener Schwarzton. Auch der Blickwinkel des Galaxy S6 zeigt sich AMOLED-typisch stabil. Selbst bei sehr schräger Sicht auf den Bildschirm verfremden die Farben kaum und der Screen verliert nur minimal an Helligkeit.


Der Blickwinkel bleibt auch bei schräger Sicht auf den Screen stabil

Bricht Rekorde: Exynos-7420-CPU im Benchmark-Test

Unter der Haube arbeitet der neueste Clou aus der Prozessor-Schmiede von Samsung: der Exynos 7420. Hinter dem Namen verbirgt sich ein im 14-Nanometer-Verfahren gefertigter Chip mit acht Kernen, die im big.LITTLE-Prinzip geschaltet werden. Die vier energiesparenden, dafür aber weniger leistungsstarken A53-Kernen haben eine Taktrate von 1,5 GHz, die übrigen A57-Kerne sind hingegen für rechenintensive Aufgaben vorgesehen und erreichen eine Taktrate von 2,1 GHz. Dem Prozessor zur Seite stehen 3 GB Arbeitsspeicher.

Dem Exynos 7420 werden zwei Vorteile zugesprochen: Zum einen soll der Chip ein sehr gutes Strommanagement bieten und daher eine längere Laufzeit des Gerätes ermöglichen. Zum anderen wird er bei Power-Anwendungen weniger gedrosselt, was ihn zu einem der aktuell schnellsten Smartphone-Chips auf den Markt macht. Zum Chip gehört eine integrierte Grafikeinheit namens Mali-T760, die zu den derzeit schnellsten ARM-Grafiklösungen gehört.


Der Slot für die Nano-SIM befindet sich nun im Metall-Rahmen
Doch was bedeutet dies für den Nutzer im Alltag? Nun, mit dem Galaxy S6 bekommt er ein Smartphone, das über die aktuelle High-End-Ausstattung verfügt. Es lässt sich absolut flüssig bedienen und reagiert zügig auf Eingaben. Klassische Szenarien wie das Surfen durch Webseiten, das Arbeiten mit verschiedenen Anwendungen gleichzeitig (Multitasking) aber auch anspruchsvollere Nutzungsszenarien wie grafisch hochauflösende 3D-Games mit schnellen Bildwechseln meistert das Galaxy S6 ohne Probleme.

Im Performance-Test von AnTuTu lässt das Galaxy S6 alle bislang von uns getesteten Smartphones hinter sich zurück. Mit einem Score von 63 294 schlägt es nicht nur Top-Modelle wie das HTC One M9 (48 929) sondern auch das Nvidia-Shield-Tablet (55 183). Das Ergebnis des Unlimited-Test von 3DMark - einem Test zur Feststellung der Grafikfleistung des Smartphones - kann sich ebenfalls sehen lassen. Mit 21 576 Punkten wird das Galaxy S6 nur durch die Smartphone-Konkurrenten Nexus 6 (23 248) und HTC One M9 (21 625) geschlagen. Der Abstand zu diesen Geräten ist aber so gering, dass er Messschwankungen geschuldet sein kann.

Samsung Galaxy S5 Samsung Galaxy S6
Samsung Galaxy S5 Samsung Galaxy S6
Bildschirmdiagonale 5,10 Zoll 5,10 Zoll
Display-Auflösung 1 080 x 1 920 Pixel 1 440 x 2 560 Pixel
Prozessor-Typ Snapdragon 801 Exynos 7420
Prozessorkerne (gesamt) 4 8
Prozessor-Takt 2,50 GHz 2,10 GHz
Arbeitsspeicher (RAM) 2,0 GB 3,0 GB
Gesamte Speichergröße 16,00 GB 32,00 GB
Mobilfunk GSM, EDGE, HSPA+, LTE GSM, EDGE, HSPA+, LTE
Mobilfunk max. Downstream (LTE) 150,00 MBit/s 300,00 MBit/s
WLAN-Standard Wi-Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac) Wi-Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac)
Milliamperestunden 2 800 mAh 2 550 mAh
Akku-Wechsel möglich ja nein
NFC ja ja
Auflösung 5 312 x 2 988 Pixel 5 312 x 2 988 Pixel
Länge 140,0 mm 143,4 mm
Breite 71,5 mm 70,5 mm
Dicke 7,9 mm 6,8 mm
Gewicht 145,0 g 138,0 g
BS-Version bei Verkaufsstart 4.4.2 (Kitkat) 5.0 (Lollipop)
Auch erhältlich als: Samsung Galaxy S5 32GB
Samsung Galaxy S5 Duos
Samsung Galaxy S5 (Plus)
Samsung Galaxy S6 (64GB)
Samsung Galaxy S6 (128GB)
Stand: 20.09.2019

