Giga-Vergleich

Vergleich: Galaxy S10+ mit Apple, Huawei, Honor & OnePlus

Das Samsung Galaxy S10+ ist ein schickes Gerät mit top Ausstattung, aber auch mit einem über­durch­schnitt­lichen Preis. Einige Konkurrenten sind da deutlich günstiger, aber nicht unbedingt schlechter. Wir haben weitere Flaggschiffe mit Samsungs High-End-Modell verglichen.
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Beim Blick auf die Gesamtwertung der einzelnen Geräte erreichte das Samsung Galaxy S10+ mit einer Note von 1,3 die beste Bewertung von allen für den Vergleich ausgewählten Smartphones. Jetzt können Stimmen behaupten, dass die Bewertungen der anderen Smartphones gar nicht mal schlechter sind. Das Plus-Modell (und auch das Galaxy S10) von Samsungs aktueller S10-Serie schaffte es mit der Bewertung aber auf den ersten Platz unserer Top-10-Liste der besten Smartphones 2019 und auch im Displayhelligkeitstest belegt das Galaxy S10(+) den ersten Platz. Im Bezug auf unser Testverfahren spielt das Smartphone nicht nur ganz oben mit, sondern führt die Rangliste an. Leistung hat aber auch ihren Preis. Das Samsung Galaxy S10+ in Ceramic White oder Ceramic Black kostet nach unverbindlicher Preisempfehlung 1249 Euro. Selbst Smartphone-Jünger wollen diesen hohen Preis nicht immer ausgeben. Und nur weil das Samsung Galaxy S10+ die Pole-Position belegt, heißt das nicht, dass nicht andere Modelle dem südkoreanischen Platzhirsch das Wasser reichen können. Für den Vergleich haben wir Geräte mit ähnlicher Flaggschiff-Ausstattung gewählt und geprüft, was die Konkurrenz so auf dem Kasten hat.

Display und Design

Das Samsung Galaxy S10+ im Vergleich mit der Flaggschiff-KonkurrenzDas Samsung Galaxy S10+ im Vergleich mit der Flaggschiff-Konkurrenz

Alle Smartphones haben in etwa die gleiche Bildschirmdiagonale. Im Gegensatz zu den anderen mit 6,4 Zoll ist das Display des iPhone XS Max mit 6,5 Zoll am größten. Die Auflösung ist unterschiedlich, mit der höchsten Auflösung kann aber nur das Mate 20 Pro glänzen, dicht gefolgt vom Galaxy S10+, das ebenfalls in WQHD+ auflöst. Grundsätzlich ist etwas dran, dass die sehr hohe Auflösung in der Alltagsnutzung nicht ausschlaggebend ist. Hersteller wie Samsung regulieren die Auflösung ab Werk beispielsweise ohnehin auf FHD+. Nichtsdestotrotz fällt im direkten Vergleich die Brillanz des Samsung-Displays auf, dem auch das Panel des Huawei-Smartphones sehr nahe steht. Die Displays der anderen ausgewählten Modelle sind keineswegs schlecht, der Unterschied ist im direkten Vergleich aber merklich.

Unterschiede ergeben sich auch in der verwendeten Displaytechnologie, um die Selfiekamera in die Front zu integrieren. Samsung und Honor verwenden als einzige Hersteller ein Displayloch, eine Art Ausstanzung, die bei Samsung rechts oben und bei Honor links oben realisiert wird. Das Galaxy S10+ weist dabei zwei "Löcher" auf, weil das Gerät über ein Dual-Modul verfügt. Huawei und Apple verwenden für ihre Modelle eine recht breite Badewannen-Notch, nur OnePlus gibt sich in Wassertropfengröße deutlich dezenter. Je weniger Einschränkungen es beim Blick auf das Display gibt, desto besser. Stimmt, aber letztlich bleibt es Geschmackssache, was besser gefällt.

Leistung und Speicher

Im Galaxy S10+ schlummert Samsungs eigene aktuelle Spitzen-CPU Exynos 9820. Es gibt jedoch auch eine Variante mit Qualcomms aktuellem Snapdragon-855-Prozessor - allerdings nicht hierzulande. Es wird heiß darüber diskutiert, ob nicht sogar das Modell mit dem Fremd-Prozessor schneller sein soll. So war es auch schon beim Galaxy S9(+), das es jeweils mit den Vorgänger-Modellen der Prozessoren gab. In unserem Browser-Test zeigt sich: Das Galaxy S10+ glänzt mit hervorragender Performance, kann jedoch nicht mit der Leistung des Huawei-Prozessor Kirin-980, der sowohl im Gehäuse des View 20 als auch im Mate 20 Pro steckt, mithalten. Einen noch besseren Job macht nur der Snapdragon 845 im OnePlus 6T. Apples iPhone-A12-Bionic liegt zwar deutlich hinter den Android-Smartphones zurück, leistet im Zusammenspiel mit iOS in der Praxis aber ebenfalls gute Arbeit.

