Phablet

Samsung Galaxy Note 7: Darum werde ich das neue Flaggschiff nicht nutzen

Samsung verkauft deutschen Kunden nur eine kastrierte Version des Galaxy Note 7. Eine wichtige Funktion fehlt deutschen Geräten. Doch auch viele Mitbewerber verhalten sich ähnlich - offenbar auf Druck der Mobilfunk-Netzbetreiber.

Samsung Galaxy Note 7 in Deutschland ohne Dual-SIM-Unterstützung Samsung Galaxy Note 7 in Deutschland ohne Dual-SIM-Unterstützung
Foto: Samsung
Samsung hat am Dienstag wie geplant mit dem Galaxy Note 7 sein neues Phablet-Flaggschiff vorgestellt. Anders als das Galaxy Note 5 aus dem Vorjahr, das in Europa nicht offiziell verkauft wurde, ist das neue Modell auch hierzulande wieder zu bekommen. Ich werde das Gerät aber nicht kaufen, obwohl ich Smartphones mit großem Display, die noch dazu sehr gut verarbeitet sind, sehr schätze.

Samsung Note 7

Deutsche Kunden müssen aber abermals mit einer Geräte-Version vorlieb nehmen, bei der der Hersteller eines der gerade für professionelle Nutzer wichtigsten Features weggelassen hat. Eine Dual-SIM-Version, wie es sie seit einigen Jahren von nahezu allen höherwertigen Samsung-Smartphones gibt, wurde für den deutschen Markt nämlich nicht angekündigt. Auch das Samsung Galaxy S7 und das Samsung Galaxy S7 Edge sind hierzulande nicht in der Version erhältlich, die den parallelen Betrieb zweier Betreiberkarten ermöglicht.

Darum lege ich auf Dual-SIM wert

Samsung Galaxy Note 7 in Deutschland ohne Dual-SIM-Unterstützung Samsung Galaxy Note 7 in Deutschland ohne Dual-SIM-Unterstützung
Foto: Samsung
Ich möchte auf die Dual-SIM-Funktion nicht verzichten. So konnte mit dem Huawei Mate 8, das ich derzeit als Hauptgerät im Alltag einsetze, beispielsweise vor einigen Wochen im USA-Urlaub neben meiner deutschen Vertragskarte eine amerikanische Prepaid-SIM betreiben, über den ich den mobilen Internet-Zugang hergestellt habe. In heimischen Gefilden dient der zweite Kartenslot zur Nutzung eines zweiten Mobilfunknetzes für den mobilen Internet-Zugang, zumal kein Netz wirklich flächendeckend mit UMTS oder LTE verfügbar ist, so dass es durchaus praktisch ist, bei Bedarf auf ein Zweitnetz zugreifen zu können.

Ein anderer denkbarer Anwendungsfall wäre der Parallelbetrieb einer geschäftlichen und einer privat verwendeten Mobilfunknummer. Pendler, die in einem Nachbarland arbeiten, könnten mit einem Dual-SIM-Handy Verträge oder Prepaidkarten aus beiden Staaten verwenden. Das bleibt auch innerhalb der EU weiter spannend, denn eine echte Mitnahme des heimischen Handytarifs ins Ausland wird es wohl auch künftig zumindest nicht bei allen Anbietern geben.

Netzbetreiber als Spielverderber

Grund für die Zurückhaltung beim Thema Dual-SIM dürften für die meisten Hersteller die Mobilfunk-Netzbetreiber sein, die durch das "Dual-SIM-Verbot" wohl lästige Konkurrenz beim eigenen Kunden verhindern wollen. Die meisten Geräte werden nunmal nach wie vor im Zusammenhang mit einem Laufzeitvertrag verkauft. Das ist auch beim Samsung Galaxy Note 7 nicht anders.

Natürlich wird es wie in der Vergangenheit wieder findige Händler geben, die das neue Samsung-Smartphone in der Dual-SIM-Version beispielsweise aus Asien importieren. So sparen Interessenten den Aufwand, sich selbst um Export und Zoll zu kümmern. Sie müssen aber mit einer nicht auf den deutschen Markt abgestimmten Firmware leben, die dann beispielsweise nicht die Voice-over-LTE-Unterstützung bietet. Insofern sind solche Importgeräte nur bedingt eine Alternative zu einem offiziellen deutschen Gerät.

Warum keine Dual-SIM-Handys im freien Handel?

Es ist ja durchaus verständlich, dass die Netzbetreiber nur Single-SIM-Smartphones verkaufen wollen. Für die Geräte-Hersteller blieben aber immer noch Händler wie Amazon, Media Markt und Saturn, über die sich auch die Dual-SIM-Versionen absetzen ließen. HTC hatte mit dem One M8 vor zwei Jahren einen Vorstoß in diese Richtung unternommen. Zudem versucht Microsoft, seine Windows Phones auch auf diesem Weg an den Mann oder die Frau zu bringen.

Leider hat HTC aber die neueren Flaggschiff-Handys hierzulande nicht mehr angeboten und auch Mitbewerber wie Samsung, Sony oder LG üben sich in Zurückhaltung. Was bleibt, sind die rühmlichen Ausnahmen wie OnePlus, das seine aktuellen Smartphones unabhängig von den Netzbetreibern vermarktet, oder Huawei, das zumindest Provider-unabhängige Handhelds wie das Mate 8 mittlerweile auch in Deutschland mit Dual-SIM-Unterstützung anbietet.

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