Internet und Telefonie unter der Lupe

Das Galaxy S6 zeigt sich sehr verbindungsfreudig. Es beherrscht neben Quad-Band-GSM und -UMTS auch LTE Cat.6 in den in Deutschland genutzten Frequenzen und ermöglicht somit Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s im Downstream. Beachtet werden sollte, dass statt einer Micro-SIM eine Nano-SIM-Karte im neuen Flaggschiff verwendet werden muss.

Abseits des Mobilfunks steht WLAN 802.11 a/b/g/n/ac mit MIMO-Technik bereit. Netzwerke findet das Smartphone zuverlässig und Verbindungen werden stabil gehalten. Zur drahtlosen Übertragung von Daten gibt es außerdem noch Bluetooth 4.1 LE und NFC sowie GPS und Glonass zur Navigation. Auch einen Infrarot-Sensor bringt das neue Flaggschiff mit. Damit deckt das Galaxy S6 eigentlich alle wichtigen Techniken ab.


Die untere Kante des Galaxy S6 mit Lautsprecher, microUS-Port und Klinkenstecker
Was wäre ein Telefon ohne Telefonie? Das Galaxy S6 besitzt ein starkes Funkmodul sowie gute Filter, die störende Nebengeräusche während eines Telefonats zuverlässig herausfiltern. Der Gesprächspartner klingt natürlich und unverzerrt. Im Freisprechmodus überzeugt der Lautsprecher, der im Vergleich zum Galaxy S5 nun unten im Metall-Rahmen sitzt und Töne voluminös und ausgeglichen wiedergibt. Die Lautstärke kann weit nach oben geregelt werden, sodass sowohl Töne - beispielsweise bei der Video- oder Musik-Wiedergabe - aber auch die Stimme des Anrufers bei lauter Umgebung gut zu verstehen sind.

System, Fingerabdrucksensor und Speicher

App-Wirrwarr: Wo bitte wurde hier abgespeckt?

Samsung liefert das Galaxy S6 mit Android 5.0.2 Lollipop sowie mit TouchWiz-Oberfläche aus. Eigentlich sollte das System im Vergleich zum Vorgänger aufgeräumter sein, da Samsung weniger Apps vorinstallieren wollte. Doch bei unserem Testgerät zeigt sich ein ganz anderes Bild: Es finden sich weiterhin Anwendungen wie HRS Hotels, cewe Fotobuch, pizza.de, Zalando und kaufDA, die den Speicher des Gerätes unnötig zumüllen. Zwar lassen sich diese Apps deinstallieren, doch wäre es schöner gewesen, Samsung hätte ganz auf deren Installation verzichtet – wie es eigentlich angekündigt war.


Das Einstellungsmenü sowie die Apps: Abgespeckt wurde das System nicht
Auch die Apps von Facebook, Instagram und Dropbox gehören zu den bereits installierten Programmen, wobei sich lediglich die Cloud-Speicher-App vollständig entfernen lässt. Die beiden anderen Programme sowie die Samsung-Anwendungen S Health, S Planner und Co. können lediglich deaktiviert, also ausgestellt, werden. Neu auf dem Galaxy S6 sind die Microsoft-Apps OneNote, OneDrive und Skype, die sich ebenfalls nur deaktivieren, nicht aber entfernen lassen.

Die TouchWiz-Oberfläche hat Samsung leicht überarbeitet und somit die Erkennung von Symbolen vereinfacht. Statt Anwendungen nur mit Piktogrammen zu kennzeichnen, sind viele Funktionen nun mit Kurz-Beschreibungen versehen. Ein Beispiel: Nun zeigt nicht mehr die Lupe den Weg zur Suche an, sondern das Wort Suche. Diese Änderungen sind kaum wahrnehmbar, machen den Umgang mit dem System aber etwas leichter.