Bei der internen Speicherkapazität ist das Galaxy S10+ Spitzenreiter. In Deutschland ist das Plus-Modell ausschließlich mit 512 GB Speicherplatz erhältlich. Zusätzlich lässt sich die Kapazität per microSD-Karte erweitern. Das Expansion-Feature hat nur noch das Mate 20 Pro, hier aber nicht per microSD-Karte, sondern in Form von Huaweis selbst entwickeltem Nano-Speicherkartenformat. Das Medium hat dabei die gleiche Größe wie eine Nano-SIM-Karte. Intern liegt die Kapazität bei 128 GB, genau wie beim View 20 und dem OnePlus 6T - das iPhone hat nur 64 GB Speicher.

Wir haben hier die Standard-Ausführungen miteinander verglichen, weshalb das Galaxy S10+ entsprechend am besten abschneidet. Fairerweise muss man aber gegenüber den anderen Herstellern sagen, dass es zum Beispiel vom Honor View 20 und vom iPhone XS Max gegen Aufpreis auch Varianten mit höherer interner Speicherkapazität gibt.

Samsung vs. Honor vs. Huawei vs. OnePlus vs. Apple

Honor View 20 Apple iPhone XS Max
Samsung Galaxy S10+ Honor View 20 Huawei Mate 20 Pro OnePlus 6T Apple iPhone XS Max
Testurteil
02/2019
1,3
01/2019
1,8
11/2018
1,4
10/2018
1,5
09/2018
1,7
Bildschirmdiagonale 6,40 Zoll 6,40 Zoll 6,39 Zoll 6,41 Zoll 6,50 Zoll
Display-Auflösung 1 440 x 3 040 Pixel 1 080 x 2 310 Pixel 1 440 x 3 120 Pixel 1 080 x 2 280 Pixel 1 242 x 2 688 Pixel
Länge 157,6 mm 156,9 mm 156,9 mm 157,5 mm 157,5 mm
Breite 74,1 mm 75,3 mm 72,4 mm 75,7 mm 77,4 mm
Dicke 7,8 mm 8,1 mm 8,6 mm 8,2 mm 7,7 mm
Gewicht 175,0 g 180,0 g 189,0 g 185,0 g 208,0 g
Prozessor-Typ Exynos 9820 Kirin 980 (A76) Kirin 980 (A55) Snapdragon 845 A12 Bionic (Vortex)
Prozessorkerne (gesamt) 8 8 8 8 6
Prozessor-Takt 2,70 GHz 2,60 GHz 1,80 GHz 2,80 GHz 2,50 GHz
Arbeitsspeicher (RAM) 8,0 GB 6,0 GB 6,0 GB 6,0 GB 3,0 GB
Gesamte Speichergröße 512,00 GB 128,00 GB 128,00 GB 128,00 GB 64,00 GB
Speicherkarten-Slot (Dual-SIM-Hybrid-Slot) - Nano-Memory-Card - -
Mobilfunk GSM, EDGE, HSPA+, LTE GSM, EDGE, HSPA+, LTE GSM, EDGE, HSPA+, LTE GSM, EDGE, HSPA+, LTE GSM, EDGE, HSPA+, LTE
Mobilfunk max. Downstream (LTE) 2 000,00 MBit/s 1 400,00 MBit/s 1 200,00 MBit/s 1 000,00 MBit/s 1 000,00 MBit/s
WLAN-Standard Wi-Fi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax) Wi-Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac) Wi-Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac) Wi-Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac) Wi-Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac)
Milliamperestunden 4 100 mAh 4 000 mAh 4 200 mAh 3 700 mAh 3 174 mAh
Akku-Wechsel möglich nein nein nein nein nein
NFC ja ja ja ja ja
Megapixel 12,0 Megapixel 48,0 Megapixel 40,0 Megapixel 16,0 Megapixel 12,0 Megapixel
Megapixel (2. Sensor) 12,0 Megapixel k. A. 20,0 Megapixel 20,0 Megapixel 12,0 Megapixel
Megapixel (3. Sensor) 16,0 Megapixel k. A. 8,0 Megapixel k. A. k. A.
Frontkamera:
Sensor
10,0 Megapixel 25,0 Megapixel 24,0 Megapixel 16,0 Megapixel 7,0 Megapixel
Frontkamera:
Zweiter Sensor
8,0 Megapixel k. A. k. A. k. A. k. A.
BS-Version bei Verkaufsstart 9.0 (Pie) 9.0 (Pie) 9.0 (Pie) 9.0 (Pie) 12
Fingerabdruck-Sensor Display-integriert ja ja Display-integriert nein
DualSIM Dual-SIM-Standby ja ja ja ja
Auch erhältlich als: Samsung Galaxy S10+ (128 GB)
Samsung Galaxy S10+ (1 TB)
Honor View 20 256GB
OnePlus 6T (8GB RAM)
OnePlus 6T (256GB)
Apple iPhone XS Max (256GB)
Apple iPhone XS Max (512GB)
Stand: 19.04.2019

