Ausprobiert

Samsung Galaxy S6 im Test: Moderne Fassade trifft auf Hochleistungs-Technik

Das Galaxy S6 ist das aktuelle High-End-Smartphone von Samsung. Im Test haben wir uns das neue Design aus Glas und Metall angesehen und sagen, wie die Bauweise ankommt. Außerdem haben wir die Leistung geprüft und dabei versteckte Neuerungen gefunden.
Von Rita Deutschbein
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Fest verbaut und kabellos geladen: Der Akku des Galaxy S6

Bleiben wir beim Akku, der eine Kapazität von 2 550 mAh hat und somit weniger leistungsstark ist wie die 2 800-mAh-Batterie des Galaxy S5. Da der Prozessor des S6 sowie dessen Speicher aber energieeffizienter arbeiten, soll es in der Laufzeit kaum einen Unterschied zwischen den beiden Modellen geben. Aber: Erstmals in der Geschichte der Galaxy-S-Modelle kann der Akku nicht gewechselt werden, da sich das Smartphone nicht öffnen lässt. Damit wären wir beim zweiten großen Manko, das das neue Gehäuse-Design für viele Nutzer bringt.

Samsung selbst versucht durch Features wie dem kabellosen Laden über dieses "Problem" hinwegzutrösten, wobei sowohl der zum Wireless Power Consortium gehörende Qi-Standard als auch PMA (Power Matters Alliance) unterstützt wird. Leider konnten wir das Wireless Charging mit der Induktions-Ladematte von Samsung in unserem Test nicht ausprobieren. Mit einer Ladematte von Powermat funktionierte der kabellose Ladevorgang aber ohne Probleme, wenn auch nicht so schnell wie mit dem Original-Netzteil von Samsung. Allerdings wird das Galaxy S6 während dem Ladevorgang auf einer Ladematte recht heiß.


Wireless Charging: Ausprobiert auf einer Powermat
Leider zeigt sich der Akku des Galaxy S6 nicht so langatmig wie wir es erhofft haben. Bei durchschnittlicher Nutzung des Smartphones kommen Nutzer zwar über den Tag. Wird das Smartphone aber stark beansprucht, geht der Batterie vergleichsweise schnell die Puste aus. Im Akku-Test von PCMark wird gemessen, wie lange es braucht, bis der Akku von 80 auf 20 Prozent entladen wird. Während dieses Vorgangs werden verschiedene Nutzungsszenarien aus Anrufen, dem Surfen im Internet, Office-Anwendungen, die Video-Wiedergabe und das Anschauen von Bildern etc. simuliert. Nach genau fünf Stunden war der Akkustand des Galaxy S6 auf den Messwert von 20 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Das Galaxy A5 (hier im Test) brauchte für den gleichen Prozess etwas über acht Stunden und zeigt damit einen deutlich längeren Atem. Auch das Galaxy A3 (zum Test) schaffte es immerhin noch auf sechseinhalb Stunden.

Neigt sich die Akkuladung dem Ende entgegen, steht ein Ultra-Sparmodus bereit, der bis auf die wichtigsten Anwendungen sowie den Browser und WhatsApp (falls installiert) alle Funktionen deaktiviert und es somit erlaubt, auch mit einem sehr niedrigen Akkustand noch Stunden aushalten zu können. Zum Laden der Batterie sollten Nutzer das mitgelieferte Netzteil des Galaxy S6 verwenden. Bei 15 Prozent Restladestand der Batterie braucht es mit diesem nur etwa eine Stunde, bis der Akku wieder vollständig aufgeladen ist.

Ein Blick auf die Smartphone-Kamera

Von den Daten her scheint sich die Kamera, die Samsung im Galaxy S6 eingebaut hat, nicht von der des Galaxy S5 zu unterscheiden. Beide machen Fotos mit bis zu 16 Megapixel und werden von einem einfachen LED-Blitz unterstützt. Letzterer sitzt nun allerdings nicht mehr unter der Linse, sondern rechts daneben. Neu ist jedoch die f/1.9-Blende, die im Vergleich zur f/2.2-Blende der Galaxy-S5-Kamera mehr Licht durchlässt. Zudem steht Nutzern nun neben HDR und verschiedenen Modi auch ein optischer Bildstabilisator zur Verfügung, der Verwacklungen in den Aufnahmen zuverlässig entgegenwirkt. Der Hauptkamera zur Seite steht eine 5-Megapixel-Frontkamera, die ebenfalls mit einer f/1.9-Blende ausgestattet ist.