Die Themes hat Samsung erstmals mit der Galaxy-A-Reihe eingeführt. Nun steht diese Gestaltung der Oberfläche auch für das Galaxy S6 zur Verfügung. Nur drei Themes sind vorinstalliert, weitere können aber kostenfrei heruntergeladen werden. Die Themes verändern die komplette Optik der Oberfläche, da sie mit neuen Designs für die App-Icons einhergehen. So lässt sich die Oberfläche individuell nach dem eigenen Geschmack anpassen.


Fitness-Anwendungen werden über die App S Health verwaltet
Auch auf die klassischen Samsung-Anwendungen wurde nicht verzichtet: Unter S Health werden sämtliche Fitness-Funktionen verwaltet – beispielsweise das Aktivitätslevel des Nutzers oder bestimmte Messwerte wie der Puls oder der Sauerstoffgehalt im Blut. Das Galaxy S6 bringt dafür nicht nur einen Schrittzähler, sondern auch den vom Note 4 bekannten Herzfrequenzmesser mit. Durch Auflegen des Fingers auf den LED-Blitz lässt sich der Puls sowie der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmen. Inwieweit diese Messwerte medizinisch fundiert sind, bleibt dahingestellt.

Fingerabdrucksensor wurde verbessert

Geblieben ist beim Galaxy S6 der Fingerabdrucksensor, der als Alternative zum Passwort, Muster oder Zahlen-Code den Zugang zum Smartphone schützt. Allerdings hat Samsung ihn überarbeitet, sodass nun das bloße Auflegen eines registrierten Fingers ausreicht, um das Gerät zu entsperren. Beim Galaxy S5 mussten Nutzer den Finger noch über den Home-Button - unter dem der Sensor sitzt – streichen. Um das Galaxy S6 via Fingerabdruck zu entsperren, muss das Display des Smartphones eingeschaltet sein. Der Konkurrent Huawei hat dies beim Ascend Mate 7 besser gelöst: Hier reicht das Auflegen des Fingers aus, um das Smartphone aus dem Ruhezustand heraus zu aktivieren und zu entsperren.

Die Registrierung des Fingers ist etwas mühselig. Wir mussten im Test insgesamt 18-mal den Finger auf den Home-Button legen, bis der Prozess abgeschlossen war. Zur Sicherheit muss nach der Registrierung ein Passwort angelegt werden, das als Alternative das Galaxy S6 entsperrt, sollte der Scan des Fingerabdrucks fehlschlagen. Letzteres kann passieren, wenn der Finger feucht ist.


Fingerabdrucksensor des Galaxy S6 scannt nun schon beim Auflegen des Fingers

Fehlender Speicherkarten-Slot

Eingangs haben wir bereits von einem Makel berichtet, der dem neuen Design zu schulden ist - der fehlende Speicherkarten-Slot. Zwar bietet Samsung mit 32, 64 oder 128 GB einen größeren internen Speicher zur Wahl als noch bei den Vorgänger-Modellen. Doch ist dieser eben nicht erweiterbar. Musik, Dateien oder Fotos lassen sich somit nicht auslagern.

Bei unserem Testgerät waren von dem 32 GB internen Speicher bereits zum Start knapp 10 GB belegt, sodass Nutzern unterm Strich gerade noch 22 GB zur freien Verfügung bleiben. Aber es gibt auch positives zum Thema Speicher zu berichten: Samsung verwendet im Galaxy S6 den sogenannten UFS 2.0 Flash, den Nachfolger des bislang in Smartphones und Tablets zu findenden eMMC. Hinter UFS steht die Bezeichnung Universal Flash Storage, der im Vergleich zum Vorgänger in der Lage ist, Schreib- und Leseoperationen parallel auszuführen. Die Datentransferrate ist etwa doppelt so schnell wie bei eMMCs. Dennoch arbeitet der Speicherchip stromsparend und zehrt dadurch kaum am Akku.

Wireless Charging, Kamera und Test-Fazit

Fest verbaut und kabellos geladen: Der Akku des Galaxy S6

Bleiben wir beim Akku, der eine Kapazität von 2 550 mAh hat und somit weniger leistungsstark ist wie die 2 800-mAh-Batterie des Galaxy S5. Da der Prozessor des S6 sowie dessen Speicher aber energieeffizienter arbeiten, soll es in der Laufzeit kaum einen Unterschied zwischen den beiden Modellen geben. Aber: Erstmals in der Geschichte der Galaxy-S-Modelle kann der Akku nicht gewechselt werden, da sich das Smartphone nicht öffnen lässt. Damit wären wir beim zweiten großen Manko, das das neue Gehäuse-Design für viele Nutzer bringt.