Akku

Akkukapazitäten, die mit weit über 3000 mAh angegeben sind oder sogar über 4000 mAh haben wie das Galaxy S10+, polieren kräftig die Datenblätter auf. Aber erst der Praxistest zeigt, was dahinter steckt. Alle ausgewählten Smartphones schafften in unserem Testverfahren rund 8 Stunden, nur das iPhone verweigerte seinen Dienst bereits bei einer Laufzeit von rund 6 Stunden.

Über eine Schnell-Ladefunktion verfügen alle Smartphones, aber nur das iPhone, Mate 20 Pro und das Galaxy S10+ lassen sich zusätzlich induktiv aufladen. Ein besonderes drittes Energie-Feature haben sowohl das Huawei Mate 20 Pro mit "Reverse Wireless Charging" und das Samsung Galaxy S10+ mit "Wireless PowerShare". Beide können letztlich das gleiche: Andere (kompatible) Smartphones beziehungsweise Geräte Rücken an Rücken aufladen. Darüber lässt sich diskutieren: Wir prüften das Feature mit einem Galaxy S10+ und einem iPhone 8. Ergebnis: 14 Prozent Akkuladung beim iPhone 8 in 16 Minuten, bei gleichzeitigem Energieverlust von 16 Prozent beim Samsung-Smartphone - also beinahe eins zu eins leer gesaugt. Um dem zweiten Gerät ein paar Zusatzprozent für den Notfall zu verschaffen, mag das Feature ja noch ganz sinnvoll sein, für vollständige Smartphone-Aufladungen jedoch nicht. Es eignet sich eher zur Aufladung von Gadgets wie Samsungs aktuellen kabellosen Ohrsteckern Galaxy Buds. Hier dürfte aufgrund des geringeren Energiebedarfs auch der Verlust beim Smartphone weniger auffallen.

Kamera

Das Samsung Galaxy S10+ und das Huawei Mate 20 Pro verfügen über ein Triple-Kamerasystem, die anderen Modelle haben "nur" eine Dual-Kamera. Zur Veranschaulichung der Kameraleistung haben wir für Sie unsere Testbilder der Hauptkamera bei guten Lichtverhältnissen unter Verwendung des Blitz-Moduls von allen Modellen angehängt. Mehr über die (Selfie-)Kamera und weitere Details zu den Geräten, lesen Sie in den jeweiligen Testberichten zum Samsung Galaxy S10+, Honor View 20, Huawei Mate 20 Pro, OnePlus 6T und Apple iPhone XS Max.

Fazit des Vergleichs

Alle Smartphones des Vergleichs sind gute und sehr gute Geräte auf Oberklasse-Niveau. Letztlich entscheidet der Preis. Wer das Smartphone meist für Standard-Aufgaben wie Messaging und Surfen nutzt und sich für das Samsung Galaxy S10+ interessiert, wird auch mit dem Kauf eines Mate 20 Pro oder dem OnePlus 6T nichts falsch machen. Im Gegenteil, hier liegt nämlich der Entscheidungslöser: Für Alltägliches reichen auch die "günstigeren" Geräte mehr als aus. So lassen sich im Vergleich zu Samsungs atemberaubenden Preis zum Marktstart bei Geräten wie dem Honor View 20 sogar mehr als die Hälfte sparen. Angesichts der Tatsache ist es sicherlich dann für nicht wenige Käufer gar nicht mehr wichtig, ob das Gerät einen Fingerabdrucksensor unter dem Display oder eine Ceramic-Rückseite (Galaxy S10+) hat. Ein Muss ist das Galaxy S10+ also nicht, es fällt vielmehr in die Haben-wollen-Kategorie - eine Luxus-Karosse unter den Smartphones eben. Die Kompromisse, die Käufer bei den anderen Geräten eingehen müssen, sind aber nicht weiter dramatisch, weil es sich bei Weitem nicht - um beim Automobil-Vergleich zu bleiben - um Rostlauben handelt.

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