Die Kamera des Galaxy S6 ragt leicht hervor und bietet 16 Megapixel
Mit einem Doppelklick auf den Home-Button lässt sich die Kamera auch bei ausgeschaltetem Smartphone starten. Ebenfalls schnell erfolgt der Zugriff auf die wichtigsten Kamera-Modi, die nun mit einem Klick im Menü angezeigt werden können. Samsung bietet die Möglichkeit, weitere Modi kostenfrei auf das Smartphone zu laden, darunter beispielsweise Sports-Shot, Rear-Cam-Selfie und Beauty-Face. Auch Zeitlupenaufnahmen lassen sich mit der Kamera machen.

Etwas tiefer in den Einstellungen der Kamera können Nutzer die Sprachsteuerung aktivieren, die alternativ zum Auslösen über die Lautstärketaste oder den virtuellen Auslösebutton genutzt werden kann. Wird anschließend eines der Worte "Lächeln", "Klick" oder "Aufnahme" gesprochen, löst die Kamera aus. Im Test funktionierte das Auslösen mittels Sprachbefehl sehr gut, da die Kamera sofort reagiert. Für einen ersten Blick auf die Fotoqualität haben wir Bilder in Originalgröße angehängt, die sowohl bei Kunstlicht als auch im Dunklen ohne Blitz aufgenommen wurden.

Die Bilder zeigen, dass Fotos, die im Kunstlicht aufgenommen wurden, auch im Detail scharf sind und deutlich voneinander abgetrennte Farbräume aufweisen. Zu den Ecken hin verdunkeln sich die Aufnahmen allerdings, wobei der leichte Blaustich, der bei Aufnahmen des Galaxy S5 aufgetreten ist, nun nicht mehr zu sehen ist.

Im Dunkeln ohne Blitz aufgenommene Bilder wirken hingegen leicht unscharf und es ist ein Gelb- bis Orangestich zu erkennen. Dennoch lassen sich die verschiedenen Farben gut unterscheiden - selbst beim braunen und schwarzen Ton. Während bei einem Objekt mit mehreren Ebenen die Detailschärfe fehlt, überzeugen bei einfachen Flächen die klar voneinander abgegrenzten Farbräume. In einem ausführlichen Kamera-Test haben wir uns genauer mit der überarbeiteten Kamera-App sowie allen Funktionen befasst.


Das Galaxy S6 und das S6 Edge: Technisch baugleich, doch optisch deutlich verschieden

Preise und Speichervarianten

Samsung bietet das Galaxy S6 in drei verschiedenen Speichervarianten mit 32, 64 oder 128 GB sowie in unterschiedlichen Farben an. Die Preise sind Samsung-typisch eher oben angeordnet: 699 Euro beträgt die UVP für die 32-GB-Version, die teltarif.de für den Test erhalten hat. Angaben zu den Preisen der anderen Speichervarianten sowie des Galaxy S6 Edge haben wir in einer weiteren Meldung gelistet.

Mit dem Galaxy S6 Edge bietet Samsung zudem den technischen Zwilling des neuen Flaggschiffs an. Die Bedienung des Smartphones mit dem gebogenen Display ist jedoch in vielen Punkten anders als beim "regulären" Modell. In einem weiteren Test haben wir uns genauer mit dem Galaxy S6 Edge beschäftigt und die Vor- und Nachteile des gebogenen Screens unter die Lupe genommen.


Die neuartige Bedienung des Samsung Galaxy S6 Edge probieren wir in einem weiteren Test aus

Fazit: Schickes Smartphone mit vielen versteckten Stärken

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,4
  • Bedienung, Handling, Software: 1,3
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1
  • Basis-Feature des Handys: 1,2
  • Einschätzung des Redakteurs: 1,2
  • Gesamtnote: 1,2
Das Galaxy S6 ist das erste Smartphone der Reihe, bei dem sich der Preis in den verwendeten Materialien und der hochwertigen Verarbeitung des Gerätes widerspiegelt. Aber auch in Sachen Leistung weiß das neue Flaggschiff zu überzeugen. Der hauseigene Exynos-Prozessor ließ im Benchmark-Test die meisten Konkurrenten hinter sich zurück. Erfreulich sind die kleinen, zunächst kaum sichtbaren Verbesserungen vor allem in der Nutzeroberfläche, die Samsung dem Galaxy S6 im Vergleich zum Vorgänger verpasst hat.

Abstriche sind vor allem bei der fehlenden Speichererweiterung sowie beim fest verbauten Akku zu machen. Zumindest bei der Batterie helfen aber Features wie das Wireless Charging und die Schnelladefunktion etwas über das Manko hinweg. Alles in allem ist das Galaxy S6 ein schickes Gerät, das Samsungs Galaxy-S-Reihe nun auch optisch auf eine Höhe mit Konkurrenten wie Apple rückt.

Lesen Sie auch unseren Testbericht zum Samsung Galaxy S6 Edge.

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