Samsung selbst versucht durch Features wie dem kabellosen Laden über dieses "Problem" hinwegzutrösten, wobei sowohl der zum Wireless Power Consortium gehörende Qi-Standard als auch PMA (Power Matters Alliance) unterstützt wird. Leider konnten wir das Wireless Charging mit der Induktions-Ladematte von Samsung in unserem Test nicht ausprobieren. Mit einer Ladematte von Powermat funktionierte der kabellose Ladevorgang aber ohne Probleme, wenn auch nicht so schnell wie mit dem Original-Netzteil von Samsung. Allerdings wird das Galaxy S6 während dem Ladevorgang auf einer Ladematte recht heiß.


Wireless Charging: Ausprobiert auf einer Powermat
Leider zeigt sich der Akku des Galaxy S6 nicht so langatmig wie wir es erhofft haben. Bei durchschnittlicher Nutzung des Smartphones kommen Nutzer zwar über den Tag. Wird das Smartphone aber stark beansprucht, geht der Batterie vergleichsweise schnell die Puste aus. Im Akku-Test von PCMark wird gemessen, wie lange es braucht, bis der Akku von 80 auf 20 Prozent entladen wird. Während dieses Vorgangs werden verschiedene Nutzungsszenarien aus Anrufen, dem Surfen im Internet, Office-Anwendungen, die Video-Wiedergabe und das Anschauen von Bildern etc. simuliert. Nach genau fünf Stunden war der Akkustand des Galaxy S6 auf den Messwert von 20 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Das Galaxy A5 (hier im Test) brauchte für den gleichen Prozess etwas über acht Stunden und zeigt damit einen deutlich längeren Atem. Auch das Galaxy A3 (zum Test) schaffte es immerhin noch auf sechseinhalb Stunden.

Neigt sich die Akkuladung dem Ende entgegen, steht ein Ultra-Sparmodus bereit, der bis auf die wichtigsten Anwendungen sowie den Browser und WhatsApp (falls installiert) alle Funktionen deaktiviert und es somit erlaubt, auch mit einem sehr niedrigen Akkustand noch Stunden aushalten zu können. Zum Laden der Batterie sollten Nutzer das mitgelieferte Netzteil des Galaxy S6 verwenden. Bei 15 Prozent Restladestand der Batterie braucht es mit diesem nur etwa eine Stunde, bis der Akku wieder vollständig aufgeladen ist.

Ein Blick auf die Smartphone-Kamera

Von den Daten her scheint sich die Kamera, die Samsung im Galaxy S6 eingebaut hat, nicht von der des Galaxy S5 zu unterscheiden. Beide machen Fotos mit bis zu 16 Megapixel und werden von einem einfachen LED-Blitz unterstützt. Letzterer sitzt nun allerdings nicht mehr unter der Linse, sondern rechts daneben. Neu ist jedoch die f/1.9-Blende, die im Vergleich zur f/2.2-Blende der Galaxy-S5-Kamera mehr Licht durchlässt. Zudem steht Nutzern nun neben HDR und verschiedenen Modi auch ein optischer Bildstabilisator zur Verfügung, der Verwacklungen in den Aufnahmen zuverlässig entgegenwirkt. Der Hauptkamera zur Seite steht eine 5-Megapixel-Frontkamera, die ebenfalls mit einer f/1.9-Blende ausgestattet ist.


Die Kamera des Galaxy S6 ragt leicht hervor und bietet 16 Megapixel
Mit einem Doppelklick auf den Home-Button lässt sich die Kamera auch bei ausgeschaltetem Smartphone starten. Ebenfalls schnell erfolgt der Zugriff auf die wichtigsten Kamera-Modi, die nun mit einem Klick im Menü angezeigt werden können. Samsung bietet die Möglichkeit, weitere Modi kostenfrei auf das Smartphone zu laden, darunter beispielsweise Sports-Shot, Rear-Cam-Selfie und Beauty-Face. Auch Zeitlupenaufnahmen lassen sich mit der Kamera machen.

Etwas tiefer in den Einstellungen der Kamera können Nutzer die Sprachsteuerung aktivieren, die alternativ zum Auslösen über die Lautstärketaste oder den virtuellen Auslösebutton genutzt werden kann. Wird anschließend eines der Worte "Lächeln", "Klick" oder "Aufnahme" gesprochen, löst die Kamera aus. Im Test funktionierte das Auslösen mittels Sprachbefehl sehr gut, da die Kamera sofort reagiert. Für einen ersten Blick auf die Fotoqualität haben wir Bilder in Originalgröße angehängt, die sowohl bei Kunstlicht als auch im Dunklen ohne Blitz aufgenommen wurden.

Die Bilder zeigen, dass Fotos, die im Kunstlicht aufgenommen wurden, auch im Detail scharf sind und deutlich voneinander abgetrennte Farbräume aufweisen. Zu den Ecken hin verdunkeln sich die Aufnahmen allerdings, wobei der leichte Blaustich, der bei Aufnahmen des Galaxy S5 aufgetreten ist, nun nicht mehr zu sehen ist.

Im Dunkeln ohne Blitz aufgenommene Bilder wirken hingegen leicht unscharf und es ist ein Gelb- bis Orangestich zu erkennen. Dennoch lassen sich die verschiedenen Farben gut unterscheiden - selbst beim braunen und schwarzen Ton. Während bei einem Objekt mit mehreren Ebenen die Detailschärfe fehlt, überzeugen bei einfachen Flächen die klar voneinander abgegrenzten Farbräume. In einem ausführlichen Kamera-Test haben wir uns genauer mit der überarbeiteten Kamera-App sowie allen Funktionen befasst.


Das Galaxy S6 und das S6 Edge: Technisch baugleich, doch optisch deutlich verschieden

Preise und Speichervarianten

Samsung bietet das Galaxy S6 in drei verschiedenen Speichervarianten mit 32, 64 oder 128 GB sowie in unterschiedlichen Farben an. Die Preise sind Samsung-typisch eher oben angeordnet: 699 Euro beträgt die UVP für die 32-GB-Version, die teltarif.de für den Test erhalten hat. Angaben zu den Preisen der anderen Speichervarianten sowie des Galaxy S6 Edge haben wir in einer weiteren Meldung gelistet.

Mit dem Galaxy S6 Edge bietet Samsung zudem den technischen Zwilling des neuen Flaggschiffs an. Die Bedienung des Smartphones mit dem gebogenen Display ist jedoch in vielen Punkten anders als beim "regulären" Modell. In einem weiteren Test haben wir uns genauer mit dem Galaxy S6 Edge beschäftigt und die Vor- und Nachteile des gebogenen Screens unter die Lupe genommen.


Die neuartige Bedienung des Samsung Galaxy S6 Edge probieren wir in einem weiteren Test aus

Fazit: Schickes Smartphone mit vielen versteckten Stärken

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,4
  • Bedienung, Handling, Software: 1,3
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1
  • Basis-Feature des Handys: 1,2
  • Einschätzung des Redakteurs: 1,2
  • Gesamtnote: 1,2
Das Galaxy S6 ist das erste Smartphone der Reihe, bei dem sich der Preis in den verwendeten Materialien und der hochwertigen Verarbeitung des Gerätes widerspiegelt. Aber auch in Sachen Leistung weiß das neue Flaggschiff zu überzeugen. Der hauseigene Exynos-Prozessor ließ im Benchmark-Test die meisten Konkurrenten hinter sich zurück. Erfreulich sind die kleinen, zunächst kaum sichtbaren Verbesserungen vor allem in der Nutzeroberfläche, die Samsung dem Galaxy S6 im Vergleich zum Vorgänger verpasst hat.

Abstriche sind vor allem bei der fehlenden Speichererweiterung sowie beim fest verbauten Akku zu machen. Zumindest bei der Batterie helfen aber Features wie das Wireless Charging und die Schnelladefunktion etwas über das Manko hinweg. Alles in allem ist das Galaxy S6 ein schickes Gerät, das Samsungs Galaxy-S-Reihe nun auch optisch auf eine Höhe mit Konkurrenten wie Apple rückt.

Lesen Sie auch unseren Testbericht zum Samsung Galaxy S6 Edge.

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